GrĂŒne: Kanzler gefĂ€hrdet Kohleausstieg in der Lausitz
29.03.2026 - 15:25:46 | dpa.deDie Partei befĂŒrchtet, dass der Kohleausstieg hinausgeschoben werden könnte.
"Friedrich Merz legt die Axt an den Kohlekompromiss, und damit an die VerlĂ€sslichkeit staatlichen Handelns insgesamt", kritisierte der Landesvorsitzende der GrĂŒnen, Clemens Rostock, einer Mitteilung zufolge. "Wer vereinbarte Ausstiegsdaten nach Belieben infrage stellt, zerstört bewusst die Grundlage fĂŒr Milliardenentscheidungen und langfristige Planung in der Energiepolitik." Merz spiele mit dem Feuer, hieĂ es. Das Ende der Kohleverstromung in der Lausitz ist gesetzlich bis spĂ€testens 2038 beschlossen.
Merz: Kern unserer Industrie nicht aufs Spiel setzen
Nach Ansicht von Merz könnten Kohlekraftwerke lĂ€nger laufen als geplant. "Wir mĂŒssen jetzt schnell in den Bau von Gaskraftwerken kommen", sagte er am Freitag beim "F.A.Z.-Kongress 2026" in Frankfurt. "Und wir werden möglicherweise, wenn die Energiekrise sich fortsetzen sollte und tatsĂ€chlich eine Mangellage eintritt, wir werden möglicherweise sogar laufende Kohlekraftwerke lĂ€nger am Netz lassen mĂŒssen."
Man mĂŒsse Deutschland mit Strom versorgen, sagte Merz. "Ich bin nicht bereit, den Kern unserer Industrie aufs Spiel zu setzen, nur weil wir da AusstiegsplĂ€ne beschlossen haben, die unrealistisch sind."
GrĂŒne appellieren an Regierungschef Woidke
Die GrĂŒnen forderten den brandenburgischen MinisterprĂ€sidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, einem solchen Kurs entgegenzutreten. "Brandenburg braucht einen MinisterprĂ€sidenten, der VerlĂ€sslichkeit verteidigt, fĂŒr die BeschĂ€ftigten in den Revieren genauso wie fĂŒr Investitionen in den Strukturwandel."
Milliarden-EntschĂ€digung soll flieĂen
Die Bergbauregion in der Lausitz steckt angesichts des vereinbarten Ausstiegs aus der Braunkohle im Wandel. Der Energiekonzern Leag setzt verstÀrkt auf die Produktion erneuerbarer Energie aus Wind und Sonne.
FĂŒr die Stilllegung aller Kohlekraftwerke bis 2038 erhĂ€lt das Bergbauunternehmen in Cottbus EntschĂ€digung. Mit dem Bund ist vereinbart, dass rund 1,75 Milliarden Euro flieĂen sollen. "Wird der vereinbarte Ausstieg politisch ausgehöhlt, sind milliardenschwere EntschĂ€digungen nicht mehr zu rechtfertigen", schrieben die Landes-GrĂŒnen in Potsdam.
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