Goldpreis, Spot-Gold

Goldpreis erholt sich nach brutalem Abverkauf: Von 4.100 auf 4.360 Dollar – Treiber und Ausblick

24.03.2026 - 15:05:10 | ad-hoc-news.de

Der Spot-Gold-Preis hat sich nach dem dramatischen Einbruch am 23. März 2026 auf unter 4.100 US-Dollar pro Feinunze erholt und notiert nun bei rund 4.360 Dollar. Starke US-Dollar, Zinssorgen durch Energiepreisschock und Iran-Krise bremsen die Rallye – doch der Aufwärtstrend bleibt intakt.

Goldpreis,  Spot-Gold,  Iran-Krise - Foto: THN
Goldpreis, Spot-Gold, Iran-Krise - Foto: THN

Der Goldpreis zeigt sich volatil: Nach einem brutalen Abverkauf am 23. März 2026, bei dem der Spot-Preis zeitweise unter 4.100 US-Dollar pro Feinunze fiel, hat sich der Markt erholt und notiert am 24. März bei etwa 4.360 Dollar. Dieser Schwung kommt inmitten geopolitischer Spannungen im Iran-Konflikt und steigender Energiepreise, die die Inflationserwartungen anheizen und Zinssenkungen der Fed erschweren.

Stand: Dienstag, 24. März 2026, 16:04 Uhr (Europe/Berlin)

Brutaler Abverkauf und rasche Erholung

Am 23. März startete der Goldpreis bei 4.389,12 USD und geriet zunächst massiv unter Druck, fiel zeitweise auf 4.100 USD – ein Minus von rund acht Prozent zum Vortag. Im Verlauf des Tages drehte der Markt jedoch um, was auf eine mögliche Bodenbildung hindeutet. Heute, am 24. März, erholt sich der Spot-Gold-Preis auf 4.360 USD pro Feinunze. Diese Volatilität unterscheidet sich klar vom stabileren LBMA-Benchmark-Kontext, wo der Preis am Vortag bei etwa 4.955 USD lag, und den COMEX-Futures, die ähnliche Schwankungen zeigen.

Der Absturz vom Allzeithoch von 5.598 USD Ende Januar wirkt paradox angesichts des Iran-Kriegs, in dem Gold traditionell als sicherer Hafen dient. Stattdessen dominiert ein starker US-Dollar die Dynamik: Seit Ausbruch des Konflikts hat der Dollar an Wert gewonnen, was Gold für Nicht-Dollar-Käufer verteuert und die Nachfrage dämpft.

US-Dollar-Stärke als zentraler Bremsklotz

Ein starker Dollar wirkt sich direkt auf den Goldpreis aus, da Gold weltweit in USD notiert. Käufer in Europa oder Asien müssen mehr Euro oder Yen für dasselbe Gold ausgeben, was die physische Nachfrage bremst. Der Dollar-Index hat seit Ende Februar zugelegt, getrieben von seiner Rolle als sicherer Hafen inmitten geopolitischer Risiken. Dies erklärt, warum Gold trotz Iran-Eskalation – inklusive Blockade der Straße von Hormus – nicht aufsteigt.

Für europäische Investoren verschärft sich dies durch den schwachen Euro: Der Goldpreis in Euro hat parallel umgerechnet stärker nachgegeben. Am 23. März fiel der Euro-Goldpreis von über 4.000 Euro auf unter 3.800 Euro pro Unze, eine Korrektur von neun Prozent.

Zinssorgen durch Energiepreisschock

Der Iran-Konflikt treibt Energiepreise in die Höhe: Öl und Gas werden knapp, da Anlagen angegriffen und der Hormus-Kanal blockiert ist. Fed-Chef Jerome Powell warnte, dass höhere Energiepreise die Inflation antreiben und Zinssenkungen einschränken könnten. Märkte preisen nun nur noch eine Senkung 2026 ein, statt zwei zuvor.

Höhere US-Renditen machen Gold als unverzinsliches Asset unattraktiv. Der 10-Jahres-Treasury-Yield stieg auf über 4,5 Prozent, da Inflationserwartungen wachsen. Dies lastet auf Spot-Gold und Futures gleichermaßen: COMEX-Gold-Futures (front month) fielen am 23. März um 7,8 Prozent.

Geopolitik: Warum Gold diesmal enttäuscht

Normalerweise profitiert Gold von Risikoaversion in Krisen. Doch im aktuellen Iran-Krieg fliehen Investoren in Dollar und Anleihen statt Gold. Analyst Carsten Fritsch von der Commerzbank notiert, Gold kämpfe mit seiner sicheren-Hafen-Rolle. Trump-Posts zu Verhandlungen mit Iran sorgten gestern für einen kurzfristigen Rally in Aktien und Rohstoffen, doch Dementis des Iran dämpften den Effekt.

In Europa beobachten DACH-Investoren dies genau: Die Bundesbank-Reserven stiegen 2025 durch höhere Preise, doch nun droht ein Marktwert-Rückgang. EZB-Vertreter betonen Inflationsbekämpfung, was weitere Druck auf Gold ausübt.

Technische Analyse: Aufwärtstrend intakt?

Trotz Korrektur bleibt der langfristige Trend bullisch. Der 34-Wochen-Durchschnitt bei 4.338 USD hält stand, der RSI signalisiert Käufe. Unterstützung bei 3.887 USD, Widerstand bei 4.589 USD. Prognosen sehen keine Trendwende, sondern Korrektur in einem Aufwärtstrend.

ETF-Flows zeigen Abflüsse: SPDR Gold Shares verzeichneten letzte Woche Nettoabflüsse von 10 Tonnen. Zentralbanken kaufen jedoch weiter: China und Indien deckten sich trotz Preisschwäche mit physischem Gold auf.

Ausblick und Risiken fĂĽr Investoren

Die Fed-Entscheidung am Abend (19 Uhr MEZ) könnte entscheidend sein. Bleiben Zinsen stabil, droht weiterer Druck auf Gold. Eine Eskalation im Iran könnte jedoch Safe-Haven-Nachfrage wecken. Für DACH-Anleger: Euro-Schwäche verstärkt Verluste, doch physisches Gold schützt vor Inflation langfristig.

Risiken: Stärkerer Dollar, höhere Renditen, abnehmende Zentralbankkäufe. Chancen: Geopolitik, ETF-Rotation bei Rezessionsängsten. Experten raten: Kein Panikverkauf, sondern Geduld in der Korrektur.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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