Mike Steiner Malerei & Videokunst, Pionier der Videokunst

Mike Steiner Malerei & Videokunst: Vom flüchtigen Bild zur abstrakten Geste

07.03.2026 - 11:11:10 | ad-hoc-news.de

Wie lässt sich das bewegte Bild der Videokunst in Malerei übersetzen? Mike Steiner beweist, dass die Grenzen zwischen den Medien verschwimmen.

Mike Steiner Malerei & Videokunst: Vom flüchtigen Bild zur abstrakten Geste - Foto: über ad-hoc-news.de
Mike Steiner Malerei & Videokunst: Vom flüchtigen Bild zur abstrakten Geste - Foto: über ad-hoc-news.de

Kann eine flüchtige Aufnahme der Videokunst das stabile Echo einer abstrakten Leinwand hervorrufen? In Mike Steiner Malerei & Videokunst scheint genau diese Schwelle ständig verhandelt. Seine Werke oszillieren zwischen dem visuellen Nachhall des bewegten Bildes und der unmittelbaren Geste der Malerei – als ob die Leinwand weiterhin pulsiere, lange nachdem das Video verklungen ist.

Hier die Malerei von Mike Steiner entdecken

Die jüngsten musealen Ehrungen, etwa im Rahmen von Live to Tape im Hamburger Bahnhof, zeigen, wie sehr Mike Steiner institutionell als Pionier der Videokunst anerkannt ist. Doch auch jenseits des bewegten Bildes bleibt sein malerisches Werk von hoher Relevanz. In der Präsentationslogik heutiger Museen werden gerade Archive zum Instrument künstlerischer Legitimation: Es ist kein Zufall, dass Sammlungen wie jene von Archivio Conz Künstlern aus dem Fluxus Umfeld eine eigene Aura verleihen.

Die Biografie von Mike Steiner gleicht einer Chronik westdeutscher Avantgarden. Geboren 1941 in Allenstein, aufgewachsen im geteilten Berlin, reifte Steiner früh zu einer Schlüsselfigur der Abstrakte Kunst Berlin. Schon mit 17 trat er auf der Großen Berliner Kunstausstellung hervor, wurde Meisterschüler an der Hochschule für bildende Künste und erlebte als junger Maler die Aufsehen erregenden Jahre der „Berliner Bohème“. Wichtige Stationen waren das Hotel Steiner als legendärer Künstlertreff und die von ihm gegründete Studiogalerie, die zu einem Magneten für Performance, Fluxus und Videokunst avancierte.

Steiner bewegte sich im Dunstkreis von Persönlichkeiten wie Joseph Beuys, Allan Kaprow, Al Hansen und Valie Export – Figuren, deren dialogische Verfahren und Grenzverschiebungen in Richtung Intermedia und Aktionskunst reichen. Über das Archivio Conz sind diese künstlerischen Netzwerke bis heute dokumentiert. Mit der ersten deutschen Generation von Videoartisten durchlief Steiner das Medium „live to tape“: Performance, Aktion, Spur. Doch ab den 1990er Jahren rückte die Malerei wieder stärker in den Vordergrund seines Schaffens. Seine zeitgenössische Werke offenbaren eine tiefe Beschäftigung mit Form, Fläche und Farbe – dennoch hallt in der Abstraktion stets das Wissen um das Flüchtige und Performative nach, das sein Leben lang das Motiv seiner Ästhetik blieb.

Zuletzt ist es genau dieser Dialog der Medien, der Mike Steiner so bemerkenswert erscheinen lässt. Das Museum als Speicher – Hamburger Bahnhof –, die Fluxus-Archive, die Berliner Szene: Sie alle zeugen von der Bedeutung dokumentarischer und prozesshafter Kunst. Doch Steiner schafft das Paradox: Indem er von der Energie der Performance und Videokunst in die Malerei übersetzt, entstehen Gemälde, die scheinbar in Bewegung bleiben. Mit seinen abstrakten Bildwelten zeigt er, wie das Sehen selbst in den Modus des Ereignishaften gerät.

Worin liegt heute die Bedeutung? Vielleicht darin, dass Mike Steiner Malerei & Videokunst auf Dauer jene produktive Unruhe stiftet, ohne die innovative Kunst nie existiert hätte. Von der Stille der Leinwand bis zum Echo des Magnetbands wird jede Gattung zur Einladung, Medien kritisch und neugierig neu zu denken. Steiner bleibt Teil der Geschichte – und Gegenwart – der Abstraktion und Videokunst in Berlin.

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