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Google Cloud startet Agentic Enterprise-Ära mit neuer KI-Plattform

23.04.2026 - 00:00:01 | boerse-global.de

Google Cloud stellt auf der Cloud Next '26 eine umfassende Plattform für autonome KI-Agenten vor. Sie bündelt Entwicklung, Sicherheit und Hardware, um KI in Geschäftsprozesse zu integrieren.

Google Cloud startet Agentic Enterprise-Ära mit neuer KI-Plattform - Foto: über boerse-global.de
Google Cloud startet "Agentic Enterprise"-Ära mit neuer KI-Plattform - Foto: über boerse-global.de

Google Cloud stellt seine KI-Strategie komplett neu auf: Auf der Cloud Next '26 in Las Vegas kündigte der Konzern den Übergang von experimentellen KI-Tools zu einem einheitlichen "Agentic Enterprise"-Ökosystem an. Kernstück ist die neue Gemini Enterprise Agent Platform, eine Entwicklerzentrale für den Betrieb autonomer KI-Agenten im großen Stil.

Damit reagiert Google auf einen strategischen Wandel in der Wirtschaft: Unternehmen setzen KI nicht mehr nur für einfache Chatbots ein, sondern für komplexe, mehrstufige Arbeitsabläufe. "Die experimentelle Phase der künstlichen Intelligenz ist vorbei", erklärte Google-Cloud-Chef Thomas Kurian in seiner Eröffnungskeynote. Organisationen bräuchten nun einen einheitlichen Tech-Stack, um KI in jeden Geschäftbereich zu integrieren.

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Von der Entwicklung bis zur Skalierung: Eine Plattform für alles

Die neue Plattform bündelt die bisherigen Tools Vertex AI und Agentspace. Sie soll den gesamten Lebenszyklus eines KI-Agenten vereinfachen – vom Entwurf bis zum globalen Rollout. Entwicklerteams erhalten ein erweitertes Agent Development Kit (ADK), das nun in Version 1.0 und für vier Programmiersprachen verfügbar ist.

Ein Novum ist ein grafisches Framework für die Orchestrierung von Agenten. Es erlaubt es, Agenten in spezialisierte Teilnetzwerke zu organisieren, die sich Aufgaben deterministisch zuteilen. Für länger laufende Prozesse führt Google ein "Memory Bank"-Feature ein. Es hilft Agenten, über lange Zeiträume den Kontext zu behalten und effizienter zu arbeiten.

Die Modell-Bibliothek "Model Garden" wurde auf über 200 Modelle ausgebaut. Neben Googles eigenen Neuerungen – den Varianten Gemini 3.1 Pro und Flash – stehen auch Drittmodelle wie Anthropics Claude Opus 4.7 zur Verfügung. Künftig sollen alle Vertex-AI-Dienste ausschließlich über die neue Agent-Plattform laufen.

Die Sicherheitsfrage: Kontrolle über tausende autonome Agenten

Wenn Unternehmen tausende autonome Agenten einsetzen, wird die Kontrolle zur zentralen Herausforderung. Google begegnet diesem "Agent Sprawl" mit dem Agent Gateway – einer Art "Fluglotsensystem" für Echtzeit-Richtlinien. Es stellt sicher, dass jeder Agent, ob mit No-Code- oder Pro-Code-Tools gebaut, innerhalb der firmeneigenen Sicherheitsvorgaben arbeitet.

Ein neues Agent Identity-System weist jedem Agenten eine kryptografische ID zu. So entsteht für jede Aktion ein klarer Prüfpfad, der die gleiche Rechenschaftspflicht wie bei kritischen Anwendungen wie Gehaltsabrechnung gewährleistet.

Die Sicherheitsstrategie ist stark von der jüngsten, 32 Milliarden Euro teuren Übernahme des Cybersecurity-Spezialisten Wiz geprägt. Seine Technologie ist in ein neues "Agentic Defense"-Framework integriert. Es kombiniert Googles Bedrohungsdaten mit der Wiz-Plattform, um bösartigen KI-Einsatz in Echtzeit zu erkennen. Spezial-Agenten für "Threat Hunting" und "Detection Engineering" helfen Unternehmen, sich gegen neue Angriffsmuster zu verteidigen.

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Vollintegrierter Stack: Von der Hardware bis zur Anwendung

Google setzt auf seinen vollintegrierten Tech-Stack als Wettbewerbsvorteil gegenüber Anbietern fragmentierter KI-Komponenten. Auf Hardware-Ebene kündigte der Konzern die Tensor Processing Units der achten Generation (TPU 8i) an. Sie sind für die geringe Latenz agentischer KI-Systeme gebaut und bieten dreimal mehr On-Chip-SRAM als ihr Vorgänger. Bis zu 1.152 TPUs lassen sich in einem Pod verbinden – was laut Google die Kosten pro Inferenz um 80 Prozent senken soll.

Die Infrastruktur-Offensive umfasst auch das Virgo Network, ein neuartiges Rechenzentrums-Netzwerk für das nächste Jahrzehnt des maschinellen Lernens. Die neue Agentic Data Cloud überbrückt die Lücke zwischen Datenspeicherung und autonomer Aktion. Ein "Knowledge Catalog" verankert Agenten im geschäftlichen Kontext, ein KI-natives "Lakehouse" ermöglicht nahtlosen Datenzugriff – unabhängig vom Speicherort.

Für Endanwender bringt Workspace Intelligence ein tiefes Verständnis semantischer Zusammenänge in Docs, Gmail und Slides. Im neuen Workspace Studio können Mitarbeiter Standard-Arbeitsanweisungen in "Skills" verwandeln – kleine Automatisierungs-Agenten, die sich so einfach teilen lassen wie ein Dokument.

750-Millionen-Euro-Fonds und Oracle-Partnerschaft

Um die Verbreitung der Tools zu beschleunigen, hat Google Cloud einen 750 Millionen Euro schweren Fonds aufgelegt. Er soll Beratungsfirmen und Systemintegratoren dabei unterstützen, eigene "Agentic"-Praxisbereiche für Kunden aufzubauen.

Ein erweitertes Partnerschaftsabkommen mit Oracle integriert Gemini Enterprise direkt in die Oracle AI Database. So können die 97 Prozent der Fortune-100-Unternehmen, die auf Oracle setzen, Gemini für Analysen ihrer geschäftskritischen Daten nutzen – ohne aufwändige Datenpipelines.

Im Google Marketplace eröffnet eine "Agent Gallery" mit rollenspezifischen Tools von Partnern wie Salesforce, ServiceNow, Workday und Adobe. Jeder Agent dort muss eine "Google Cloud Ready"-Zertifizierung durchlaufen, ein strenger Vier-Stufen-Test für Genauigkeit und Unternehmensstandards.

Marktanalyse: Der Wettlauf um die KI-Exzellenz

Der Fokus auf eine agentenzentrierte Plattform spiegelt einen breiteren Trend wider: In der Cloud-Branche geht es nicht mehr um die größten Modelle, sondern um operationalen Nutzen. Laut Google nutzen bereits fast 75 Prozent seiner Cloud-Kunden KI-Produkte. Die monatlichen aktiven Nutzer von Gemini Enterprise stiegen im ersten Quartal um 40 Prozent.

Dieser Schwung ist auch eine direkte Antwort auf schärferen Wettbewerb. OpenAIs "Operator"-Tool setzt hohe Maßstäbe für browserbasierte Automatisierung, und das Startup expandiert aggressiv im Enterprise-Bereich. Mit seiner konsolidierten Plattform bietet Google eine "Full-Stack"-Alternative – von der eigenen Hardware bis zur Produktivitäts-Suite.

Beobachter betonen, dass der Erfolg dieser Strategie davon abhängt, wie gut Google die Risiken autonomer Agenten managen kann. Technische Sicherheitslösungen wie Agent Identity sind ein Schritt. Die größere Hürde bleibt jedoch der kulturelle Wandel in Unternehmen: Wer vertraut schon einer KI mehrstufige Prozesse wie Beschaffung oder Kundensupport an?

Der Rollout der Gemini Enterprise Agent Platform zieht sich über das Frühjahr. Einige Features, wie die Möglichkeit, Meetings direkt aus der App zu planen, gehen in den kommenden Wochen in eine private Vorschau. Alle aktuellen Vertex-AI-Kunden sollen schrittweise auf die neue Plattform migriert werden.

Mit massiven Investitionen in eigene Chips und Sicherheitsinfrastruktur setzt Google auf eine Zukunft, in der KI nicht nur Inhalte generiert, sondern Geschäftslogik ausführt. Das für Partner zugängliche Auftragsvolumen von 240 Milliarden Euro zeigt: Der Konzern sieht in diesem Übergang seine größte Wachstumschance seit dem Wechsel in die Cloud selbst.

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