Enkeltrick, Betrüger

Enkeltrick 2.0: Betrüger kombinieren Anrufe mit falschen Polizisten

12.02.2026 - 22:19:11

Betrüger nutzen eine zweistufige Masche aus fingiertem Notfall und angeblichen Amtspersonen, um gezielt Senioren unter Druck zu setzen und hohe Bargeldsummen zu erbeuten.

Eine neue, besonders perfide Betrugsmasche verunsichert derzeit Senioren in ganz Deutschland. Kriminelle kombinieren den klassischen Enkeltrick mit dem Auftreten als falsche Polizei- oder Justizbeamte. Diese zweistufige Methode setzt die Opfer unter enormen psychologischen Druck und führt zu Millionenschäden.

So läuft der zweistufige Betrug ab

Die Masche beginnt mit einem sogenannten Schockanruf. Ein Betrüger gibt sich als Enkel, Neffe oder guter Bekannter aus. Er erzählt eine dramatische Notlage – etwa einen tödlichen Verkehrsunfall – und bittet unter Tränen um Hilfe. Um eine angebliche sofortige Inhaftierung abzuwenden, brauche er dringend Kaution in bar.

Kurz darauf folgt der zweite Anruf. Ein Komplize meldet sich als Polizist, Staatsanwalt oder Richter. Er „bestätigt“ die Geschichte und koordiniert die Geldübergabe. Diese scheinbare amtliche Bestätigung macht die Masche so glaubwürdig und gefährlich.

Die Psychologie der perfiden Kombination

Der Erfolg der Masche basiert auf gezielter Manipulation:
* Der erste Anruf löst durch die angebliche Not eines geliebten Menschen pure Panik aus und schaltet rationales Denken aus.
* Der zweite Anruf missbraucht das grundsätzliche Vertrauen in staatliche Autoritäten.
* Die Täter setzen massiv Zeitdruck. Sie instruieren ihre Opfer oft, am Telefon zu bleiben, bis das Geld abgehoben ist, um Kontakt zu echten Angehörigen zu verhindern.

Manche nutzen sogar Techniken, um auf der Anrufer-ID die Notrufnummer 110 erscheinen zu lassen. Die Callcenter operieren häufig aus dem Ausland, was die Strafverfolgung erschwert.

Professionelle Täter verursachen Millionenschäden

Die finanziellen Folgen sind immens. Allein in Niedersachsen summierten sich die Schäden durch „Falsche Polizeibeamte“ 2023 auf einen mittleren siebenstelligen Betrag. Der klassische Enkeltrick verursachte einen niedrigen siebenstelligen Schaden.

Die Täter gehen professionell vor:
* Sie durchforsten Telefonbücher nach traditionellen Vornamen, die auf ältere Personen hindeuten.
* Sie nutzen zunehmend auch Messenger-Dienste wie WhatsApp für den ersten Kontakt („Hallo Mama, mein Handy ist kaputt…“).

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So können Sie sich schützen

Die Polizei rät zu grundsätzlichem Misstrauen bei unerwarteten Geldforderungen am Telefon. Diese konkreten Verhaltensregeln schützen:

  • Sofort auflegen: Beenden Sie das Gespräch sofort bei jeglichem Druck oder Geldwünschen.
  • Selbst zurückrufen: Kontaktieren Sie den betroffenen Angehörigen unter der alten, bekannten Nummer, um die Geschichte zu prüfen.
  • Keine Namen nennen: Antworten Sie nie auf „Rate mal, wer hier spricht?“. Lassen Sie den Anrufer sich zuerst identifizieren.
  • Die 110 selbst wählen: Die Polizei ruft nie unter der Notrufnummer an. Legen Sie auf und wählen Sie selbst die 110 zur Klärung.
  • Nie Bargeld übergeben: Echte Beamte verlangen niemals Kaution am Telefon oder an der Haustür.

Aufklärung ist der beste Schutz

Experten erwarten, dass die Betrüger ihre Methoden weiter verfeinern. Künftig könnten sogar Stimm-Deepfakes mit Künstlicher Intelligenz zum Einsatz kommen. Umso wichtiger ist eine breite Aufklärung, besonders unter Senioren und ihren Angehörigen.

Auch Bankmitarbeiter werden sensibilisiert, bei ungewöhnlich hohen Bargeldabhebungen nachzufragen. Die beste Verteidigung bleibt eine gesunde Skepsis und der offene Austausch in der Familie. Bei jedem verdächtigen Anruf sollte Anzeige bei der Polizei erstattet werden – auch wenn kein Schaden entstanden ist.

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