Goldpreis, Spot-Gold

Goldpreis im Iran-Konflikt: Starker Abverkauf auf 4100 USD – Dollar und Zinsen drücken

25.03.2026 - 06:51:47 | ad-hoc-news.de

Der Spot-Goldpreis ist am 23. März 2026 zeitweise auf 4100 USD pro Feinunze gefallen, ein Minus von acht Prozent. Trotz geopolitischer Spannungen im Iran-Krieg stärkt sich der US-Dollar als Krisenwährung und höhere Inflationserwartungen bremsen Zinssenkungshoffnungen der Fed.

Goldpreis,  Spot-Gold,  Iran-Konflikt - Foto: THN
Goldpreis, Spot-Gold, Iran-Konflikt - Foto: THN

Der Goldpreis hat am 23. März 2026 einen brutalen Abverkauf erlebt und zeitweise die Marke von 4100 US-Dollar pro Feinunze unterschritten. Dies entspricht einem Rückgang von rund acht Prozent gegenüber dem Vortagesschluss. Obwohl der Iran-Konflikt geopolitische Risiken erhöht, fungiert Gold derzeit nicht als klassischer sicherer Hafen. Stattdessen drücken ein starker US-Dollar und gestiegene Inflationserwartungen durch hohe Energiepreise den Spotpreis.

Stand: Mittwoch, 25. März 2026, 06:51 Uhr MEZ

Der Absturz am 23. März: Von 4389 auf 4100 USD

Der Handel am 23. März begann bei 4.389,12 USD pro Feinunze Spot-Gold. Schnell geriet der Preis unter Druck und fiel im Verlauf des Tages auf ein Tief von etwa 4100 USD. Diese Bewegung markiert eine Fortsetzung des Abwärtstrends, der sich seit dem Hoch von knapp 5420 USD Ende Februar abzeichnet. Seit Ausbruch der Kampfhandlungen zwischen USA, Israel und Iran hat der Goldpreis insgesamt mehr als 18 Prozent verloren.

Der LBMA-Spotpreis, der den internationalen Goldmarkt repräsentiert, spiegelt diese Dynamik wider. Parallel notierten COMEX-Gold-Futures für den April-Zustellbaustein ähnlich schwach, wobei der Abstand zwischen Spot und Futures minimal blieb. Am 24. März erholte sich der Preis leicht auf 4.423,60 USD, immer noch fernab der Höhen.

Iran-Konflikt: Warum Gold diesmal nicht glänzt

Der Konflikt um den Iran, inklusive Blockade der Straße von Hormus und Angriffen auf Energieinfrastruktur, hat Energiepreise in die Höhe getrieben. Normalerweise profitieren Edelmetalle in solchen Szenarien von Safe-Haven-Nachfrage. Diesmal jedoch überwiegen andere Faktoren. Der US-Dollar hat seit Ende Februar deutlich zugelegt und wird als primäre Krisenwährung gehandelt. Da Gold in USD denominiert ist, verteuert ein starker Dollar das Metall für Nicht-US-Käufer und dämpft die globale Nachfrage.

Analysten wie Carsten Fritsch von der Commerzbank betonen, dass Gold Schwierigkeiten hat, seine traditionelle Rolle zu erfüllen. Die höheren Ölpreise treiben die Inflation und machen Zinssenkungen der Fed unwahrscheinlicher.

US-Dollar-Stärke als zentraler Preisbremshebel

Der direkte Transmissionmechanismus vom Dollar zum Goldpreis ist unmissverständlich: Ein steigender Dollar-Index reduziert die Attraktivität von Gold für internationale Investoren. Seit Kriegsbeginn hat der Greenback um mehrere Prozent zugelegt. Für europäische Anleger in der DACH-Region bedeutet dies: Der Goldpreis in Euro fiel von über 4.600 € auf gut 3.800 € pro Feinunze (Stand 24. März).

Dieser Effekt verstärkt sich durch parallele Entwicklungen im Rentenmarkt. Höhere US-Renditen machen zinstragende Anleihen attraktiver als barren Gold. Der 10-jahres US-Treasury-Yield stieg kürzlich, was den Opportunity-Kosten für Gold-Holdings erhöht.

Fed-Politik und Inflationsdruck durch Energie

Fed-Chef Jerome Powell warnte kürzlich, dass steigende Energiepreise die Inflation antreiben könnten. Marktteilnehmer haben ihre Erwartungen auf Fed-Zinssenkungen radikal gekürzt: Von zwei Cuts nun nur noch einer im Jahr erwartet. Dieses restriktivere Umfeld begünstigt den Dollar und belastet Gold-Futures an der CME.

Am Abend des 24. März (US-Zeit) stand eine Fed-Entscheidung an, die weitere Klarheit bringen sollte. Bis 19:30 Uhr MEZ (Powell-Pressekonferenz) warteten Märkte gespannt. Solche Events können Goldpreise volatil machen, da jede Andeutung zu Zinspolitik den Dollar beeinflusst.

Technische Analyse: Test kritischer UnterstĂĽtzungslinien

Technisch testet Spot-Gold derzeit die obere Begrenzung einer vorherigen Trading-Zone bei 4.382 USD. Sollte diese fallen, drohen Verluste bis 3.887 USD. Langfristig bleiben exponentielle Wochen-Durchschnitte (21, 34, 55) aufwärtsgerichtet, mit dem 34-Wochen-MA bei 4.338 USD als nächster Halt. Der RSI signalisiert weiterhin Kaufsignale über 52.

Am 23. März zeigte sich eine Gegenreaktion nach dem initialen Abverkauf, was auf potenziellen Bodenbildung hindeutet. Dennoch bleibt der Abwärtstrend intakt, solange das Allzeithoch von 5.598 USD nicht geknackt wird.

Europäische Perspektive: Auswirkungen auf DACH-Investoren

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Euro-Goldpreis entscheidend. Der Wechselkurs-Effekt verstärkt Verluste: Bei stabilem EUR/USD würde Gold weniger leiden. Zudem spiegeln deutsche Goldreserven den Preisanstieg wider – von 2.600 USD Anfang 2025 auf Höhen von 4.300 USD Ende desselben Jahres, wenngleich nun korrigiert.

Physische Nachfrage aus Asien könnte stützen, doch ETF-Abflüsse und Long-Positionierungen an der CME deuten auf Vorsicht. Zentralbanken kaufen weiter, aber der aktuelle Druck dominiert.

Ausblick: Risiken und Chancen

Kurzum: Der Goldmarkt steht vor einer Zerreißprobe. Weiter esklierender Iran-Konflikt könnte Safe-Haven-Nachfrage wecken, doch solange Dollar stark und Zinsen hoch bleiben, überwiegt der Abwärtsdruck. Investoren sollten Positionen anpassen und auf Fed-Signale achten.

Langfristig bleibt der Aufwärtstrend intakt, getrieben von Zentralbankkäufen und Inflationshedging. Kurzfristig: Volatilität erwartet.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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