KI-Chatb Experten warnen vor emotionaler Abhängigkeit
10.02.2026 - 22:09:12KI-Systeme werden für viele Jugendliche zu virtuellen Freunden – doch die vermeintlich harmlosen Beziehungen bergen erhebliche psychologische und sicherheitsrelevante Risiken. Das ist die zentrale Warnung von Experten zum heutigen Safer Internet Day. Unter dem Motto „KI and me. In künstlicher Beziehung“ rückt der Aktionstag die komplexe und oft problematische Bindung zwischen Menschen und künstlicher Intelligenz in den Fokus.
Die Illusion der digitalen Freundschaft
Für Kinder und Jugendliche sind KI-gestützte Chatbots längst zu ständigen Alltagsbegleitern geworden. Sie helfen bei Hausaufgaben, geben Ratschläge und sind als geduldige Gesprächspartner immer verfügbar. Diese simulierte Empathie und ständige Präsenz erzeugen schnell ein trügerisches Gefühl von Nähe und Vertrauen. „Studien zeigen bereits, dass ein erheblicher Teil der Jugendlichen KI als soziales Gegenüber wahrnimmt“, erklärt Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger vom Institut für Cyberkriminologie der Hochschule der Polizei Brandenburg. Die Gefahr: Echte soziale Fähigkeiten könnten verkümmern, weil die Interaktion mit der Maschine als weniger anstrengend empfunden wird.
Die EU‑KI‑Verordnung ist seit dem 1. August 2024 in Kraft – und viele Schulen, Eltern und Anbieter sind unsicher, welche Anforderungen jetzt gelten. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und die notwendigen Dokumentationsschritte und liefert praxisnahe Checklisten für den sicheren Einsatz von KI-Anwendungen im Jugendalltag. So reduzieren Sie Risiken wie Manipulation oder Datenschutzverstöße und handeln rechtssicher. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Parasoziale Beziehungen mit Folgen
Die einseitige emotionale Bindung an ein digitales System wird von Psychologen als „parasoziale Beziehung“ bezeichnet. Sie kann zu starker Abhängigkeit führen, besonders bei Minderjährigen, die die Grenze zwischen Programm und Persönlichkeit oft nicht klar erkennen. Eine aktuelle Studie der Universitäten Freiburg und Heidelberg belegt: Menschen können eine stärkere emotionale Nähe zu einer KI empfinden als zu einem Menschen – vor allem, wenn sie nicht wissen, dass sie mit einer Maschine chatten. Die ständige Bestätigung durch den Algorithmus verzerrt zudem die Erwartungen an reale zwischenmenschliche Beziehungen und macht den Umgang mit Konflikten schwerer.
Manipulation und Datenmissbrauch
Neben den psychologischen Risiken lauern handfeste Gefahren. Kriminelle könnten das geschaffene Vertrauen ausnutzen, um Straftaten zu begehen oder Desinformation zu streuen. Falsche Ratschläge der KI in sensiblen Bereichen wie Gesundheit oder Finanzen können schwerwiegende Konsequenzen haben. Ein weiterer kritischer Punkt ist der Datenschutz: Intime Informationen, die Nutzer im Vertrauen preisgeben, könnten von Unternehmen gespeichert oder weitergegeben werden. Verbraucherschützer warnen parallel vor einer Zunahme KI-gestützter Betrugsmaschen und Deepfakes.
Forderung: Digitale Bildung ab der ersten Klasse
Angesichts dieser multiplen Risiken fordern Experten wie Rüdiger eine grundlegende Wende. Digitale Bildung müsse verpflichtend ab der ersten Klasse eingeführt und massiv gestärkt werden. Es gehe nicht nur darum, die Funktionsweise von KI zu erklären, sondern Kindern die Kompetenz zu vermitteln, zwischen simulierter und echter menschlicher Beziehung zu unterscheiden. Initiativen wie klicksafe.de und die Deutsche Telekom unterstützen diesen Weg am Safer Internet Day mit Aufklärungsmaterial.
Der Tenor ist klar: KI sollte nicht verteufelt, aber kritisch und verantwortungsvoll genutzt werden. Entscheidend ist, den menschlichen Austausch als unersetzlichen Wert zu stärken – damit die künstliche Intelligenz ein Werkzeug bleibt und kein Ersatz für echte Nähe wird.
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