Nahrungsergänzungsmittel: Experten warnen vor unterschätzten Risiken
31.03.2026 - 08:39:16 | boerse-global.deDer Boom bei Vitaminen und Mineralstoffen hält an – doch Verbraucherschützer schlagen Alarm. Aktuelle Rückrufe und irreführende Werbung zeigen die Schattenseiten der vermeintlichen Gesundheitshelfer.
Verlockende Versprechen, überflüssige Pillen
Die Regale sind voll mit Produkten für mehr Energie, starke Abwehrkräfte und bessere Leistung. Viele greifen zu den Pillen und Pulvern, um Müdigkeit oder Stress zu bekämpfen. Doch Experten halten die meisten Präparate für schlicht überflüssig. Eine ausgewogene Ernährung decke den Bedarf zuverlässig, so ihr einhelliger Rat.
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Der Körper sei kein simpler Tank, den man einfach auffüllen könne. Vitamine und Mineralstoffe wirkten in komplexen Prozessen, die auch ausreichend Schlaf und Bewegung erforderten.
Die Gefahr lauert in der Dosis
Ein zentrales Problem sind die oft extrem hohen Dosierungen. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin D oder Spurenelemente wie Selen können bei dauerhafter Überversorgung Leber und Nieren schädigen. Wer mehrere Präparate kombiniert, überschreitet die empfohlenen Tagesmengen schnell.
„Die Dosis entscheidet, ob Stoffe nützen oder schaden“, betont das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Verbraucherzentralen warnen zudem vor irreführender Werbung. Immer wieder würden Prominente oder Behördenlogos ohne deren Wissen für dubiose Produkte missbraucht.
Aktuelle Rückrufe zeigen Systemprobleme
Erst diese Woche häuften sich die Warnungen. Die Verbraucherzentralen meldeten Rückrufe für Präparate mit nicht deklariertem, verschreibungspflichtigem Sildenafil oder mit Allergenen wie Weizen kontaminierten Produkten. Ein anderes Nahrungsergänzungsmittel war so hoch dosiert, dass es eigentlich als Laborchemikalie eingestuft werden müsste.
Am Montag folgte eine Warnung vor Salmonellen in Bio-Moringa-Kapseln. Diese Fälle zeigen: Der Markt ist kaum kontrolliert.
Wann Ergänzungen wirklich Sinn machen
Trotz der allgemeinen Skepsis gibt es Ausnahmen. Sinnvoll können Nahrungsergänzungsmittel sein bei:
* einem nachgewiesenen Vitamin-D-Mangel
* der Einnahme von Folsäure vor und in der Frühschwangerschaft
* veganer Ernährung (Vitamin B12)
* einem labordiagnostizierten Eisenmangel
* Senioren über 60 mit niedrigen B12-Werten
Entscheidend ist hier immer eine klare Diagnose und ärztliche Begleitung. Spontane Selbstexperimente mit Hochdosis-Präparaten bleiben riskant.
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Mehr Regulierung in Sicht
Angesichts der Risiken fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband verbindliche Höchstmengen. Eine EU-weite Regelung für Stoffe wie Selen, Vitamin A und D könnte noch dieses Jahr in Kraft treten. Sie soll gefährliche Überdosierungen verhindern.
Gleichzeitig treibt die Branche die Personalisierung voran. Das Unternehmen Herbalife kündigte diese Woche an, Vermögenswerte des auf personalisierte Nahrungsergänzung spezialisierten Unternehmens Bioniq zu erwerben. Datengestützte Ansätze könnten gezieltere Produkte ermöglichen – und neue Fragen aufwerfen.
Omega-3-Kapseln: oft nutzlos, manchmal riskant
Aktuelle Studien entzaubern einen weiteren Klassiker: Omega-3-Fettsäure-Kapseln zeigen bei gesunden Menschen oft keinen Nutzen für Herz und Blutgefäße. Für Personen mit Herzerkrankungen oder Risikofaktoren können hohe Dosen sogar das Risiko für Vorhofflimmern erhöhen.
Das BfR rät daher, Omega-3-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen. Die einfache Formel lautet: Erst der Lebensstil, dann das Labor, dann – vielleicht – die Pille.
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