Eurostack: EU-Parlament fordert digitale Unabhängigkeit
24.01.2026 - 18:33:12Das Europäische Parlament will Europas Abhängigkeit von US-Tech-Riesen brechen. Mit einem Initiativbericht fordert es den Aufbau eines eigenen Technologie-Ökosystems – den „Eurostack“.
Die Abgeordneten sehen in der aktuellen Lage ein massives Sicherheitsrisiko. Über 80 Prozent der digitalen Technologien importiert die EU derzeit. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen wird das in Brüssel zunehmend als strategische Verwundbarkeit bewertet. Die große Mehrheit für den Bericht ist ein klares Signal: Europa will die Regeln für seinen digitalen Binnenmarkt künftig selbst definieren.
Der Begriff beschreibt mehr als nur ein Projekt. Es ist die Vision eines kompletten, souveränen Technologie-Ökosystems „Made in Europe“. Dieses soll von der Hardware – wie Halbleitern – über Cloud-Infrastrukturen bis hin zu KI-Plattformen und Anwendungssoftware reichen.
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Ziel ist es, sichere und transparente Alternativen zu den dominierenden Angeboten aus den USA und China zu schaffen. Ein zentraler Treiber ist der Datenschutz. Initiativen wie der Eurostack sollen verhindern, dass kritische Daten europäischer Bürger und Unternehmen unter Gesetze wie den US CLOUD Act fallen. Experten sehen darin eine notwendige, wenn auch extrem ambitionierte, Maßnahme für Europas digitale Resilienz.
Warum das Parlament jetzt handelt
Die Abgeordneten argumentieren mit handfesten Risiken. Die Abhängigkeit von wenigen außereuropäischen Konzernen mache die EU erpressbar und erhöhe die Gefahr von Industriespionage. Zudem fließe ein Großteil der Wertschöpfung im Digitalsektor ab, was europäische Unternehmen im Wettbewerb benachteilige.
Der angenommene Bericht fordert die EU-Kommission nun zu einer genauen Bestandsaufnahme auf. Auf dieser Basis sollen gezielte Gegenmaßnahmen koordiniert werden. Eine europäische Industriepolitik für das digitale Ökosystem soll heimische Unternehmen, besonders bei öffentlichen Aufträgen, gezielt fördern.
Die gewaltige Herausforderung der Umsetzung
Die Realisierung des Eurostack ist ein Generationenprojekt. Analysen der Bertelsmann Stiftung, die das Konzept mitentwickelte, beziffern den Investitionsbedarf auf rund 300 Milliarden Euro binnen zehn Jahren. Diese Summe müsste aus öffentlichen und privaten Quellen mobilisiert werden.
Die politischen Hürden sind enorm. Es braucht eine starke Koordination zwischen allen 27 Mitgliedstaaten, um die Fragmentierung des europäischen Marktes zu überwinden. Zudem ist mit massivem Widerstand der etablierten Tech-Lobby zu rechnen. Kann die EU hier an einem Strang ziehen?
Mehr als Technik: Eine Frage der Werte und des Wettbewerbs
Der Eurostack ist die logische Konsequenz bisheriger regulatorischer Schritte wie dem Digital Markets Act (DMA). Während diese Gesetze den Wettbewerb regulieren, zielt der Eurostack auf den Aufbau eigener Fähigkeiten.
Analysten betonen: Es geht nicht um Protektionismus, sondern um Wahlfreiheit und fairen Wettbewerb. Ein souveränes Europa müsse seine technologische Zukunft nach eigenen Werten gestalten können. Unterstützung kommt von einem breiten Bündnis aus Industrie und Wissenschaft, das hier eine Chance zur Wiederbelebung der europäischen Innovationskraft sieht.
Der lange Weg von der Forderung zur Wirklichkeit
Der Parlamentsbericht ist nicht rechtlich bindend. Der Ball liegt nun bei der EU-Kommission, die konkrete Gesetzesvorschläge und Förderprogramme erarbeiten muss. Entscheidend wird sein, ob große Mitgliedstaaten wie Deutschland und Frankreich die Initiative politisch und finanziell voll mittragen.
Die Debatte wird die europäische Agenda 2026 prägen. Die nächsten Schritte sind die Verhandlungen über den EU-Finanzrahmen und die Ausgestaltung der Förderinstrumente. Sie sollen den Grundstein für Europas digitale Unabhängigkeit legen – oder das Vorhaben im Bürokratie-Dickicht versanden lassen.
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