„Fliegende Köche“: Personalagentur beantragt Insolvenz
25.01.2026 - 23:52:12Die Salzburger Personalagentur „Die Fliegenden Köche GmbH“ ist zahlungsunfähig. Das Unternehmen beantragte am Landesgericht Salzburg ein Insolvenzverfahren, obwohl es auf dem Papier nicht überschuldet ist. Zehn Gläubiger sind betroffen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die akuten Liquiditätsprobleme in der Gastronomiebranche. Selbst mit wertvollen Vermögenswerten können Unternehmen scheitern, wenn die laufenden Einnahmen wegbrechen.
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Das Paradox: Vermögen da, aber kein Geld
Die Bilanz des Unternehmens zeigt ein ungewöhnliches Bild. Den Verbindlichkeiten von rund 1,37 Millionen Euro stehen Aktiva von circa 1,72 Millionen Euro gegenüber. Der Insolvenzgrund ist daher nicht Überschuldung, sondern akute Zahlungsunfähigkeit.
Das Problem: Bei den Vermögenswerten handelt es sich vor allem um Liegenschaften. Illiquides Vermögen wie Immobilien kann in der Krise nicht schnell genug zu Geld gemacht werden, um laufende Kosten zu decken. Der Geschäftsbetrieb war bereits vor der Antragsstellung eingestellt worden.
Sanierung hängt am Immobilienverkauf
Die Geschäftsführung strebt eine Sanierung an. Der vorgelegte Plan sieht eine Gläubigerquote von 20 Prozent vor, die innerhalb von zwei Jahren ausgezahlt werden soll. Finanziert werden soll dies maßgeblich durch den Verkauf des Liegenschaftsvermögens.
Doch genau hier liegt die Unsicherheit. Der Kreditschutzverband KSV1870 betont, dass nun geprüft werden müsse, ob die bilanzierten Werte am aktuellen Markt tatsächlich realisierbar sind. Der Erfolg des gesamten Plans steht und fällt mit diesem Verkaufserlös.
Ein Weckruf für die gesamte Gastronomie
Die Insolvenz ist symptomatisch für die angespannte Lage im Gastgewerbe. Die Branche kämpft mit einer toxischen Mischung:
* Steigende Kosten für Energie und Waren
* Anhaltender Personalmangel
* Teilweise zurückhaltendes Konsumverhalten
Bereits 2025 war das Gastgewerbe in Deutschland überdurchschnittlich stark von Insolvenzen betroffen. Der Fall zeigt, dass der Abwärtstrend auch Dienstleister wie Personalvermittler erfasst. Wenn Restaurants und Hotels sparen, trifft es zuerst externe Anbieter.
Kann die Branche diese strukturelle Krise überstehen? Beobachter erwarten, dass die Insolvenzzahlen 2026 hoch bleiben werden. Der Fall der „Fliegenden Köche“ unterstreicht eine einfache Lehre: In stürmischen Zeiten zählt vor allem eines – liquide Mittel.
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