KI-Spalte im Management: Junge Chefs überholen erfahrene Kollegen
10.02.2026 - 22:42:12Junge Führungskräfte setzen Künstliche Intelligenz für Kerntätigkeiten wie Personalbeurteilungen und Konfliktlösung doppelt so häufig ein wie ältere Kollegen. Diese Kluft erzeugt zunehmend Spannungen in Teams.
Eine Studie der KEDGE Business School, die diese Woche veröffentlicht wurde, zeigt einen tiefen Graben zwischen den Generationen. Während sich Führungskräfte unter 40 KI für sensible Personalentscheidungen anvertrauen, nutzen Chefs über 50 die Technologie vor allem für ihre persönliche Produktivität. Diese unterschiedliche Herangehensweise verändert das Management grundlegend und birgt Konfliktpotenzial.
Die Zahlen belegen eine klare Kluft
Die Daten zeigen ein eindeutiges Bild. Laut der Umfrage aus dem Spätjahr 2025 haben 89 Prozent der Manager unter 40 ihre Führungsmethoden bereits an KI angepasst. Bei den über 50-Jährigen sind es nur 74 Prozent. Besonders eklatant ist der Unterschied in der Personalarbeit: 90 Prozent der jüngeren Chefs beziehen KI in Leistungsbeurteilungen ein, gegenüber lediglich 60 Prozent der älteren.
Dies geschieht vor dem Hintergrund eines generellen KI-Booms. Nutzten 2023 nur etwa 20 Prozent der Manager KI-Tools, so sind es 2025 bereits über 80 Prozent. Eine parallel veröffentlichte Studie von Zellis identifiziert Millennials (29-44 Jahre) als aktivste Nutzergruppe: 69 Prozent setzen KI im Job ein.
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Vom Werkzeug zum Entscheidungshelfer
Die meisten Manager nutzen KI als Produktivitäts-Booster – für Zusammenfassungen oder Entwürfe. Die jüngere Generation geht jedoch deutlich weiter. Sie setzt die Technologie im Kernbereich der Personalführung ein.
Laut der KEDGE-Studie vertrauen Unter-40-Jährige doppelt so häufig auf KI-Ratschläge bei Leistungsmanagement oder Konfliktlösung. Eine separate Untersuchung von Zellis zeigt zudem, dass jüngere Mitarbeiter KI-gestützter Führung grundsätzlich offener gegenüberstehen. 58 Prozent fühlen sich mit ihrem Feedback zur KI-Nutzung ernst genommen.
Ältere Führungskräfte bleiben hier skeptischer. Sie bevorzugen in sensiblen Personalfragen ihr eigenes Urteil und trennen menschliche Entscheidung oft strikt von technologischer Unterstützung.
Spannungen im Team und unterschiedliche Zukunftserwartungen
Diese Kluft hat konkrete Folgen für den Arbeitsalltag. 55 Prozent der jungen Manager berichten von generationenbedingten Spannungen im Team, die direkt auf den KI-Einsatz zurückgehen.
Die Konflikte entzünden sich oft an der Leistungsbewertung. Jüngere Chefs legen Wert auf KI-gestützte Metriken zu Kreativität und Initiative. Ihre erfahrenen Kollegen priorisieren dagegen klassische Werte wie Zuverlässigkeit und Kontrolle.
Auch die Erwartungen an die Zukunft klaffen auseinander. Fast die Hälfte der Unter-40-Jährigen rechnet damit, dass sich ihre Rolle in den nächsten fünf Jahren durch KI dramatisch verändern wird. Unter den über 50-Jährigen teilt nur gut ein Viertel (28 Prozent) diese Einschätzung. Diese unterschiedliche strategische Weitsicht könnte die Planung und den Zusammenhalt in Unternehmen gefährden.
Ein gesamtgesellschaftlicher Trend – und der Schlüssel zum Ausgleich
Das Management-Phänomen spiegelt einen breiteren Trend wider. Eine Studie der London School of Economics zeigte Ende 2025: Während 82 Prozent der Gen Z KI nutzen, sind es bei den Baby Boomern nur noch 52 Prozent. Die digitale Sozialisation und das Technologievertrauen sind grundverschieden.
Doch die LSE-Forschung bietet auch eine Lösung: gezielte Weiterbildung. Von den Mitarbeitern, die formales KI-Training erhielten, nutzen 93 Prozent die Technologie. Ohne Schulung sind es nur 57 Prozent. Die Kluft scheint also weniger eine Frage des Alters, sondern vielmehr des mangelnden Zugangs zu Qualifizierung für erfahrene Mitarbeiter zu sein.
Die strategische Herausforderung für Unternehmen
Für Unternehmen wird die Überbrückung dieser Kluft zur Überlebensfrage. Die aktuelle Entwicklung droht, Unternehmenskulturen zu spalten und Produktivitätspotenziale zu verschenken. Die Zellis-Studie beziffert das mögliche Produktivitätsplus allein für britische Unternehmen auf zig Milliarden, sollte die Lücke zwischen Führungskräften und Mitarbeitern geschlossen werden.
Um voranzukommen, braucht es klare Strategien: maßgeschneiderte KI-Trainings, Reverse-Mentoring-Programme, in denen junge Digital Natives erfahrene Kollegen coachen, und eindeutige ethische Leitlinien für den KI-Einsatz in der Führung. Diese Generationenkluft zu schließen, ist kein Nice-to-have mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit für jedes wettbewerbsfähige Unternehmen.
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