Aktien, Europa

Aktien Europa: Gewinne vor wichtigen US-Konjunkturdaten

15.12.2025 - 11:48:54

Nach dem RĂŒcksetzer vom vergangenen Freitag wegen neuerlicher Sorgen um den KI-Megatrend ist es am Montag am europĂ€ischen Aktienmarkt wieder bergauf gegangen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 legte gegen Mittag um 0,6 Prozent auf 5.757 Punkte zu. Er bleibt damit in Sichtweite seines Rekordhochs, das Mitte November bei 5.818 Punkten markiert wurde.

Außerhalb des Euroraums fiel der Wochenauftakt sogar noch freundlicher aus. Die Leitindizes in Großbritannien und der Schweiz bewegten sich zuletzt jeweils mit 0,9 Prozent im Plus. Der britische FTSE 100 GB0001383545 stand bei 9.730 Punkten und der Schweizer SMI CH0009980894 bei 13.006 ZĂ€hlern. Letzterer wurde damit erstmals seit MĂ€rz wieder etwas deutlicher ĂŒber der 13.000er-Marke gehandelt - diesen Widerstand hatte er zuletzt bereits getestet.

Anleger zeigen sich am Montag optimistisch vor wichtigen Ereignissen im Wochenverlauf, darunter der EZB-Zinsentscheid und Konjunkturdaten, die in den USA zur Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Inflation anstehen. Marktanalyst Maximilian Wienke vom Broker eToro sieht in diesen die "entscheidenden Daten fĂŒr die Jahresendrally", die im Dezember bislang nur schwer in die GĂ€nge kommt. Bislang hat der EuroStoxx in diesem Monat um eineinhalb Prozent zugelegt.

"Solange die Inflation weiter fĂ€llt und der Arbeitsmarkt stabil bleibt, zeigt sich das Marktumfeld freundlich", fuhr Wienke in seinem Kommentar fort. "Eine hartnĂ€ckige Inflation wĂŒrde die Fed hingegen zu einer vorsichtigeren und abwartenderen Haltung zwingen", glaubt der Experte. Die Daten zur Entwicklung des US-Jobmarktes wird es am Dienstag geben, jene zur Inflation am Donnerstag.

Gefragt waren am Montag die europĂ€ischen Aktien aus dem LuxusgĂŒtersektor, wie Anstiege um bis zu 3,7 Prozent bei Aktien wie Kering FR0000121485, Hermes oder LVMH FR0000121014 zeigen. Nach einem bislang dĂŒrftigen Jahresverlauf trotzten sie nun enttĂ€uschenden Konjunkturdaten vom wichtigen Markt in China.

SchwĂ€che zeigten dagegen RĂŒstungswerte wie Rheinmetall DE0007030009, wobei wieder einmal die andauernden Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg fĂŒr Unsicherheit sorgten. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj und die vom Sondergesandten Steve Witkoff angefĂŒhrte US-Delegation wollen ihre intensiven GesprĂ€che am Montag in Berlin mit den EuropĂ€ern fortsetzen. Selenskyj soll seine Bereitschaft signalisiert haben, auf einen Nato-Beitritt zu verzichten.

Individuell schlechte Unternehmensnachrichten kamen aus dem Pharmabereich. Bei Sanofi FR0000120578 zogen Sorgen um das MS-Mittel Tolebrutinib ein Minus von 2,9 Prozent nach sich. Die PrĂŒfung der US-Zulassung fĂŒr das Medikament gegen nicht-schubförmige sekundĂ€r progrediente Multiple Sklerose verzögert sich. Die zustĂ€ndige US-Behörde FDA wird erst bis Ende des ersten Quartals 2026 dazu Stellung beziehen.

Zum Schlusslicht im EuroStoxx wurde aber Argenx NL0010832176 mit einem Kursrutsch um fast sieben Prozent. Den Anlass dazu gab eine Mitteilung, wonach eine Phase-III-Studie mit dem Medikament Efgartigimod zur Behandlung der endokrinen Orbitopathie eingestellt wurde.

@ dpa.de