Auto, Elektroauto-Hersteller

Li Auto: Vom Elektroauto-Hersteller zur KI-Macht

10.02.2026 - 19:31:12

Der chinesische Autobauer Li Auto vollzieht einen radikalen Strategiewechsel und setzt künftig auf KI-Fahrmodelle und humanoide Roboter, um sich aus dem Preiskampf zu lösen.

Chinas Elektroauto-Pionier Li Auto vollzieht einen radikalen Strategiewechsel: Das Unternehmen rebrandet sich als Künstliche-Intelligenz-Konzern und setzt auf humanoide Roboter. Dieser Pivot ist eine direkte Antwort auf den erbitterten Preiskampf im Heimatmarkt und den Aufstieg technikgetriebenener Rivalen.

Vom Stahl zum Silicon: Die neue KI-Strategie

Im Zentrum der Neuausrichtung steht die vollständige Einführung eines eigenen End-to-End-Autonomiefahrmodells namens MindVLA. Dieses System nutzt eine Vision-Language-Action-Architektur (VLA), die Fahrzeugen ermöglichen soll, komplexe Szenarien wie die Handzeichen eines Verkehrspolizisten zu „verstehen“ und zu interpretieren. Die 2026er Modelle werden erstmals den hauseigenen M100-Chip enthalten, der die Rechenleistung für das komplexe VLA-Modell direkt im Fahrzeug bereitstellt. Li Auto setzt damit auf proprietäre Software und Hardware, um sich durch ein überlegenes, menschenähnliches Fahrerlebnis zu differenzieren.

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Tiefgreifende Umstrukturierung der F&E

Um diese ambitionierte Vision umzusetzen, hat Li Auto Anfang Februar 2026 eine umfassende Reorganisation seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung gestartet. Die technischen Teams wurden in drei Kerneinheiten gegliedert: ein Foundation-Model-Team, ein Software-Entity-Team und ein Hardware-Entity-Team.

Unter dieser neuen Struktur fallen sowohl das Automobilgeschäft als auch die geplante Robotik-Sparte unter das Hardware-Entity-Team. Das bisherige autonome Fahren-Team wurde größtenteils in die neuen Software- und Foundation-Model-Einheiten integriert. Ziel ist es, einen zentralen KI-Stack zu schaffen, der sowohl für intelligente Fahrzeuge als auch für humanoide Roboter genutzt werden kann. Das soll den Wissenstransfer zwischen den Domänen beschleunigen.

Der große Wurf: Ambitionen in „verkörperter Intelligenz“

Der Strategiewechsel geht weit über die Automobilbranche hinaus. Unternehmensgründer und CEO Li Xiang hat klargestellt, dass Li Auto humanoide Roboter entwickeln und so bald wie möglich vorstellen wird. Dieser Vorstoß in die „Embodied Intelligence“ ist Teil einer größeren Vision: Das Unternehmen will sich als einer der wenigen globalen KI-Führer etablieren. Das Management ist überzeugt, dass die Zukunft der KI von nicht mehr als drei Unternehmen dominiert wird, die Foundation-Modelle, Chips, Betriebssysteme und verkörperte Intelligenz erfolgreich integrieren. Li Auto positioniert sich als einer dieser Anwärter.

Beobachter sehen den Schwenk als notwendige Reaktion auf den enormen Druck im chinesischen E-Auto-Markt. Nach einer Phase rasanten Wachstums sah sich Li Auto 2025 erheblichen Gegenwind durch Konkurrenten ausgesetzt, insbesondere durch den „Huawei-Effekt“. Mit dem Fokus auf KI und Robotik versucht das Unternehmen, einen neuen, verteidigungsfähigen Wettbewerbsvorteil zu schaffen – eine Strategie, die auch von Rivalen wie Tesla und Xiaomi verfolgt wird.

Ambitionierte Ziele für 2026 und darüber hinaus

Der Weg nach vorn ist von ehrgeizigen Technologie- und Erholungszielen geprägt. Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, 2026 550.000 Fahrzeuge auszuliefern und plant seine erste größere Übersee-Expansion in den Nahen Osten und Zentralasien.

Der Erfolg dieses neuen Kapitels hängt entscheidend von der Leistungsfähigkeit seiner KI-Fahrmodelle und der Einhaltung aggressiver Zeitpläne ab. CEO Li Xiang betont, dass 2026 ein entscheidendes Zeitfenster für Unternehmen sei, sich als KI-Spitzenreiter zu etablieren. Li Auto strebt die Implementierung von Autonomiestufe 4 bis spätestens 2028 an. Der Erfolg wird künftig nicht mehr nur an Fahrzeugverkäufen, sondern am Fortschritt bei der Schaffung der nächsten Generation intelligenter Maschinen gemessen.

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