boerse, Frankfurter Wertpapierbörse

Investoren verunsichert: Dax zum Mittag klar im Minus

07.05.2020 - 16:46:14

Die Frankfurter Börse musste am Montagmittag klare Kursverluste verzeichnen.

Frankfurt/Main - Gute Vorgaben der Börsen in den Vereinigten Staaten stĂŒtzen auch den deutschen Wertpapiermarkt. Nach deutlichen Kursrutschen an zwei Tagen in Folge stieg der Dax im frĂŒhen HandelsgeschĂ€ft um 1,93 Prozent auf 10.668,93 Punkte. Der MDax legte um 2,25 Prozent auf 22.935,18 Punkte zu. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, kletterte um 2,02 Prozent auf 2.873,49 ZĂ€hler.

Am Donnerstag hatte der Dax, hauptsĂ€chhlich aufgrund der eher finsteren Prognosen der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB), um mehr als zwei Prozent nachgegeben. Am Montag, dem ersten Handelstag nach dem arbeitsfreitn Tag am Freitag (Tag der Arbeit), kamen dann die sehr schwachen Konjukturdaten aus dem Euroraum aufgrund der Corona-Pandemie hinzu. Die Sorge um ein Wiederaufflammen des Handelskonflikts zwischen den USA und der Volksrepublik China tat ihr Übriges, und so ging um weitere 3,6 Prozent nach unten. Seit dem Covid-19-bedingten Crash-Tief um Mitte MĂ€rz betrĂ€gt der Erholungsgewinn im Dax nun 29 Prozent.

Andreas Lipkow, ein Marktexperte der Comdirect-Bank, erklĂ€te, der "zurĂŒckeroberte" Kurs des Dax von 10.600 Punkten sei nicht etwa ein Anzeichen seiner relativen StĂ€rke, sondern ausschließlich 'dem nachlassenden Verkaufsdruck geschuldet". Die Mehrzahl der Investoren befĂ€nde sich auch weiterhin eher auf dem RĂŒckzug aus dem GeschĂ€ft, weil die gegewĂ€rtige politische Situation kaum einzuschĂ€tzen sei. Die bundesdeutsche Wirtschaft kĂ€mpfe nach wie vor mit den Konsequenzen der Corona-Krise und sei in Gefahr, sich im sino-amerikanischen Handelsstreit erneut zwischen alle StĂŒhle zu setzen.

Aus den Unternehmen des Dax hatte der Chip-Hersteller Infineon bereits nach dem Börsenschluss am Montagabend seinen GeschĂ€ftsbericht prĂ€sentiert. Der JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande sagte dazu, das zweite GeschĂ€ftsquartal des Unternehmens sei ein wenig besser verlaufen als zuvor erwartet. Die Anzeichen fĂŒr das dritte Quartal seien aber deutlich weniger gut und das Zutrauen der Anleger in die angestrebten Jahresziele des Neubiberger Unternehmens recht gering. Die Aktie legte um 3,5 Prozent zu, allerdings hatte sie am Tag zuvor aber auch beinahe 7 Prozent verloren.

Die Aktien des Immobilienkonzerns Vonovia stiegen um 3,8 Prozent. Vor dem Hintergrund von ZukĂ€ufen im Ausland in Milliardenhöhe sowie gestiegener Mieteinnahmen aus ihren ĂŒer 400.000 Wohnungen verkĂŒndeten die BochumerfĂŒr das Auftaktquartal einen Gewinnanstieg. Die Prognose fĂŒr das laufende Jahr hat sich bestĂ€tigt. Beiersdorf-Papiere jedoch gaben nach exakten Quartalszahlen um 1,1 Prozent nach. und sind das Schlusslicht des Dax.

Der MDax-Favorit, die Firma Grenke aus Baden-Baden, legte um beachtliche 9,6 Prozent zu. Der Leasingspezialist und Finanzdienstleister glich nach vorgezeigten Quartalszahlen und einem nur unwesentlich verminderten Dividendenvorschlag seinen Verlust vom Vortag mehr als aus.

Einer der seltenen Profiteure in der Corona-Krise, der Berliner "Kochboxen"-Anbieter HelloFresh, verbesserte seine GeschĂ€ftsprognosen fĂŒr das laufende Jahr erheblich. Die Aktie stieg in der Folge um mehr als 9 Prozent auf 35,98 Euro. Eventuell könnte sie schon in KĂŒrze erneut ein Rekordhoch markieren. Ihr aktueller Höchstwert vom 28. April betrĂ€gt 36,16 Euro.

Im weiteren Verlauf des Handels wird vor allem die Lufthansa von Interesse sein, deren Aktien um 3,3 Prozent zulegten. Die von der Corona-Pandemie schwer getroffene Fluglinie hÀlt ihreHauptversammlung online im Internet ab. Im Zentrum geht es hier um die Frage, wie und zu welchen Bedingungen der Staat dem angeschlagenen Unternehmen finanziell unter die Arme greifen kann.

Hinsichtlich der Konjunktur ist am Frankfurter Vormittag wenig zu erwarten, die Anzeichen fĂŒr die wirtschafliche Stimmung in den USA am Nachmittag dĂŒrften dann allerdings wieder interessant werden.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, RSM

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