ROUNDUP, Trump

Trump empfÀngt Erdogan - heikle Themen im Fokus

25.09.2025 - 07:35:04

"Freund", "geschĂ€tzter Kollege" - mit warmen Worten umschmeicheln sich US-PrĂ€sident Donald Trump und der tĂŒrkische PrĂ€sident Recep Tayyip Erdogan im Vorfeld ihres GesprĂ€chs in Washington.

Erstmals seit 2019 wird der PrĂ€sident aus Ankara im Weißen Haus empfangen. Doch die beiden PrĂ€sidenten trennt vieles. Um diese fĂŒnf Knackpunkte könnte es bei ihrem Treffen gehen:

Gaza-Krieg

Besonders das Thema Gaza-Krieg birgt Konfliktpotenzial. WĂ€hrend Trump eng an der Seite Israels steht, geht Erdogan den israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu scharf an. RegelmĂ€ĂŸig vergleicht er ihn mit Hitler und nennt ihn "SchlĂ€chter von Gaza". Vor der UN-Vollversammlung in New York warf Erdogan der israelischen Regierung erneut "Genozid" und die gezielte Vertreibung der PalĂ€stinenser vor.

Erdogan sieht sich als FĂŒrsprecher der PalĂ€stinenser in der muslimischen Welt. Er unterhĂ€lt auch gute Beziehungen zur islamistischen Hamas, gegen die Israel im Gazastreifen Krieg fĂŒhrt. Mitglieder der Terrorgruppe sollen sich auch in der TĂŒrkei aufhalten.

Nach dem Angriff auf Hamas-Spitzen in Katar Anfang September stellte sich die Frage, ob auch ein israelischer Angriff auf die Hamas in der TĂŒrkei denkbar wĂ€re. Ob die TĂŒrkei Hamas-FunktionĂ€ren weiter Aufenthalt gewĂ€hrt, könnte Thema der GesprĂ€che mit Trump sein.

Ukraine-Krieg

Die TĂŒrkei pflegt enge Beziehungen zu Russland und zur Ukraine, lehnt westliche Sanktionen gegen Moskau ab und importiert weiter im großen Stil gĂŒnstige Energie. Trump ist es ein Dorn im Auge, dass Russland mit dem Verkauf von Energie seinen Krieg finanzieren kann. Deshalb verstĂ€rkte er den Druck und knĂŒpfte zuletzt etwa neue US-Sanktionen gegen Moskau an harte Bedingungen: EuropĂ€ische Partner - und ausdrĂŒcklich auch die TĂŒrkei - sollen russische Energie boykottieren und höhere Zölle auf chinesische Waren erheben.

Zugleich sieht sich die TĂŒrkei in dem Konflikt als Mittler. Sie war mehrfach Ausrichter von Friedensverhandlungen. Erdogan will auch Gastgeber fĂŒr direkte GesprĂ€che zwischen Trump und dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin sein. Das verspricht Prestige und Ablenkung von einer Verhaftungswelle gegen Oppositionspolitiker.

RĂŒstung

Beim Thema RĂŒstung wird es laut Trump um den lange schwelenden Konflikt ĂŒber Kampfjet-Programme gehen. Die TĂŒrkei war ursprĂŒnglich Partner beim US-gefĂŒhrten F-35-Projekt, wurde aber 2019 nach dem Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 ausgeschlossen - aus Sicht Washingtons ein unvereinbares Sicherheitsrisiko fĂŒr die Nato. Ankara hofft nun auf eine Wiederaufnahme und drĂ€ngte außerdem auf den Erwerb neuer Maschinen fĂŒr die F-16-Flotte. Nach jahrelangem Zögern gaben die USA dem milliardenschweren GeschĂ€ft grĂŒnes Licht, kurz nachdem die TĂŒrkei den Nato-Beitritt Schwedens ratifiziert hatte.

Syrien

Syrien war in den vergangenen Jahren immer wieder Streitpunkt zwischen Washington und Ankara. FĂŒr die TĂŒrkei etwa war Washingtons UnterstĂŒtzung der syrischen Kurdenmiliz YPG im Kampf gegen die Terrormiliz IS stets ein Ärgernis. Ankara stuft diese als Terrororganisation und Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ein. Doch seit dem Sturz des Assad-Regimes in Syrien ĂŒberschneiden sich die Interessen der LĂ€nder. Beide wollen die Stabilisierung des ehemaligen BĂŒrgerkriegslandes voranbringen und verhindern, dass der IS wieder erstarkt. FĂŒr Trump ist die TĂŒrkei ein strategisch wichtiger Nato-Partner in der Region - etwa als Gegengewicht zum Iran oder zu Russland.

Boeing US0970231058-Deal

Laut Trump steht auch der Verkauf mehrerer Flugzeuge des US-Konzerns Boeing an die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines auf der Agenda. Die tĂŒrkische Opposition warf Erdogan vor, sich das Treffen mit Trump, das handfestes politisches Kapital fĂŒr den umstrittenen Staatschef ist, mit einem 300 Flugzeuge umfassenden Deal erkauft zu haben. Erdogan wies das zurĂŒck. Turkish Airlines erklĂ€rte auf Anfrage, es werde seit Langem verhandelt und es gebe noch keine Entscheidung.

@ dpa.de

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