Levothyroxin, Studie

Levothyroxin: Studie stellt morgendliche Nüchtern-Einnahme infrage

27.01.2026 - 07:25:12

Eine klinische Untersuchung zeigt, dass die Schilddrüsen-Tablette bei angepasster Dosis mit der Mahlzeit eingenommen werden kann. Dies könnte die Therapietreue verbessern, erfordert aber ärztliche Begleitung.

Für Millionen Patienten könnte das lästige Warten nach der morgendlichen Schilddrüsen-Tablette bald entfallen. Eine aktuelle klinische Studie deutet darauf hin, dass die Einnahme von Levothyroxin direkt zum Frühstück möglich ist – ohne die Therapie zu gefährden. Voraussetzung ist eine leichte Dosisanpassung.

Die goldene Regel und ihre Tücken

Bisher lautet die unumstößliche Vorgabe: morgens, nüchtern, nur mit Wasser und mindestens 30 Minuten Abstand zur ersten Mahlzeit. Der Grund ist die empfindliche Aufnahme des Wirkstoffs. Bestimmte Lebensmittel können sie stark beeinträchtigen.
* Kaffee reduziert die Aufnahme um bis zu 32 % und verzögert sie deutlich.
* Milch, ballaststoffreiche Nahrung oder Soja können die Wirksamkeit ebenfalls mindern.

Diese strikte Regel ist für viele Patienten im Alltag jedoch kaum durchzuhalten.

Der tägliche Kampf um die Therapietreue

Die morgendliche Wartezeit erweist sich als häufige Fehlerquelle. Eine belgische Studie zeigt: Nur 39 Prozent der Patienten halten den 30-Minuten-Abstand konsequent ein. Die Folge sind schwankende Hormonspiegel, die zu Müdigkeit, Gewichtszunahme und der Notwendigkeit ständiger Dosisanpassungen führen. Könnte eine einfachere Routine diesen Teufelskreis durchbrechen?

INFINITY-Studie: Frühstück statt Warten

Genau dieser Frage ging der sogenannte „INFINITY-Trial“ nach. 88 stabil eingestellte Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe behielt die Nüchtern-Einnahme bei, die andere nahm die Tablette direkt zum Frühstück ein – bei einer um etwa 15 Prozent erhöhten Wochen-Dosis.

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  • Die Stabilität des zentralen TSH-Wertes war in beiden Gruppen nahezu identisch.
  • Deutlich höher war die Zufriedenheit in der Frühstücks-Gruppe: 89 Prozent wollten die neue Methode beibehalten.

Ein Paradigmenwechsel – aber noch nicht für zu Hause

Die Studie weckt Hoffnung auf einen fundamentalen Wandel. Eine alltagstauglichere Einnahme könnte die Therapietreue und damit die Lebensqualität von Millionen Menschen deutlich verbessern.

Doch Mediziner mahnen zur Vorsicht. Es handelt sich um eine erste, relativ kleine Studie. Bevor offizielle Leitlinien geändert werden, müssen größere Untersuchungen die Ergebnisse absichern.

Wichtig: Patienten sollten auf keinen Fall eigenmächtig ihre Einnahmegewohnheiten oder Dosis ändern. Wer mit der aktuellen Regel hadert, sollte dies mit seinem behandelnden Arzt besprechen. Eine Umstellung ist nur unter ärztlicher Kontrolle und mit regelmäßigen Blutuntersuchungen denkbar.

@ boerse-global.de