ROUNDUP, Falschgeld

Weniger Falschgeld - doch Verbraucher mĂŒssen wachsam bleiben

27.02.2026 - 10:36:37 | dpa.de

In Deutschland Falschgeld untergejubelt zu bekommen, ist unwahrscheinlicher geworden.

Erstmals seit drei Jahren mit teils sprunghaftem Anstieg sind die Falschgeldzahlen wieder gesunken. 67.963 gefÀlschte Euro-Banknoten stellten Polizei, Handel und Banken im vergangenen Jahr sicher und damit 6,1 Prozent weniger als 2024, wie die Bundesbank mitteilte. Rechnerisch entfielen acht falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner. Im europÀischen Zahlungsverkehr insgesamt tauchten im vergangenen Jahr 444.000 gefÀlschte Euro-Scheine auf und damit 110.000 weniger als 2024.

Bezogen auf Deutschland war es dennoch die zweitgrĂ¶ĂŸte Falschgeldmenge seit 2017, die hierzulande sichergestellt wurde. Verbraucher sollten also wachsam bleiben, vor allem weil sich FĂ€lscher auf besonders gĂ€ngige Scheine wie den 20- und den 50-Euro-Schein konzentrieren. Diese Scheine wechseln hĂ€ufig den Besitzer - und wer zum Beispiel einen 20-Euro-Schein als Wechselgeld bekommt, prĂŒft diesen oft nicht so genau auf Echtheit.

FĂŒhlen - Sehen - Kippen: Falsche Euro-Scheine leicht zu erkennen

Genau hingeschaut hat eine Frau, deren Freund ihr nach einer gemeinsamen Taxifahrt zwei 20-Euro-Banknoten zusteckte, um das Taxi zu bezahlen. Die Freundin erkannte die Scheine als Falschgeld und rief die Polizei, wĂ€hrend ihr Begleiter vor der WohnungstĂŒr wartete, um ihr einen Heiratsantrag zu machen.

Ein großer Teil der BlĂŒten seien "leicht erkennbare FĂ€lschungen", zum Teil mit Aufdrucken wie "MovieMoney" oder "Prop copy", sagt Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz. Diese im Internet als Spielgeld oder Filmrequisite angebotenen Scheine machen sich Kriminelle seit Jahren zunutze.

Doch auch professionelle GeldfĂ€lscher lockt die Gier nach dem schnellen Geld: Nach monatelanger Spurensuche konnten Fahnder im Oktober die FĂ€lscherwerkstatt eines 32-JĂ€hrigen aus Wuppertal ausheben, der sich selbst als "MarktfĂŒhrer" in der deutschsprachigen GeldfĂ€lscher-Szene bezeichnete.

Die Drucker in seiner Werkstatt spuckten zum Zeitpunkt des Zugriffs noch seitenweise Falschgeldbögen aus. Zusammen mit seiner LebensgefÀhrtin soll der Kfz-Lackierer nach ersten Erkenntnissen seit 2023 mehr als 300.000 Euro Falschgeld hergestellt und in Umlauf gebracht haben.

Weniger Schaden durch gefÀlschte Euro-Scheine

Insgesamt richteten GeldfĂ€lscher in Deutschland durch gefĂ€lschte Euro-Scheine im vergangenen Jahr rund 4 Millionen Euro Schaden an, 2024 waren es 4,5 Millionen Euro. "Die deutlich niedrigere Schadenssumme ist auf einen spĂŒrbaren RĂŒckgang der FĂ€lschungen von 100- und 200-Euro-Banknoten zurĂŒckzufĂŒhren", erlĂ€uterte Bundesbank-Vorstand Balz.

Manche GeschĂ€fte nehmen 100- oder 200-Euro-Scheine gar nicht an oder schauen bei diesen StĂŒckelungen besonders genau hin. Auch auf europĂ€ischer Ebene lag der Schaden 2025 mit 22,2 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert (26,2 Mio. Euro).

FĂ€lscher versuchen es vor allem mit falschen FĂŒnfzigern

"In Deutschland und Europa werden 20-Euro- und 50-Euro-Banknoten nach wie vor am hĂ€ufigsten gefĂ€lscht. Im vergangenen Jahr haben wir vor allem falsche 50-Euro-Geldscheine aus dem Verkehr gezogen", erlĂ€uterte Balz. 33.956 falsche FĂŒnfziger zĂ€hlte die Bundesbank in Deutschland im Jahr 2025, das war fast die HĂ€lfte aller Euro-BlĂŒten hierzulande. Vom 20-Euro-Schein wurden 16.198 FĂ€lschungen sichergestellt.

Gleich 9.588 BlĂŒten auf einen Schlag brachte ein Kioskbesitzer zur Polizei: Er hatte sich ĂŒber eine Tasche gewundert, die stundenlang an seinem Kiosk stand, ohne das sie abgeholt wurde. Als er einen Blick hineinwarf, entdeckte er das Falschgeld, das wohl zur Übergabe an einen Kurier deponiert worden war.

Noch gewaltiger ist die Summe, die internationale Fahnder bei einer Aktion in 18 LĂ€ndern im Jahr 2025 sicherstellten: 1,2 Milliarden Euro Falschgeld kam dabei zusammen, wie die europĂ€ische Polizeibehörde Europol vor gut zwei Wochen mitteilte. Die BlĂŒten kamen per Post: Euro, Dollar, britische Pfund, Schweizer Franken. Die Fahnder fingen binnen sechs Monaten 79 Falschgeld-Pakete ab, mehr als 90 Prozent der Lieferungen stammten laut Europol aus China.

Bei Verdacht: Falschgeld keinesfalls weitergeben

Wer trotz aller Vorsicht doch mal einen gefĂ€lschten Schein untergejubelt bekommt, hat Pech gehabt: Falschgeld wird nicht ersetzt, wer es annimmt, bleibt auf dem Schaden sitzen. Man sollte allerdings auch nicht versuchen, die BlĂŒten schnell noch jemand anderem anzudrehen. Denn dies ist eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu fĂŒnf Jahren oder Geldstrafe geahndet wird. GefĂ€lschte Banknoten sollten bei Polizei oder Banken abgegeben werden.

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