ROUNDUP, Russland

Russland greift Ukraine mit Rekordzahl an Drohnen an

07.09.2025 - 15:35:33

KIEW - Vier Tote, Dutzende Verletzte und zahlreiche SchÀden sind die Bilanz nach einem schweren russischen Angriff auf die Ukraine.

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KIEW (dpa-AFX) - Vier Tote, Dutzende Verletzte und zahlreiche SchÀden sind die Bilanz nach einem schweren russischen Angriff auf die Ukraine. Moskau setzte der Luftwaffe in Kiew zufolge mehr als 800 Kampfdrohnen, Marschflugkörper und Raketen ein - ein neuer Rekord.

"Zum ersten Mal wurde durch einen feindlichen Angriff das RegierungsgebĂ€ude, das Dach und die oberen Stockwerke beschĂ€digt", schrieb MinisterprĂ€sidentin Julia Swyrydenko bei Telegram und veröffentlichte Fotos dazu. Verletzt wurde dabei ihr zufolge niemand. Der russische Terror werde die Arbeit der Regierung nicht aufhalten, kĂŒndigte sie an.

GebĂ€ude wĂŒrden wieder aufgebaut, verlorene Leben könnten nicht zurĂŒckgeholt werden. Die Welt mĂŒsse auf die Zerstörungen reagieren, der Sanktionsdruck mĂŒsse erhöht werden, vor allem gegen russisches Öl und Gas, forderte sie.

EU-Spitzen reagieren

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj dankte in sozialen Medien zahlreichen Politikern, wie EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas und dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron. Sie hatten dem kriegsgeplagten Land ihr Beileid bekundet. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen schrieb in einer Stellungnahme: "Der Kreml verhöhnt erneut die Diplomatie, tritt das Völkerrecht mit FĂŒĂŸen und tötet wahllos." EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa kommentierte, Putins Version von Frieden sei es offensichtlich, von Frieden zu sprechen, aber gleichzeitig Bombardierungen zu intensivieren und RegierungsgebĂ€ude und WohnhĂ€user ins Visier zu nehmen.

Selenskyj selbst drĂ€ngte erneut auf Konsequenzen fĂŒr Russland: "Die Welt kann die Kreml-Verbrecher zwingen, das Töten zu beenden - es braucht nur den politischen Willen", schrieb er in sozialen Medien. Er forderte, dass alles umgesetzt werde, was in Paris vereinbart wurde. Dort hatten UnterstĂŒtzerstaaten der Ukraine der sogenannten Koalition der Willigen ĂŒber mögliche Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine beraten. Und Selenskyj richtete den Blick Richtung USA. In Washington sei mehr als einmal gesagt worden, dass auf die Weigerung zu verhandeln Sanktionen folgen wĂŒrden.

Drei Monate altes Kind in Kiew getötet

Getötet wurden ihm zufolge Menschen in Kiew, der Grenzregion Sumy und in Tschernihiw. Über 44 Personen wurden demnach verletzt. Mehr als 20 HĂ€user und ein Kindergarten seien bei russischen Angriffen auf Saporischschja beschĂ€digt worden. In seiner Geburtsstadt Krywyj Rih seien LagerhĂ€user zerstört und in Odessa ein Hochhaus getroffen worden.

Besonders trafen Moskaus Attacken die Hauptstadt Kiew. Bei einem Angriff auf ein Wohnhaus seien eine Mutter und ihr drei Monate alter Sohn getötet worden, schrieb der militĂ€rische Verwaltungschef der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, bei Telegram. Der Vater sei schwer verletzt worden. An mehr als zehn Orten in Kiew gebe es SchĂ€den. Allein im Stadtteil Swjatoschyn mĂŒssten 64 Wohnungen renoviert werden. EinsatzkrĂ€fte arbeiten weiterhin an der Beseitigung der Folgen der Angriffe.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren gegen eine russische Invasion.

@ dpa.de