AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS 2: Autowerte nach neuen EU-Regeln fĂŒr China-Exporte unter Druck

12.01.2026 - 18:16:29

FRANKFURT - Eine neue Leitlinie der EuropĂ€ischen Union fĂŒr den Import von Elektroautos aus China hat die deutschen Auto-Aktien am Montag belastet.

(neu: Schlusskurse, Auslieferungszahlen VW und Mercedes, HĂ€ndler zu Porsche.)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Eine neue Leitlinie der EuropĂ€ischen Union fĂŒr den Import von Elektroautos aus China hat die deutschen Auto-Aktien am Montag belastet. Im Dax DE0008469008 war BMW DE0005190003 mit einem Abschlag von 1,7 Prozent der grĂ¶ĂŸte Verlierer. Volkswagen DE0007664039 bĂŒĂŸte 1,3 Prozent ein. Die Papiere der Porsche Holding DE000PAH0038 und von Mercedes-Benz DE0007100000 verloren jeweils knapp ein Prozent.

Im MDax DE0008467416 sackten die Aktien der Porsche AG DE000PAG9113 als Schlusslicht sogar um sechs Prozent ab. Ein HĂ€ndler verwies als zusĂ€tzliche Belastung fĂŒr die Papiere des Sportwagenbauers auf Aussagen des Managements bei einer Analystenkonferenz, wonach die Markterwartungen zum Jahresschluss zu hoch sein könnten.

Die EU-Kommission zeigte den chinesischen Autobauern zu Wochenbeginn einen Weg zur Vermeidung der 2024 eingefĂŒhrten Zusatzzölle auf. Unternehmen können sich nach einer neuen Leitlinie verpflichten, fĂŒr in die EuropĂ€ische Union exportierte Fahrzeuge Mindestpreise festzusetzen, um sich die PreisaufschlĂ€ge zu ersparen. Zudem wĂŒrden bei einem entsprechenden Angebot Zusagen zu Investitionen in der EU oder eine Begrenzung der Exporte positiv angerechnet werden.

Aus Sicht von Citigroup-Analyst Harald Hendrikse ist das ein weiterer großer Sieg fĂŒr die chinesischen Hersteller. Zwar könnte die Vereinbarung BMW und Volkswagen dabei helfen, ihre in China produzierten Autos gĂŒnstiger in die EU zu schiffen. Allerdings dĂŒrfte der Konkurrenzkampf in Europa durch chinesische Marken umso hĂ€rter werden. Weniger wettbewerbsfĂ€hige europĂ€ische ProduktionskapazitĂ€ten wĂŒrden weiter entwertet.

Die neue Leitlinie könne Europas Autobauern außerdem nicht auf dem chinesischen Markt helfen, ergĂ€nzte Hendrikse. Es sei unvermeidbar, dass die europĂ€ischen Hersteller dort weitere Marktanteile verlieren. Die genauen Konsequenzen fĂŒr die hiesige Branche seien allerdings erst absehbar, wenn die tatsĂ€chlichen Mindestpreise feststĂŒnden.

Entsprechende Preisangebote der chinesischen Autobauer will die EU-Kommission objektiv und fair bewerten, heißt es in der Leitlinie. Voraussetzung fĂŒr die Annahme sei, dass die Maßnahmen die schĂ€digenden Auswirkungen von Subventionen beseitigten und eine den Zöllen gleichwertige Wirkung entfalteten. Das Handelsministerium in Peking begrĂŒĂŸte die erzielten Fortschritte.

Hintergrund der 2024 eingefĂŒhrten EU-Zusatzabgaben war eine Untersuchung der EU-Kommission. Diese kam zu dem Ergebnis, dass Hersteller in China von unfairen Subventionen profitieren, die ihnen einen erheblichen Vorteil auf dem europĂ€ischen Markt verschaffen. Seitdem variiert die Höhe der Zusatzzölle je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 Prozent. Betroffen sind auch in China tĂ€tige auslĂ€ndische Konzerne wie BMW und Mercedes.

Die deutschen Autobauer tun sich bereits seit geraumer Zeit auf dem wichtigen chinesischen Markt Ă€ußerst schwer. RĂŒckschlĂ€ge dort und in den USA haben bei VW und Mercedes 2025 auch insgesamt fĂŒr rĂŒcklĂ€ufige VerkĂ€ufe gesorgt. Beide Unternehmen legten zum Wochenstart Verkaufszahlen vor. WĂ€hrend der VW-Konzern im abgelaufenen Jahr 0,5 Prozent weniger Fahrzeuge auslieferte als im Vorjahr, gingen die VerkĂ€ufe bei Mercedes sogar um zehn Prozent zurĂŒck.

@ dpa.de

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