Nasdaq: Korrektur verschÀrft sich
28.03.2026 - 10:43:50 | boerse-global.deDer Nasdaq Composite ist am Freitag deutlich unter Druck geraten und markiert damit den Ăbergang in eine systemische Korrektur. WĂ€hrend geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Ălpreise treiben, schwindet bei den Anlegern die Zuversicht in die hochbewerteten Tech-Giganten. Die Marktbreite hat sich spĂŒrbar verschlechtert, was auf einen tiefergehenden Stimmungsumschwung an der Wall Street hindeutet.
Geopolitik und Zinsen belasten
Der Index verlor 2,15 % und schloss bei 20.948,36 Punkten. Damit liegt das Tech-Barometer nun mehr als zehn Prozent unter seinen jĂŒngsten HöchststĂ€nden und knapp zehn Prozent im Minus seit Jahresbeginn. Auslöser fĂŒr den jĂŒngsten Rutsch war eine Eskalation im Nahost-Konflikt, die den Brent-Ălpreis ĂŒber die Marke von 113 US-Dollar pro Barrel hob. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjĂ€hriger US-Staatsanleihen auf ein Neunmonatshoch von 4,46 %, was die Bewertung von Wachstumswerten zusĂ€tzlich unter Druck setzt.
Besonders die Schwergewichte der âMagnificent Sevenâ gerieten ins Visier der VerkĂ€ufer. Amazon bĂŒĂte ĂŒber vier Prozent ein, da Investoren zunehmend skeptisch auf die massiven Investitionen im KI-Bereich blicken. Auch Meta und Alphabet verzeichneten deutliche AbschlĂ€ge, belastet durch rechtlichen Druck und regulatorische HĂŒrden. Nvidia verlor innerhalb von nur drei Handelstagen mehr als sechs Prozent an Wert.
Rotation in defensive Sektoren
Anleger suchten am Freitag verstĂ€rkt Schutz in defensiven Sektoren. WĂ€hrend der Technologiesektor blutete, konnten Energie- und Gesundheitswerte teilweise zulegen. Die Liste der neuen 52-Wochen-Hochs wurde fast ausschlieĂlich von diesen Branchen dominiert.
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Gewinner und Verlierer im Ăberblick:
* Tripadvisor (+5,00 %): Profitierte von einer Analystenhochstufung.
* AstraZeneca (+4,00 %): Positive Studiendaten stĂŒtzten den Kurs.
* Exxon Mobil (+3,47 %): Profiteur der steigenden Rohölpreise.
* Amazon (-4,02 %): Sorgen ĂŒber hohe KI-Ausgaben belasteten.
* Meta Platforms (-3,91 %): Juristischer Druck lastete auf der Aktie.
Das Handelsvolumen lag rund 20 % unter dem Durchschnitt der letzten 20 Tage. Marktbeobachter werten dies als Zeichen fĂŒr ein gezieltes âDe-Riskingâ institutioneller Anleger, die ihre Positionen in risikoreichen Titeln abbauen, ohne dass es bisher zu einer panikartigen Kapitulation gekommen ist. Dennoch sprang der VolatilitĂ€tsindex VIX um fast neun Prozent auf knapp 30 Punkte â den höchsten Stand seit ĂŒber einem Jahr.
Technische UnterstĂŒtzung im Fokus
Technisch gesehen testet der Nasdaq nun die psychologisch wichtige UnterstĂŒtzung bei 20.500 Punkten. Die Marktbreite liefert ein warnendes Signal: Nur 121 Aktien erreichten neue 52-Wochen-Hochs, wĂ€hrend 202 Titel auf neue Jahrestiefs fielen. Sollte die Marke von 20.500 Punkten nicht halten, rĂŒckt der Bereich um 19.800 Punkte als nĂ€chste Auffangzone in den Fokus.
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Die Marktteilnehmer blicken nun gespannt auf den 6. April. An diesem Tag lĂ€uft das von US-PrĂ€sident Trump angekĂŒndigte Moratorium fĂŒr Angriffe auf iranische Energieanlagen aus. Bis zu einer klaren Deeskalation oder einem Waffenstillstand dĂŒrfte die Risikoaversion hoch bleiben und das Erholungspotenzial fĂŒr Technologiewerte begrenzen.
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