Native Instruments: Musiktech-Pionier in der Insolvenz
28.01.2026 - 22:31:11Der Berliner Musiksoftware-Riese Native Instruments steht unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Das Verfahren wirft Fragen zur Zukunft von Kult-Produkten wie Maschine, Traktor und Komplete auf.
Berlin – Ein Pionier der digitalen Musikproduktion steht am Abgrund: Die Berliner Native Instruments GmbH hat am Mittwoch ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet. Das Unternehmen, dessen Hardware und Software weltweit in Studios und auf DJ-Pulten stehen, wird nun von einem Gerichtsverwalter restrukturiert. Für Hunderttausende Musiker und Produzenten beginnt eine Phase der Unsicherheit.
Das Amtsgericht Charlottenburg hat Prof. Dr. Torsten Martini als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er übernimmt die Kontrolle über finanzielle Entscheidungen und Vermögenswerte. Sein Auftrag: die Überlebensfähigkeit des Unternehmens prüfen und Optionen für die Zukunft ausloten. Für die kreative Community, die ihre Arbeitsabläufe auf die Native-Instruments-Ökosysteme aufgebaut hat, bedeutet dies bange Fragen zu Support, Updates und der langfristigen Produktstrategie.
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Der lange Weg in die Krise
Der plötzliche Schritt folgt auf Jahre des Wandels. Seit 2021 wird Native Instruments vom Private-Equity-Investor Francisco Partners kontrolliert. In dieser Phase kaufte das Unternehmen weitere bekannte Marken wie iZotope, Plugin Alliance und Brainworx. Sie wurden zunächst unter der Dachmarke Soundwide gebündelt, bevor 2023 wieder der etablierte Name Native Instruments in den Vordergrund trat.
Erst im November 2025 hatte die EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme der gemeinsamen Kontrolle durch Bridgepoint Group Holdings und Bain Capital Credit gegeben. Ob dieser Deal angesichts der Insolvenz noch zustande kommt, ist unklar. Die jüngere Unternehmensgeschichte war von strategischen Kurswechseln, einem Führungswechsel 2020 und Entlassungen geprägt. Die Kombination aus hoher Verschuldung und wiederholten Neuausrichtungen hat die finanzielle Stabilität offenbar untergraben.
Was bedeutet vorläufige Insolvenz?
Wichtig ist: Vorläufige Insolvenz ist nicht gleichbedeutend mit Liquidation. Nach deutschem Recht dient diese Phase dem Schutz des Unternehmensvermögens vor Gläubigerzugriffen. Der Geschäftsbetrieb – inklusive Kundensupport und Produktaktivierungen – kann vorerst weiterlaufen.
Die zentrale Aufgabe des Verwalters ist es nun, einen Sanierungsplan zu entwickeln. Mögliche Szenarien reichen von einer erfolgreichen Restrukturierung mit frischem Kapital bis zum Verkauf wertvoller Marken und Technologie-Assets. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft des Unternehmens.
Erdbeben in der Musiktech-Branche
Die Insolvenz hat weitreichende Folgen für die gesamte Branche. Native Instruments ist tief in den kreativen Prozess unzähliger Nutzer verwoben – von Hobbyproduzenten bis zu Filmkomponisten. Besonders kritisch: Die Sampler-Plattform Kontakt ist ein Industriestandard, auf den Hunderte Drittanbieter von virtuellen Instrumenten angewiesen sind. Deren Geschäftsmodelle hängen am Fortbestand der Technologie.
Interessant: Die Marke Plugin Alliance soll nach ersten Berichten nicht Teil des Insolvenzantrags sein und operiere normal weiter. Die genauen Auswirkungen auf iZotope und Brainworx werden noch geklärt. Diese komplexe Konzernstruktur muss der Verwalter nun entwirren. Die Unsicherheit betrifft also nicht nur Endkunden, sondern ein ganzes Netzwerk von Entwicklern und Partnern.
Wohin steuert der Musiktech-Riese?
Unter der Leitung von Verwalter Martini steht nun die Stabilisierung im Vordergrund. Native Instruments selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Verfahren geäußert. Die Community hofft auf ein positives Ergebnis, das Innovation und Produktlinien erhält.
Drei Szenarien sind denkbar: Das Unternehmen wird nach einer Sanierung schlanker neu aufgestellt. Oder es findet sich ein neuer Eigentümer für das gesamte Geschäft. Die dritte Möglichkeit: Die wertvollen Assets und Marken werden stückweise verkauft. Für die kreative Welt, die mit den Tools von Native Instruments arbeitet, beginnen nun Monate des bangen Wartens. Die Entscheidungen in Berlin werden die Landschaft der Musikproduktion nachhaltig verändern.
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