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Intel Arc: Vom Gaming-Flaggschiff zur KI-Workstation

27.01.2026 - 08:13:12

Intel verlagert den Fokus seiner Grafikkartenstrategie vom Gaming- auf den Profi-Markt. Die erwartete Arc B770 entfällt, während eine neue Workstation-Serie mit 32 GB Speicher für KI-Anwendungen startet.

Intel setzt bei seiner Grafikkarten-Strategie neu auf KI-Profis – und lässt Gamer warten. Der Grund: Die erhoffte Gaming-Flaggschiffkarte Arc B770 wurde offenbar gestrichen, während eine leistungsstarke Workstation-Version mit 32 GB Speicher in den Startlöchern steht.

Strategiewechsel: Profi-Markt statt High-End-Gaming

Intel vollzieht eine deutliche Kurskorrektur. Nachdem auf der CES 2026 keine neuen High-End-Gaming-GPUs der “Battlemage”-Generation vorgestellt wurden, verdichten sich die Hinweise auf einen strategischen Wechsel. Das erwartete Flaggschiff für Spieler, die Arc B770, soll aus finanziellen Gründen gestrichen worden sein. Stattdessen konzentriert sich der Chip-Riese nun auf den lukrativeren Markt für KI-Entwicklung und professionelle Kreativarbeiten.

An die Stelle der Gaming-Karte treten die Workstation-Modelle Arc Pro B70 und B65. Beide nutzen denselben leistungsfähigen “Big Battlemage”-Chip (BMG-G31), der eigentlich das Gaming-Flaggschiff antreiben sollte. Für PC-Spieler, die auf einen dritten starken Konkurrenten zu NVIDIA und AMD hofften, bedeutet dies eine herbe Enttäuschung – und wohl längere Wartezeiten.

Arc Pro B70: Eine Workstation mit KI-Fokus

Die Spezifikationen der neuen Pro-Karten, die im ersten Quartal 2026 erscheinen sollen, lesen sich eindrucksvoll. Das Top-Modell Arc Pro B70 soll über 32 Xe2-Cores verfügen – doppelt so viele wie die aktuelle Arc Pro B60. Das entscheidende Merkmal ist jedoch der massive 32 GB GDDR6-Speicher auf einem 256-Bit-Bus.

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Diese gewaltige VRAM-Kapazität ist ein klares Statement: Die Karte zielt auf Anwendungen, die große Datensätze verarbeiten müssen. Dazu zählen maschinelles Lernen, 3D-Rendering in Cinematic-Qualität und 8K-Videobearbeitung. Die kleinere Variante Arc Pro B65 wird wahrscheinlich einen leicht reduzierten Chip erhalten, könnte aber den großen Speicher beibehalten.

Warum die Gaming-Karte scheiterte

Der mutmaßliche Aus für die Arc B770 hat handfeste wirtschaftliche Gründe. Die bisherigen Consumer-Modelle der Arc-Serie konnten auf dem hart umkämpften Gaming-Markt nicht die erhoffte Marktanteile erobern. Die Margen sind hier gering, der Konkurrenzdruck durch NVIDIA und AMD enorm.

Intel hat die BMG-G31-Chips zwar produziert, liefert sie aber ausschließlich an Partner für die Pro-Varianten. Keine einzige Gaming-Karte wurde zur Integration verschickt – ein deutliches Signal für die neue Prioritätensetzung. Die Frage der finanziellen Tragfähigkeit eines High-End-Gaming-Angebots wurde damit praktisch beantwortet.

KI-Boom treibt Strategiewechsel

Intels Entscheidung spiegelt einen breiteren Branchentrend wider. Der KI-Boom hat einen riesigen Bedarf an leistungsstarken GPUs mit großem Speicher geschaffen. In diesem professionellen Umfeld sind die Gewinnmargen deutlich höher als im umkämpften Gaming-Segment.

Mit der Arc Pro B70 positioniert sich Intel als potenziell günstigere Alternative für KI-Forscher und Entwickler. Die aktuelle Speicherkrise bei Computer-Komponenten verstärkt diesen Trend noch: Hochkapazitive Speichermodule werden lieber in teure Profi-Produkte eingebaut als in preissensitive Gaming-Karten. Dieser Schachzug könnte Intels Grafiksparte die nötige finanzielle Stabilität verschaffen, bevor ein neuer Angriff auf den Gaming-Markt gewagt wird.

Ausblick: Warten auf den dritten Player

Intels Weg in den Markt für diskrete Grafikkarten bleibt holprig. Die erste “Alchemist”-Generation zeigte zwar durch Treiber-Updates Potenzial, konnte aber die Dominanz von NVIDIA und AMD nicht brechen. Die Fokussierung auf den Profi-Markt ist eine logische, wenn auch für Gamer enttäuschende Entscheidung.

Die unmittelbare Zukunft von Intels High-End-Grafik liegt im professionellen Bereich. Die Arc Pro B-Serie startet voraussichtlich parallel zu Intels “Arrow Lake Refresh”-CPUs. Für Spieler bleibt nur die Frage: Handelt es sich um ein temporales Manöver oder verlegt Intel seine leistungsfähigsten GPU-Designs dauerhaft in den Enterprise-Bereich? Die Hoffnung auf mehr Wettbewerb und sinkende Preise im Gaming-Sektor muss vorerst weiter warten.

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