Handynetz-Betreiber 1&1 kommt auf 1.000 aktive Funkstandorte
03.03.2025 - 06:21:57Bis Ende MĂ€rz werde man 1.000 Funkstandorte aktiviert haben, sagte das zustĂ€ndige Vorstandsmitglied des Telekommunikationskonzerns, Michael Martin, am Rande der Internetmesse Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. Mitte vergangenen Jahres waren es 400 gewesen. Laut einer staatlichen Ausbauvorschrift hĂ€tte 1&1 schon Anfang 2023 1.000 Standorte in Betrieb genommen haben mĂŒssen.
Inzwischen gibt es zwar Fortschritte, im Vergleich zur Konkurrenz bleibt das Handynetz von 1&1 aber sehr klein. Zum Vergleich: O2 TelefĂłnica hat rund 28.000 Mobilfunk-Standorte. Dort, wo 1&1 keine eigenen Funksignale sendet, werden seine Kunden mit dem Netz eines Konkurrenten verbunden - je nach Kunde entweder von O2 oder von Vodafone GB00BH4HKS39.
Der zum United-Internet-Konzern DE0005089031 gehörende Anbieter 1&1 hatte 2019 erstmals Frequenzen ersteigert, um sein eigenes Netz aufzubauen und den Platzhirschen Deutsche Telekom DE0005557508, Vodafone und O2 TelefĂłnica Paroli bieten zu können. Vorher hatte sich die Firma in den Netzen der Konkurrenz eingemietet und stand damit gewissermaĂen nur in der zweiten Reihe der in Deutschland tĂ€tigen Telekommunikationsfirmen.
Tausende Standorte sollen hinzukommen
Bis Ende 2030 muss 1&1 mit seinen Antennen die HĂ€lfte der deutschen Bevölkerung erreichen, so sieht es eine Vorschrift der Bundesnetzagentur vor. Nach Berechnung von 1&1 sind dafĂŒr 12.600 Antennen-Standorte nötig. "Das werden wir schaffen", sagte Martin mit Blick auf die 50-Prozent-Vorgabe. "Unsere OriginalplĂ€ne waren deutlich schneller, wir wollten deutlich frĂŒher mit den 50 Prozent fertig sein, das mussten wir revidieren."
Beim Bau seines Handynetzes hatte 1&1 in den vergangenen Jahren mit erheblichem Gegenwind zu kĂ€mpfen, was auch an Lieferschwierigkeiten eines Ausbaupartners lag. Anfang 2023 sollten eigentlich 1.000 Standorte in Betrieb genommen sein, tatsĂ€chlich waren es nur fĂŒnf. Daraufhin leitete die Bundesnetzagentur ein BuĂgeldverfahren ein. Nach diesem anfĂ€nglichen Schneckentempo kam der Ausbau von 1&1 allmĂ€hlich in die GĂ€nge.
5.000 Antennenstandorte seien zudem derzeit "in Entwicklung", sagte Vorstandsmitglied Martin. Bei einem Teil davon fehlt der Glasfaser-Anschluss, andere mĂŒssen noch fertig gebaut werden und bei einigen wenigen gebe es bislang nur MietvertrĂ€ge und der Baubeginn stehe aus. Martin wertete die Anzahl der in Entwicklung befindlichen Standorte positiv: "Alle sind gesichert." Wann diese Standorte voraussichtlich funken und den Kunden etwas bringen, wollte der Manager nicht sagen.

