Entwurf: Eine Milliarde jĂ€hrlich fĂŒr LĂ€nder und Kommunen
06.04.2026 - 13:41:15 | dpa.deZiel ist vor allem, den teils hoch verschuldeten Gemeinden Spielraum fĂŒr Dienste vor Ort zu schaffen, so etwa fĂŒr Schulen, Kitas, Busse oder Bahnen. Dies geht aus einem Gesetzentwurf des Finanzministeriums hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte "Politico" berichtet. Das Entlastungspaket soll von 2026 bis 2029 gelten und ist laut Entwurf schon in der Haushaltsplanung berĂŒcksichtigt.
"FĂŒr Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ist es ein zentrales Anliegen, die Kommunen finanziell besser aufzustellen", erklĂ€rte eine Sprecherin des Finanzministeriums. "Wir nehmen die finanzielle Lage der Kommunen ernst und setzen uns fĂŒr handlungsfĂ€hige Kommunen und fĂŒr Investitionen vor Ort ein." Der Entwurf muss aber erst noch in der Regierung abgestimmt werden.
Milliardenlast durch Altschulden
Dabei geht es zum einen um die Altschulden vieler Kommunen. Diese beliefen sich laut Gesetzentwurf Ende 2024 in "finanzschwachen FlĂ€chenlĂ€ndern" auf insgesamt 32 Milliarden Euro. Die hohe Zins- und Tilgungslast schrĂ€nke den Haushaltsspielraum der StĂ€dte und Gemeinden weiter ein, heiĂt es im Entwurf.
Geplant ist demnach, dass der Bund finanzschwache LĂ€nder jĂ€hrlich mit 250 Millionen Euro unterstĂŒtzt, damit diese ihre Kommunen entlasten können. Allein gut 164 Millionen Euro im Jahr könnten laut Entwurf an Nordrhein-Westfalen gehen, weitere rund 35 Millionen Euro an Rheinland-Pfalz und 23 Millionen Euro an Niedersachsen.
Mehr Geld vom Bund fĂŒr Zusatzrenten
350 Millionen Euro sollen den ostdeutschen LĂ€ndern zugutekommen. Diese teilen sich bisher mit dem Bund je zur HĂ€lfte die Kosten fĂŒr Zusatzrenten aus DDR-Zeiten fĂŒr bestimmte Berufsgruppen wie Armee oder Volkspolizei. Der Bund will nun seinen Anteil von 50 auf 60 Prozent erhöhen. "Damit werden die Haushalte der ostdeutschen LĂ€nder in den kommenden Jahren deutlich entlastet und damit deren finanziellen SpielrĂ€ume verbessert", heiĂt es im Entwurf.
Geld fĂŒr GeberlĂ€nder im Finanzausgleich
Weitere 400 Millionen Euro ĂŒbernimmt der Bund laut Entwurf fĂŒr Ănderungen im LĂ€nderfinanzausgleich, die den "finanzstarken LĂ€ndern" zugutekommen sollen. Die GeberlĂ€nder in dem Finanzausgleich, der letztlich bundesweit möglichst gleiche LebensverhĂ€ltnisse sicherstellen soll, sind derzeit Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Hessen und Hamburg.
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