Europa Schluss: Nahost-Unsicherheit treibt Kurse ins Minus
21.04.2026 - 18:31:29 | dpa.deDie NervositĂ€t der Anleger vor der bald auslaufenden Feuerpause im Iran-Krieg verdrĂ€ngte die zuvor noch im Vordergrund stehende Hoffnung auf neue GesprĂ€che zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial war ins Minus gedreht, wĂ€hrend die Ălpreise wieder zulegten.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 testete im Tagesverlauf erneut die 6.000-Punkte-Marke - einmal mehr ohne Erfolg, denn der Leitindex der Eurozone ging 0,88 Prozent tiefer bei 5.930,25 Punkten ĂŒber die Ziellinie. AuĂerhalb des Euroraums gab der schweizerische SMI CH0009980894 um 1,13 Prozent auf 13.134,14 ZĂ€hler nach. Der britische FTSE 100 GB0001383545 verlor 1,05 Prozent auf 10.498,09 Punkte.
Kurz bevor in der Nacht zum Donnerstag mitteleuropĂ€ischer Zeit die 14-tĂ€gige Waffenruhe ablĂ€uft, bleibt eine Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Teheran und den Vereinigten Staaten ungewiss. Von iranischer Seite fehlten eindeutige offizielle Signale fĂŒr eine weitere Dialogbereitschaft. Zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und HĂ€fen, die US-PrĂ€sident Donald Trump erst nach einer Einigung aufheben will.
Die wieder anziehenden Ălpreise steigerten wieder die Nachfrage nach Werten aus der Ăl- und Gasbranche EU0009658780. Deren Teilindex war mit einem Anstieg um 0,4 Prozent der einzige Gewinner neben den Versicherern EU0009658822. Deren Sektorindex legte noch einen Tick mehr zu und profitierte dabei unter anderem vom Anstieg der Allianz-Aktie DE0008404005. Die Titel des deutschen Versicherungskonzerns profitierten von einer Goldman-Sachs-Kaufempfehlung.
Deutlichere Verluste gab es in der Reisebranche CH0019112744, aber auch in den Bereichen IndustriegĂŒter EU0009658905, Lebensmittel EU0009658749 und Gesundheit EU0009658723. Im Lebensmittelbereich verloren AB Foods GB0006731235 2,7 Prozent und im Gesundheitsbereich Novo Nordisk DK0062498333 4,2 Prozent.
AB Foods litten darunter, dass der Handelskonzern einen krĂ€ftigen GewinnrĂŒckgang vermeldete. Vor diesem Hintergrund verblasste die AnkĂŒndigung, dass die Briten die Modekette Primark durch einen separaten Börsengang von den LebensmittelaktivitĂ€ten trennen wollen.
Novo Nordisk wurden von neuen Sorgen um das lukrative GeschÀft mit Medikamenten gegen Fettleibigkeit belastet - genauso wie der US-Konkurrent Eli Lilly US5324571083. Die US-Krankenversicherung Unitedhealth US91324P1021 galt als Auslöser, indem sie Schwierigkeiten mit dem Vorhaben der Trump-Regierung betonte, im nÀchsten Jahr diese Medikamente in die US-Krankenversicherung Medicare aufzunehmen.
Sehr schlechte Stimmung kam im RĂŒstungsbereich und in der Flugzeugindustrie auf, was auch daran lag, dass die Kurse von US-Branchenkollegen absackten. Zum Thema wurde hier eine Warnung von GE Aerospace US3696043013 vor Risiken der aktuell hohen Treibstoffpreise. Diese veranlassten viele Fluggesellschaften dazu, KapazitĂ€ten zu reduzieren, hieĂ es. Airbus NL0000235190 verloren 3,3 und Safran FR0000073272 6,8 Prozent. FĂŒr die Franzosen hatte das Analysehaus Jefferies zudem seine bisherige Kaufempfehlung aufgegeben.
Im RĂŒstungssektor gaben Thales FR0000121329 nach Umsatzzahlen zum ersten Quartal um fast sechs Prozent nach. Ian Douglas-Pennant von UBS hob hervor, dass die AuftragseingĂ€nge die Erwartungen nicht erfĂŒllt hĂ€tten. Im RĂŒstungsbereich seien die Bestellungen im Vorjahresvergleich zwar um 75 Prozent gestiegen, doch der Konsens sei hier noch anspruchsvoller gewesen.
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