LibreOffice, ONLYOFFICE

LibreOffice und ONLYOFFICE treiben Open-Source-Wettbewerb an

27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.de

ONLYOFFICE und LibreOffice veröffentlichen zeitnah neue Versionen mit KI-Funktionen und StabilitÀtsverbesserungen, wÀhrend LibreOffice Online wiederbelebt wird. Die Updates treiben die digitale SouverÀnitÀt voran.

LibreOffice und ONLYOFFICE treiben Open-Source-Wettbewerb an - Foto: ĂŒber boerse-global.de
LibreOffice und ONLYOFFICE treiben Open-Source-Wettbewerb an - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die Open-Source-Office-Welt erlebt eine Woche der Dynamik: Gleich zwei große Projekte haben innerhalb von 72 Stunden wichtige Updates veröffentlicht. Diese Schritte unterstreichen den verschĂ€rften Wettlauf um leistungsfĂ€hige Alternativen zu Microsoft 365 und Google Workspace.

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ONLYOFFICE 9.3: KI-Hilfe und verbesserter PDF-Editor

Mit der Version Docs 9.3 hat ONLYOFFICE einen umfangreichen Funktionsschub geliefert. Das Update bringt ĂŒber 30 Neuerungen und mehr als 500 Fehlerbereinigungen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem erweiterten PDF-Editor, der nun flexiblere Signatur-Optionen bietet. Nutzer können Dokumente durch Tippen, Zeichnen oder das EinfĂŒgen eines Bildes unterschreiben.

Weitere Verbesserungen erhöhen den Komfort: Der Texteditor unterstĂŒtzt jetzt eine Mehrseitenansicht, die Tabellenkalkulation erhĂ€lt ein Solver-Tool fĂŒr Optimierungsaufgaben, und PrĂ€sentationen können GIF-Animationen in der Diashow abspielen. Zudem treibt ONLYOFFICE die Integration von kĂŒnstlicher Intelligenz voran, um ArbeitsablĂ€ufe zu beschleunigen und bei der Inhaltserstellung zu helfen. Die parallele Veröffentlichung von Desktop Editors 9.3 macht diese Funktionen auch fĂŒr Offline-Nutzer auf allen gĂ€ngigen Betriebssystemen verfĂŒgbar.

LibreOffice 26.2.1: Wichtiges StabilitÀts-Update veröffentlicht

Ebenfalls am Donnerstag hat The Document Foundation LibreOffice 26.2.1 freigegeben. Es handelt sich um das erste Wartungsupdate fĂŒr die große Version 26.2, die Anfang Februar 2026 erschien. Das Update konzentriert sich auf gezielte Fehlerbehebungen und eine verbesserte StabilitĂ€t der gesamten Suite.

Die Version 26.2 hatte bereits zahlreiche Verbesserungen gebracht, darunter einen besseren Markdown-Import und -Export, neue Verbinder-Formen in Calc und eine optimierte EPUB-Export-Performance. Die Foundation betont, dass ein Großteil der Korrekturen von Unternehmen innerhalb des LibreOffice-Ökosystems stammt – ein Beleg fĂŒr die kollaborative QualitĂ€tssicherung des Open-Source-Projekts.

Strategische Wende: LibreOffice Online wird wiederbelebt

Hinter den Kulissen hat der Vorstand von The Document Foundation eine strategische Entscheidung getroffen: Das lange ruhende Projekt LibreOffice Online soll wiederbelebt werden. Ziel ist eine community-getriebene, selbst hostbare Online-Office-Suite. Diese AnkĂŒndigung löst Diskussionen aus, insbesondere im VerhĂ€ltnis zu Collabora Online.

Collabora hat aus dem ursprĂŒnglichen LibreOffice-Online-Code eine ausgereifte Enterprise-Lösung entwickelt, die sich nahtlos in Plattformen wie Nextcloud integrieren lĂ€sst. Die Wiederbelebung des Community-Projekts signalisiert ein neues Interesse an einer rein gemeinschaftlich entwickelten Alternative fĂŒr die Online-Zusammenarbeit – unabhĂ€ngig von kommerziellen Angeboten.

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Treiber Digitaler SouverÀnitÀt: Europa setzt auf Open Source

Diese schnellen Veröffentlichungen sind kein Zufall. Sie spiegeln eine wachsende globale Nachfrage nach digitaler SouverĂ€nitĂ€t wider – besonders in Europa. Open-Source-Plattformen, die sich selbst hosten lassen, sind zentral fĂŒr diese Bewegung.

Regierungen handeln bereits: Frankreich rollt mit „LaSuite“ eine eigene Open-Source-Lösung aus und will bis 2027 rund 200.000 Verwaltungsmitarbeiter von proprietĂ€rer US-Software migrieren. In Deutschland verfolgt das „openDesk“-Projekt mit Nextcloud und Collabora Online Ă€hnliche Ziele fĂŒr den öffentlichen Sektor. Die stetig wachsende FunktionsparitĂ€t zu kommerziellen Suiten, wie sie die aktuellen Updates zeigen, macht solche Großmigrationen immer realistischer.

Ausblick: InteroperabilitÀt, KI und mehr Wahlfreiheit

Die AktivitĂ€ten dieser Woche deuten auf eine beschleunigte und wettbewerbsintensive Zukunft fĂŒr Open-Source-ProduktivitĂ€tstools hin. Nutzer können sich auf drei Schwerpunkte einstellen: Erstens bleibt die InteroperabilitĂ€t mit Microsoft-Office-Formaten oberste PrioritĂ€t. Zweitens wird KI-UnterstĂŒtzung, wie bei ONLYOFFICE eingefĂŒhrt, zum Standard in allen großen Suiten werden.

Drittens bietet die Wiederbelebung von LibreOffice Online zusammen mit Collabora Online und ONLYOFFICE Docs mehr Wahlfreiheit denn je fĂŒr webbasierte Zusammenarbeit abseits der Tech-Giganten. Je ausgereifter und einfacher zu deployen diese Tools werden, desto stĂ€rker werden sie von datenbewussten Privatnutzern und souverĂ€nitĂ€tsorientierten Organisationen angenommen.

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