Einwanderungsbehörden im Kreuzverhör im US-Kongress
11.02.2026 - 06:09:46 | dpa.deIn einer Anhörung im ReprĂ€sentantenhaus lieferten sich Demokraten und Republikaner dabei einen teils hitzigen Schlagabtausch ĂŒber die umstrittenen EinsĂ€tze der Behörden gegen Migranten. Dabei waren zuletzt zwei US-BĂŒrger im Bundesstaat Minnesota von Bundesbeamten erschossen worden.
Im Mittelpunkt stand die Frage, ob es ohne strengere Regeln und unabhĂ€ngige Kontrolle der Behörden ĂŒberhaupt noch eine lĂ€ngerfristige Finanzierung geben kann. Eine Ăbergangsfinanzierung fĂŒr das Ministerium endet am kommenden Freitag.
Hintergrund sind die umstrittenen EinsĂ€tze von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE und GrenzschutzkrĂ€ften des Bundes. Besonders die tödlichen SchĂŒsse auf zwei US-BĂŒrger fĂŒhrten zu öffentlichen Protesten und Widerstand im Parlament gegen eine lĂ€ngere Finanzierung des Heimatschutzministeriums. Demokraten wollen diese nur unterstĂŒtzen, wenn die Republikaner Reformen mittragen, die den ICE-Beamten strikte Regeln bei ihren umstrittenen EinsĂ€tzen auferlegen.
DHS-Zeugen verteidigen Vorgehen
Der Direktor der US-Einwanderungsbehörde ICE, Todd Lyons, verteidigte die Linie der Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump. Er sprach von "gezielten EinsĂ€tzen" gegen Kriminelle. Wenn die lokalen Behörden aber nicht mit ICE zusammenarbeiteten, sei man gezwungen, statt in GefĂ€ngnissen oder Haftanstalten hĂ€ufiger direkt auf der StraĂe zuzugreifen und mehr Beamte einzusetzen, so Lyons. Durch eskalierende Rhetorik zu den EinsĂ€tzen steige zudem die Zahl der Todesdrohungen und Ăbergriffe gegen Beamte.
Ăhnlich Ă€uĂerten sich der Chef des US-Grenzschutzes CBP, Rodney Scott, sowie der Leiter der zivilen Einwanderungsbehörde USCIS, Joseph Edlow. Scott will dem Ausschuss nach Abschluss der Ermittlungen die Berichte zu den tödlichen VorfĂ€llen in Minnesota vorlegen.
Demokraten fordern Neuerungen
Demokraten warfen den Behörden wĂ€hrend der Anhörung mangelnde Rechenschaft und brutales, nicht regel-konformes Vorgehen gegen Migranten sowie US-BĂŒrger vor. Abgeordnete kritisierten maskierte EinsĂ€tze und forderten Identifizierbarkeit durch Uniformen und gut sichtbare Abzeichen. Einige Abgeordnete forderten ein Ende von ICE und den RĂŒcktritt von DHS-Chefin Kristi Noem. Lyons, Edlow und Scott wiesen den GroĂteil der Kritik zurĂŒck und verweigerten mehrmals Antworten mit dem Verweis auf laufende Untersuchungen.
Republikaner machen StÀdte und Proteste verantwortlich
Republikaner hingegen stellten sich geschlossen an die Seite der Grenzschutz- und Einwanderungsbehörden und sahen die Verantwortung fĂŒr Gewalt und Chaos vor allem bei demokratisch regierten, nicht vollumfĂ€nglich mit ICE kooperierenden StĂ€dten und "linker" Rhetorik. Mehrere Abgeordnete drĂ€ngten zudem darauf, die Behinderung der EinsĂ€tze durch Proteste hĂ€rter zu verfolgen und die entsprechenden Kommunen finanziell unter Druck zu setzen.
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