Ergebnisse, Produktion/Absatz

Norma will Sparte mit Wassermanagement verkaufen - Kurssprung

29.11.2024 - 13:19:32 | dpa.de

MAINTAL - Der Verbindungstechnikhersteller und Autozulieferer Norma Group DE000A1H8BV3 will sich durch den Verkauf seiner Sparte fĂŒr das Wassermanagement kĂŒnftig vor allem stĂ€rker auf die allgemeine Industrie konzentrieren.

(neu: Aussagen Vorstandschef, Kurs aktualisiert.)

MAINTAL (dpa-AFX) - Der Verbindungstechnikhersteller und Autozulieferer Norma Group DE000A1H8BV3 will sich durch den Verkauf seiner Sparte fĂŒr das Wassermanagement kĂŒnftig vor allem stĂ€rker auf die allgemeine Industrie konzentrieren. Das Unternehmen hat einen Verkaufsprozess auf den Weg gebracht, wie es im hessischen Maintal mitteilte. An der Börse sorgte die Entscheidung am Freitag fĂŒr Begeisterung: Die zuletzt schwach gelaufene Norma-Aktie sprang in der Spitze um fast 23 Prozent nach oben.

Zuletzt lag sie noch mit knapp 18 Prozent im Plus. Damit kletterte das Papier ĂŒber die 100-Tage-Durchschnitts-Linie. Seit dem Jahresbeginn hat die Aktie allerdings immer noch einen KursrĂŒckgang von rund 13 Prozent zu verkraften. AktionĂ€re mit einem mittelfristigen Anlagehorizont haben ebenfalls das Nachsehen: Innerhalb der letzten drei Jahre hat sich das Norma-Papier um rund 57 Prozent verbilligt.

"Wir wollen das IndustriegeschÀft zu einem signifikanten Umsatzanteil ausbauen", sagte Konzernchef Guido Grandi im GesprÀch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Manager sieht in dem Bereich ein Margenpotenzial von 15 Prozent. Das GeschÀft mit Be- und EntwÀsserungssystemen hatte bei der ProfitabilitÀt zuletzt bereits auf diesem Niveau gelegen und sich damit von der Situation bei den Kunden aus der allgemeinen Industrie und in der Autobranche abgekoppelt.

An der Börse seien die Perspektiven in der Industriesparte noch nicht auf diese Weise wahrgenommen worden, sagte Grandi - zudem wolle das Unternehmen nicht mehr als Konglomerat gesehen werden. Finanzexperten an der Börse versehen Unternehmen mit unterschiedlichen GeschÀftsteilen vielfach mit BewertungsabschlÀgen, weil deren gemeinsame Kostenvorteile oft gering sind.

Experten lobten die PlĂ€ne des Managements weitgehend. In einem Kommentar der Investmentbank Oddo BHF hieß es, mit dem Schritt werde enorm Wert geschaffen. Analyst Felix Kruse von Hauck AufhĂ€user Investment Banking schrieb, dies könnte Norma helfen, die Kundenbeziehungen auszubauen, die AbhĂ€ngigkeit von GroßhĂ€ndlern zu verringern und den Industriebereich nĂ€her an die angestrebte Marge heranzufĂŒhren. Zudem könnten die Verkaufserlöse den Gesamtwert des Unternehmens auf Basis des gestrigen Schlusskurses von 11,82 Euro ĂŒbersteigen, ergĂ€nzte der Experte mit Blick auf die durchschnittliche Branchenbewertung.

Etwas vorsichtiger klang Analystin Yasmin Steilen von der Privatbank Berenberg. Die Expertin bemerkte, dass Norma dabei sei, seine "Kronjuwelen" zu verkaufen. Das Management mĂŒsse nun eine vernĂŒnftige Strategie fĂŒr die Reinvestition des Geldes aus dem Verkauf des WassergeschĂ€fts vorlegen. Ihrer Ansicht nach war dessen Wachstum bislang ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie gewesen.

"Als Unternehmen ist es unser höchstes Interesse, den grĂ¶ĂŸten Teil der Verkaufserlöse wieder in das IndustriegeschĂ€ft zu investieren", sagte Grandi im GesprĂ€ch mit dpa-AFX. "Dort wollen wir stĂ€rker wachsen und Synergien herausarbeiten."

Wie viel Norma dann in ZukĂ€ufe und Investitionen stecken wird, steht noch nicht fest. "Wenn es dann soweit ist, werden wir alle Stakeholder berĂŒcksichtigen, neben den Investoren gehören natĂŒrlich auch die Banken dazu - ganz schuldenfrei sind wir ja auch nicht", sagte Grandi.

Die Bereiche, die im Unternehmen verbleiben sollen, verfĂŒgen Norma zufolge ĂŒber viele Synergien. Es handle sich vielfach um Ă€hnliche oder identische Produktgruppen, die in denselben Werken produziert werden könnten. Zu den Produkten zĂ€hlen demnach Metallschellen, Rohrkupplungen, Kunststoffsteckverbinder, Leitungssysteme und weitere Verbindungselemente. Sie werden unter anderem in der allgemeinen Industrie und im Autobau verwendet.

"Im AutomobilgeschĂ€ft konzentrieren wir uns auf Bereiche, wo wir uns deutlich von Wettbewerbern unterscheiden, etwa unsere Verbindungstechnik fĂŒr alle Antriebsarten", sagte Grandi. Derzeit Ă€chzen die Zulieferer unter schwierigen Bedingungen in der Branche.

Unter anderem lastet der schwache Verkauf von Elektroautos auf den Autobauern und Zulieferern. "In Europa und Deutschland dĂŒrfte sich der Knoten im kommenden Jahr wieder etwas lösen, weil die Autobauer unter starkem Druck stehen, ihre CO2-Ziele einzuhalten", machte Grandi etwas Hoffnung. "Gift ist natĂŒrlich die schlechte Planbarkeit, da wĂ€re eine verlĂ€ssliche Richtung der Politik schon hilfreich."

Ausgang und Ergebnis des Verkaufsprozesses fĂŒr die Wassersparte seien offen, hieß es von Norma am Vorabend. Norma hatte sich ab 2012 durch ZukĂ€ufe ein Standbein in der Be- und EntwĂ€sserungstechnik aufgebaut. Kunden kommen hier etwa aus der Landwirtschaft, aber auch aus anderen Bereichen wie dem Hochwasserschutz. Mit dem Wassermanagement machte Norma 2023 rund ein Viertel des Umsatzes von 1,2 Milliarden Euro.

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