ROUNDUP, GesprÀche

Neue GesprÀche im Iran-Krieg unklar - Iran droht mit 'Hölle'

21.04.2026 - 15:08:38 | dpa.de

Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist eine Fortsetzung der Verhandlungen ungewiss.

Zwar soll sich US-VizeprĂ€sident JD Vance nach Medien-Angaben fĂŒr eine Reise in die pakistanische Hauptstadt Islamabad bereithalten. Aber eine offizielle BestĂ€tigung gab es zunĂ€chst nicht. Auch von iranischer Seite fehlten eindeutige offizielle Signale fĂŒr eine Dialogbereitschaft. Die 14-tĂ€gige Waffenruhe lĂ€uft in der Nacht zum Donnerstag mitteleuropĂ€ischer Zeit ab.

US-PrĂ€sident Donald Trump hat Teheran unterdessen vorgeworfen, die Feuerpause wiederholt missachtet zu haben. "Der Iran hat die Waffenruhe mehrfach verletzt!", schreibt Trump in einem neuen Post auf Truth Social. Details nannte der US-PrĂ€sident nicht; sein Post umfasste nur diesen einen Satz. Trump hatte zuvor gesagt, er halte eine VerlĂ€ngerung der Waffenruhe mit dem Iran fĂŒr "sehr unwahrscheinlich", sollte es vor deren Ablauf keine Vereinbarung mit Teheran geben.

Irans MilitĂ€r zeigte sich bereit fĂŒr eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen. Das MilitĂ€r sei einsatzbereit und werde sich nicht ĂŒberraschen lassen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, Sprachrohr der mĂ€chtigen Revolutionsgarden. Neue Ziele seien fĂŒr eine RĂŒckkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine "Hölle" fĂŒr die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es.

Bundesregierung fordert Iran zu Dialog auf

Im Tauziehen um ein neues Treffen fordert die Bundesregierung von Teheran ein Eingehen auf das GesprĂ€chsangebot der USA. "Wir rufen den Iran jetzt dringend dazu auf, nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhandeln", sagte Außenminister Johann Wadephul am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Luxemburg. Es gebe eine ausgestreckte Hand der Amerikaner, die der Iran im Interesse der eigenen Bevölkerung ergreifen sollte.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gab sich dem Sender Fox News gegenĂŒber zuversichtlich, dass die USA ein "wirklich gutes Abkommen" schließen wĂŒrden. Die USA stĂŒnden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter.

Trump: Stehe unter keinerlei Druck

Im Fall des Ablaufens der Waffenruhe hatte Trump erneut mit zerstörerischen Angriffen gedroht. Wegen der verfahrenen Lage insbesondere in der fĂŒr den Welthandel wichtigen Straße von Hormus waren die Ölpreise zuletzt wieder deutlich gestiegen. Auch in den USA ist Tanken so teuer wie seit Jahren nicht - im Wahljahr ein heikles Thema fĂŒr Trump. Der US-PrĂ€sident demonstrierte dennoch Gelassenheit: Er stehe unter keinerlei Druck, einen Deal zu erzielen, schrieb er auf Truth Social.

US-Seeblockade Hindernis fĂŒr Verhandlungen

Am Wochenende hatte der Konflikt um die Straße von Hormus die Spannungen verschĂ€rft. Der Iran verkĂŒndete am Freitag die Öffnung der Meerenge, nahm diese aber am Samstag wieder zurĂŒck. Nach Angaben des US-MilitĂ€rs haben die USA seit Beginn ihrer eigenen Blockade inzwischen 27 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in einen iranischen Hafen zurĂŒckzukehren.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete nun, eine Teilnahme an dem "von den USA inszenierten Schauspiel" sei unter anderem an die Aufhebung der Seeblockade in der Straße von Hormus gebunden. Auch aus pakistanischen Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass die US-Seeblockade zurzeit eine zentrale HĂŒrde ist.

Drohungen am Kriegsschauplatz Libanon

Vor neuen GesprÀchen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Kassim werde "mit seinem Kopf bezahlen", sagte Katz nach Medienberichten.

Auch wĂ€hrend einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das ĂŒbergreifende Ziel, sagte der Minister nach Angaben des Nachrichtenportals "ynet". Die Hisbollah habe Israel "im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen" und werde dafĂŒr den Preis zahlen.

Die GesprĂ€che auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon werden laut einem Sprecher des US-Außenministeriums am Donnerstag in Washington fortgesetzt.

Weitere Hinrichtung im Iran

Inmitten einer Welle von Hinrichtungen hat Irans Justiz ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar vollstreckt. Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde vorgeworfen, bei den AufstÀnden eine Moschee in Teheran in Brand gesetzt zu haben.

Deutscher Sicherheitsrat sieht keine Notlage bei Treibstoff

In Deutschland hat sich unterdessen der Nationale Sicherheitsrat mit der Energiekrise infolge des Iran-Kriegs befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass es derzeit keine Versorgungsnotlage fĂŒr Treibstoff gibt. Die VorrĂ€te gerade an Kerosin seien als "fĂŒr eine absehbare Zeit" ausreichend erachtet worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen. Es gebe außerdem "Raffinerieoptionen", die eine schnelle Reaktion auf mögliche LĂŒcken ermöglichten, hieß es nach der Sitzung, die bereits am Montagabend stattfand.

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