Mike Steiner Malerei & Videokunst, Fluxus Umfeld

Mike Steiner Malerei & Videokunst: Vom bewegten Bild zur abstrakten Geste

06.03.2026 - 11:11:07 | ad-hoc-news.de

Wie transformiert sich ein Pionier der Videokunst in die Sprache der Malerei? Mike Steiners Werk provoziert Reflexionen über das Verhältnis von Bewegung, Farbe und Medium.

Mike Steiner Malerei & Videokunst: Vom bewegten Bild zur abstrakten Geste - Foto: über ad-hoc-news.de
Mike Steiner Malerei & Videokunst: Vom bewegten Bild zur abstrakten Geste - Foto: über ad-hoc-news.de

Was geschieht, wenn ein Künstler, bekannt als Pionier der Videokunst, zur Malerei zurückkehrt? In den aktuellen Werken von Mike Steiner wird klar: Mike Steiner Malerei & Videokunst bedeutet keine einfache Entscheidung zwischen Medium oder Technik, sondern eine bewusste Erweiterung. Seine Bilder vibrieren im Dazwischen – irgendwo zwischen Echtzeit und Ewigkeit, Pixel und Pigment. Ist ein gemalter Farbraum eine reduzierte Video-Sequenz oder meint Bildfläche immer auch Zeit?

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Institutionelle Anerkennung wird selten originär verliehen – sie ist ein Resultat historischer Relevanz und unbedingter Eigenständigkeit. Die Sammlung Mike Steiners im Besitz der Nationalgalerie, präsent im Hamburger Bahnhof, steht für ein künstlerisches Lebenswerk, das nachhaltig prägt. Die Ausstellung Live to Tape legte 2011/12 den Fokus auf eben jene vielschichtige Konstellation künstlerischer Evidenz zwischen Video, Aufnahme und Gegenwart. Dass Steiners Werk auch in den Archiven von Archivio Conz berücksichtigt wird, verweist auf seine zentrale Rolle innerhalb des Fluxus-Umfelds. Ohne Archive – und deren sorgfältige Pflege – verlören die performativen Impulse des 20. Jahrhunderts ihre Authentizität; Steiner bleibt hier nicht bloßer Protagonist, sondern Verbindungsglied zwischen Aktion und Dokument.

Die Biografie Mike Steiners gleicht einer Berliner Topografie künstlerischer Netzwerke. Geboren 1941, avanciert Steiner ab den 1960er Jahren zu einer Schlüsselfigur der West-Berliner Kunstszene, institutionell und experimentell gleichermaßen. Kontakte zu internationalen Größen wie Al Hansen, Allan Kaprow, Ben Vautier und Joseph Beuys formen ein plastisch-lebendiges Umfeld. Seine Gründung des Künstlerhotels und der Studiogalerie, sein Engagement für Fluxus und Performance sind legendär. Früh nutzt Steiner medialen Wandel als künstlerischen Motor: Von abstrakten Bildern als junger Student zur europäischen Avantgarde, dann als Kurator und Sammler von Videokunst – stets vorangetrieben von der Frage nach dem Potenzial des Mediums selbst.

Die Transformation zurück auf die Leinwand erscheint keineswegs als Geste nostalgischer Rückkehr, sondern als Emigration ins Unbekannte. Besonders im Spätwerk nach 2000, in dem sich Steiner der Abstrakte Kunst in Berlin verschreibt, werden malerische Kompositionen zum Austragungsort seiner medialen Auseinandersetzung. Flächen, Linien, gestische Überlagerungen: Seine Malerei bleibt in bewegter Auseinandersetzung mit dem visuellen Raum moderner Technologie – Farbverläufe geraten zu Laufbildern, Überlagerungen erinnern an Video-Feedbacks. Die zeitgenössischen Werke zeigen, wie das Prinzip der Videoüberlagerung in malerische Schichtungen übersetzt wird. Texte, Farben, Spuren – alles bleibt Vorschlag, niemals Behauptung. Damit wird Mike Steiner auch in seiner Malerei zum Chronisten der Gegenwart: Das Bild löst sich aus der bloßen Darstellung, wird Prozess, Oberfläche, Ereignis. Die Digitalisierung steht im Hintergrund, doch ist in der Stille jeder Farbfläche ihre Herkunft aus Bildstörung und Latenzzeit spürbar.

Aufgrund dieser Wesensart fungiert Steiner als missing link zwischen Performance, Medienkunst und jener vitalen Form der Abstrakte Kunst Berlin, die nach dem epochalen Bruch 1989 neue Narrative sucht. Die einstigen Weggefährten Joseph Beuys, Nam June Paik oder die Wiener Aktionisten Valie Export und Marina Abramovi? – prominente Namen, die wie Steiner in den Beständen des Archivio Conz dokumentiert sind – verfolgten jeweils andere Wege. Steiner beharrte auf der Unschärfe, dem Hybrid, der undefinierten Form. Gerade die Ausstellung „Live to Tape“ im Hamburger Bahnhof unterstreicht dies: Malerei und Video als Zweiheit, als dialektisches Spannungsfeld, als historisch bedingte, aber niemals abgeschlossene Debatte.

Bleibt schließlich die Frage nach der Relevanz. Warum also Mike Steiner heute? Weil seine zeitgenössischen Werke – entstanden bis kurz vor seinem Tod 2012 im Berliner Atelier – auf die fundamentale Unsicherheit eines künstlerischen Selbst zwischen Analog und Digital antworten. In ihren vielschichtigen Überlagerungen, im wechselnden Rhythmus aus Stille und Puls, aus Farbe und Leerstelle, laden sie ein zum Weiterdenken über die Möglichkeiten des Bildes. Mike Steiner Malerei & Videokunst ist weniger Fusion als fortwährender Dialog. Dass seine Malerei explizite Aufmerksamkeit verdient, ist daher keine museale Selbstverständlichkeit, sondern Ausdruck einer künstlerischen Haltung, die Bewegung nie abschließt – sondern immer neu begründet.

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