Flurförderzeuge, Fristen

Flurförderzeuge: Neue Fristen und Regeln für 2026

09.02.2026 - 15:07:12

Für Logistikunternehmen gelten 2026 verschärfte Pflichten bei Stapler-Unterweisungen und Zertifikaten. Alte SCC-Nachweise verlieren im Oktober ihre Gültigkeit.

Die deutsche Logistikbranche startet unter wirtschaftlichem Druck ins Jahr 2026. Doch bei der Sicherheit für Gabelstaplerfahrer gibt es keine Kompromisse. Neben der jährlichen Pflichtunterweisung steht ein wichtiger Stichtag an: Alte Zertifikate für externe Dienstleister verlieren im Oktober ihre Gültigkeit.

Die Pflichtunterweisung 2026: Mehr als nur ein Formular

Die gesetzliche Grundlage bleibt klar: Nach § 4 der DGUV Vorschrift 1 und § 12 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) muss die Belehrung mindestens einmal jährlich erfolgen. Sie ist vom eigentlichen Staplerschein zu unterscheiden und muss auf den konkreten Arbeitsplatz zugeschnitten sein.

Experten warnen vor generischen Videos. Eine wirksame Unterweisung für 2026 muss aktuelle betriebliche Gegebenheiten abdecken:
* Das spezifische Umfeld: Neue Regalsysteme, geänderte Verkehrswege oder tote Winkel.
* Geänderte Technik: Neue Anbaugeräte oder andere Staplermodelle in der Flotte.
* Sicheres Verhalten: Die Ansprache von Risikoverhalten wie zu hohe Geschwindigkeit oder mangelhafte Ladungssicherung.

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Der Arbeitgeber trägt die Nachweispflicht. Bei einem Unfall prüfen Versicherungen und Behörden zuerst, ob eine aktuelle und dokumentierte Unterweisung vorlag. Nach DGUV Vorschrift 68 kann deren Fehlen bereits als grobe Pflichtverletzung gewertet werden.

Harte Deadline: Alte SCC-Zertifikate laufen aus

Eine wesentliche Neuerung betrifft externe Kräfte. Die Übergangsfrist für das alte Safety Certificate Contractors (SCC)-System von 2011 endet in diesem Jahr. Alle nach diesem Standard ausgestellten Zertifikate verlieren am 31. Oktober 2026 ihre Gültigkeit – unabhängig vom aufgedruckten Datum.

Der neue Standard SCC-VAZ 2021, überwacht vom Verband Akkreditierter Zertifizierungsgesellschaften (VAZ), gilt nun. Er begrenzt die Gültigkeit auf fünf Jahre, um aktuelles Wissen sicherzustellen.

Das bedeutet für Unternehmen:
* Überprüfungspflicht: Firmen müssen bei externen Staplerfahrern oder Technikern vor November die Gültigkeit des neuen Zertifikats prüfen.
* Zugangskontrolle: Systeme für Werksausweise sollten veraltete Zertifikate automatisch erkennen.
* Umschulung: Träger alter Zertifikate müssen sich umgehend nach dem neuen Standard prüfen lassen, um Betriebsunterbrechungen im vierten Quartal zu vermeiden.

Digitalisierung: Nachweise in „Textform“ werden Standard

Die Dokumentation wird einfacher. Seit dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG IV) sind für bestimmte Nachweise digitale Formate wie E-Mail oder PDF ausreichend. Dieser Trend erfasst auch den Arbeitsschutz.

Digitale Lernplattformen sind im wirtschaftlich angespannten Umfeld 2026 besonders wertvoll. Sie ermöglichen flexible theoretische Unterweisungen und reduzieren Stillstandszeiten. Doch Vorsicht: Die Lösung muss revisionssicher sein. Ein einfacher Excel-Eintrag genügt nicht. Das System muss protokollieren, wer wann geschult wurde, und nachträgliche Manipulationen verhindern.

Laut DGUV Grundsatz 308-001 bleibt jedoch ein praktischer Teil oder die Beobachtung durch eine Führungskraft unverzichtbar, um die tatsächliche Befähigung zu überprüfen.

Warum Sicherheit in der Krise noch wichtiger wird

Der wirtschaftliche Druck ist hoch. Branchenberichte prophezeien der Logistik ein „schwieriges 2026“ mit sinkenden Frachtraten und hohen Kosten. Gleichzeitig belasten Streiks, wie die aktuellen Aktionen der Verdi-Gewerkschaft, die Lieferketten zusätzlich.

Genau in solchen Hochdruckphasen steigt die Unfallgefahr. Die Versuchung, bei „unproduktiven“ Aufgaben wie Sicherheitstrainings zu sparen, ist groß – doch fatal. Die Kosten eines schweren Staplerunfalls, von Maschinenschaden bis zum langen Personalausfall, übersteigen die Investition in eine solide jährliche Unterweisung bei Weitem.

Blick nach vorn: Mensch und Roboter im Shared Space

Die Inhalte der Unterweisung werden sich langfristig wandeln. Durch den Einsatz von autonomen Transportrobotern (AMRs/AGVs) fahren Menschen zunehmend in „gemischtem Verkehr“.

Künftige Schulungen werden stärker auf die Interaktion mit KI-gesteuerten Fahrzeugen fokussiert sein. Wie verhalten sich diese Roboter? Wie kann man ihr „Verhalten“ vorhersagen? Vollautomatisierung bleibt Zukunftsmusik. Für 2026 ist der menschliche Fahrer weiter zentral – und seine regelmäßige Unterweisung das wichtigste Werkzeug zur Unfallvermeidung.

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