Figure 03: Humanoid rennt erstmals frei im Freien
27.01.2026 - 01:21:12Ein Roboter joggt neben Menschen her – und setzt damit einen neuen Maßstab für die gesamte Industrie. Die US-Firma Figure AI hat mit ihrem humanoiden Roboter Figure 03 einen entscheidenden Durchbruch demonstriert. Ein aktuelles Video zeigt das Gerät beim stabilen Laufen in unkontrollierter, natürlicher Umgebung. Für Experten markiert dies den Übergang von der Labor-Kuriosität hin zu einem potenziell alltagstauglichen Helfer.
Bislang fanden Tests humanoider Roboter fast ausschließlich in kontrollierten Innenräumen statt. Die Demonstration im Freien ist daher ein Quantensprung. Sie beweist signifikante Fortschritte in Dynamik, Balance und Umgebungswahrnehmung. Der Roboter meisterte unebenen Boden, wechselnde Lichtverhältnisse und bewegte Hindernisse – alles zentrale Hürden für den praktischen Einsatz.
Der Figure 03 erreichte dabei eine Spitzengeschwindigkeit von rund 10,5 km/h. Sein natürlicher, flüssiger Gang ähnelt der menschlichen Biomechanik. Ermöglicht wird dies durch eine ausgeklügelte Konstruktion mit artikulierenden Zehen, die Stöße abfedern und den Schritt in Echtzeit anpassen.
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Die Technik hinter dem Durchbruch
Der im Oktober 2025 vorgestellte Figure 03 (1,73 m, 61 kg) ist für die Serienfertigung und die Interaktion in menschlichen Umgebungen konzipiert. Gegenüber dem Vorgängermodell wurde das Design grundlegend überarbeitet: weichere Materialien erhöhen die Sicherheit, ein leichterer Rahmen verbessert die Agilität.
Das Gehirn der Maschine ist „Helix“, ein proprietäres Vision-Language-Action-Modell (VLA). Diese KI verarbeitet visuelle Daten und Sprache, um Aufgaben intuitiver und autonomer zu erledigen. Ein neuartiges kabelloses Ladesystem in den Roboterfüßen ermöglicht zudem nahezu unterbrechungsfreien Betrieb – eine Grundvoraussetzung für den Dauereinsatz.
Der Weg in den Markt
Figure AI verfolgt eine Doppelstrategie: Kurzfristig geht es um industrielle Anwendungen, langfristig um den Roboter für zu Hause. Eine Partnerschaft mit BMW läuft bereits; seit 2024 werden Vorgängermodelle in US-Autofabriken getestet. Diese Umgebungen dienen dem Training von Greif- und Montageaufgaben.
Die neu demonstrierte Mobilität im Freien weist jedoch auf ein breiteres Ziel hin. Ein Roboter, der Parkplätze oder Wege sicher navigieren kann, rückt näher an den Allround-Helfer für Logistik, Einzelhandel und den Haushalt. Das Unternehmen plant Pilot-Einsätze in beiden Bereichen noch für 2026.
Wettbewerb und Bedeutung
Mit der Demonstration positioniert sich Figure AI in einem hart umkämpften Feld. Konkurrenten wie Tesla (Optimus), 1X Technologies oder Agility Robotics arbeiten ebenfalls an humanoiden Systemen. Doch die öffentliche Vorführung eines frei laufenden Roboters setzt eine neue visuelle Messlatte.
Die Fähigkeit, unstrukturierte Räume zu bewältigen, ist ein Schlüsselkriterium. Sie unterscheidet zukünftige Service-Roboter von heutigen, starren Industrieautomaten. Figure AI adressiert damit eine Kernkritik an der Branche: die Lücke zwischen beeindruckenden Laborvideos und der chaotischen Realität.
Was kommt als Nächstes?
Der Fokus liegt nun auf der weiteren Verfeinerung der Fähigkeiten und der Vorbereitung der Pilotprogramme. Die größten verbleibenden Herausforderungen sind die Sicherheit in der Mensch-Roboter-Interaktion und die Hochskalierung der Produktion.
Mit der geplanten Fabrik „BotQ“ will Figure AI bis zu 12.000 Einheiten pro Jahr bauen. Vertrauen bei Investoren und Partnern wird vor allem durch solche realen Funktionstests gewonnen. Es geht hier nicht primär um Geschwindigkeit, sondern um eine fundamentale Fähigkeit: die zuverlässige Bewegungsfreiheit überall dort, wo auch Menschen hingehen können.
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