Kommunen, Offensive

Kommunen starten Offensive für bezahlbaren Wohnraum

12.02.2026 - 17:42:12

Münster und Gauting nutzen neue Bundesregeln, um Bauverfahren zu beschleunigen und sozialen Wohnraum zu schaffen. Sie wollen so Bundesmilliarden in konkrete Wohnprojekte umwandeln.

Münster und Gauting setzen neue Bundesgesetze für schnelleres Bauen um. Die Städte nutzen den sogenannten „Bau-Turbo“, um Genehmigungsverfahren zu verkürzen und konkrete Projekte voranzutreiben. Damit wollen sie die milliardenschweren Bundesmittel endlich in neue Wohnungen ummünzen.

Münster schafft klare Regeln für den Bau-Turbo

Der Stadtrat von Münster hat am Mittwoch Leitlinien beschlossen, wie die neuen bundesweiten Beschleunigungsregeln angewendet werden sollen. Das im Herbst 2025 in Kraft getretene Gesetz erlaubt es Kommunen, in bestimmten Fällen von Bebauungsplänen abzuweichen.

Die Stadt will diese Möglichkeit gezielt für sozialen und ökologischen Wohnraum nutzen. Voraussetzung ist, dass Projekte schnell umsetzbar sind und zum städtischen Gesamtkonzept passen. Bei Vorhaben mit mehr als neun Wohneinheiten gelten zudem die Vorgaben für sozialgerechte Bodennutzung.

Gauting startet Pilotprojekt „MOORITZ“

Fast zeitgleich gab der Gemeinderat von Gauting bei München grünes Licht für ein Modellprojekt. Auf einem Grundstück am S-Bahnhof sollen 99 günstige Wohnungen in serieller Holzhybrid-Bauweise entstehen.

Das Projekt richtet sich speziell an:
* Auszubildende und Studierende
* Menschen in systemrelevanten Berufen wie Pflege oder Kinderbetreuung

„MOORITZ“ ist Teil des bayernweiten Programm s „Gebäudetyp-e“, das experimentelles Bauen mit weniger Vorschriften fördert. Es setzt auf zirkuläres Bauen und ökologische Dämmstoffe aus Moor-Renaturierung.

Milliarden vom Bund treffen auf harte Realität

Die lokalen Initiativen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Bundesregierung stellt für 2026 und 2027 insgesamt neun Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau bereit. Das Ziel: den drastisch geschrumpften Bestand an Sozialwohnungen wieder zu erhöhen.

Doch die Bauwirtschaft kämpft weiter mit hohen Kosten. Laut einem aktuellen Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) steckt der Wohnungsmarkt in einer zähen Anpassungsphase. Die Politik muss die Rahmenbedingungen weiter verbessern, um einen nachhaltigen Aufschwung zu erreichen.

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Vom Gesetzestext zur gebauten Wohnung

Die Beschlüsse zeigen, wie der Bundesturbo in der Praxis funktionieren kann. Während Berlin die Werkzeuge liefert, legen die Kommunen die konkreten Spielregeln fest. Dieser Schritt ist entscheidend.

Denn in der Vergangenheit reichten Fördermilliarden allein oft nicht aus, um genug neue Projekte anzustoßen. Die Verknüpfung von schneller en Verfahren mit sozialen Vorgaben – wie in Münster – könnte zum Vorbild für andere angespannte Wohnungsmärkte werden.

Können solche Pilotprojekte die lange Krise endlich drehen? Ökonomen sind vorsichtig optimistisch. Eine DIW-Studie prognostiziert für 2026 erstmals seit fünf Jahren wieder ein Wachstum des Bauvolumens. Der Erfolg hängt nun davon ab, ob die neuen, flexibleren Verfahren flächendeckend genutzt werden.

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