Global Gateway: EU-Milliarden für deutsche Firmen
11.02.2026 - 05:22:12Die EU will mit ihrer 300-Milliarden-Strategie weltweit Infrastruktur bauen. Doch deutsche Mittelständler klagen über zu viel Bürokratie.
Berlin. Deutschlands Wirtschaftsbosse und Politiker diskutieren heute in Berlin, wie sie von der milliardenschweren EU-Strategie Global Gateway profitieren können. Die Initiative soll weltweit Infrastrukturprojekte finanzieren – eine riesige Chance für Exporteure. Doch der Weg zu den Aufträgen ist für viele Unternehmen steinig.
Die große Chance: Wasserstoff, Datenkabel, Schienen
Die Konferenz im Haus der Deutschen Wirtschaft soll eine Brücke schlagen. Auf der einen Seite steht die geopolitische Vision Brüssels, auf der anderen der praktische Bedarf deutscher Firmen. Die Global Gateway-Initiative ist das europäische Antwortprogramm auf chinesische oder US-Infrastrukturprojekte. Seit 2021 fließen EU-Gelder in digitale Netze, grüne Energie und Verkehrswege in Afrika, Asien und Lateinamerika.
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Für deutsche Unternehmen, vom Weltkonzern bis zum Hidden Champion, locken lukrative Aufträge. Die Bandbreite ist enorm: vom Bau von Wasserstoff-Anlagen in Chile über das Verlegen von Datenkabeln nach Brasilien bis zur Modernisierung von Häfen in Indonesien. Die EU setzt auf hohe Umwelt- und Sozialstandards – eine Nische, in der deutsche Ingenieurskunst punkten kann.
Die große Hürde: Bürokratie für den Mittelstand
Doch die Euphorie ist gedämpft. Wirtschaftsverbände wie der DIHK machen seit Monaten Druck. Die Kritik: The Verfahren sind zu komplex, die Risiken für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu hoch und die Finanzierungswege undurchsichtig.
„Die Potenziale sind gewaltig, aber sie liegen hinter einem Berg von Formularen“, bringt es ein Konferenzteilnehmer auf den Punkt. Die Firmen fordern konkrete Erleichterungen: einfachere Ausschreibungen, bessere Absicherung gegen politische Risiken und vor allem einen zentralen Ansprechpartner. Ein „One-Stop-Shop“ soll den Zugang zu den Milliarden erleichtern.
Der politische Streit: „Made in Europe“ vs. globale Partnerschaften
Überschattet wird die Konferenz von einem grundsätzlichen Streit in Brüssel. Sollten öffentliche Gelder künftig verstärkt an eine Produktion „Made in Europe“ geknüpft werden? EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné treibt diese Idee voran, um die strategische Autonomie des Kontinents zu stärken.
Aus Berlin kommt deutlicher Widerstand. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche warnte erst kürzlich vor protektionistischen Tendenzen. Ihr Credo: „Made with Europe“. Statt Abschottung plädiert sie für starke internationale Partnerschaften, die europäische Stärken mit denen verlässlicher Handelspartner verbinden. Für exportstarke deutsche Firmen, die tief in globale Lieferketten eingebunden sind, ist dieser Ansatz existenziell.
Mehr als nur Aufträge: Diversifizierung als Ziel
Hinter der Debatte steckt eine größere Strategie. Der aktuelle Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung malt ein Bild voller globaler Unsicherheiten. Global Gateway ist für viele Experten daher mehr als ein Konjunkturprogramm. Es ist ein Werkzeug, um Handelsbeziehungen zu diversifizieren und Lieferketten krisenfester zu machen.
Durch den Aufbau neuer Partnerschaften in Schwellenländern will Europa unabhängiger von einzelnen Märkten werden. Die Bundesregierung unterstützt diesen Kurs als Teil einer geopolitischen Agenda. Die Frage ist: Wird daraus ein Instrument für europäischen Protektionismus oder ein Motor für globale Kooperation?
Was jetzt folgen muss
Die Konferenz in Berlin ist ein Stimmungsbild. Der Erfolg von Global Gateway wird sich nicht an versprochenen Milliarden, sondern an real vergebenen Aufträgen messen. Die Politik steht unter Druck, ihre Versprechen einzulösen.
Ein erster Schritt ist die geplante Einrichtung eines „Global Gateway Investment Hub“ als zentrale Anlaufstelle. Für deutsche Unternehmen wird es darauf ankommen, die Entwicklungen genau zu verfolgen und sich frühzeitig über Projektmöglichkeiten zu informieren. Die Weichen für die Zukunft des europäischen Exports werden jetzt gestellt – auch in den Konferenzsälen Berlins.
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