Neuro-ErnÀhrung, Essverhalten

Neuro-ErnÀhrung erklÀrt Essverhalten bei Autismus und ADHS

09.02.2026 - 04:54:12

Die Neuro-ErnĂ€hrung erforscht neurologische Ursachen fĂŒr selektives Essverhalten bei Autismus und ADHS, von sensorischer ReizĂŒberflutung bis zur Darm-Hirn-Achse.

Die Ernährungswissenschaft entdeckt einen neuen Ansatz: die Neuro-Ernährung. Sie erforscht, wie neurologische Besonderheiten bei Autismus und ADHS das Essverhalten grundlegend prägen. Was oft als „wählerisch“ abgetan wird, hat tiefe neurobiologische Ursachen. Das Verständnis dafür kann Familien enormen Stress nehmen.

Wenn Essen zur Reizüberflutung wird

Ein Schlüsselfaktor ist die veränderte sensorische Verarbeitung. Für viele Betroffene sind Gerüche, Geschmäcker oder Konsistenzen extrem intensiv. Ein cremiger Joghurt mag okay sein, ein stückiger Quark dagegen unerträglich. Es geht nicht um Geschmack, sondern um pure Reizüberflutung. Diese sensorischen Aversionen führen zu einer sehr eingeschränkten Lebensmittelauswahl.

Vergessene Mahlzeiten und falsche Signale

Hinzu kommen Herausforderungen bei den exekutiven Funktionen – also den Fähigkeiten zu planen und zu handeln. Bei ADHS können Mahlzeiten einfach vergessen werden, bis Heißhunger folgt. Die Schritte einer Mahlzeitenzubereitung überfordern mental.

Zudem ist oft die Interozeption, die Wahrnehmung von Körpersignalen wie Hunger, gestört. Die eigenen Bedürfnisse werden nicht rechtzeitig erkannt. Auch ADHS-Medikamente können als Nebenwirkung den Appetit unterdrücken und das Problem verstärken.

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Von Picky Eater zu ARFID: Eine ernste Störung

In schweren Fällen entwickelt sich aus der Selektion die Essstörung ARFID (Vermeidend/Restriktive Nahrungsaufnahmestörung). Hier steht nicht der Körperschema-Wahn im Vordergrund, sondern extreme sensorische Aversionen oder Angst vor dem Essen. ARFIT tritt gehäuft bei Autismus und ADHS auf.
* Eine große Studie schätzt die klinisch relevante Prävalenz auf 1,8 %.
* Betroffene Kinder haben ein erhöhtes Risiko für weitere Entwicklungsstörungen.

Die Darm-Hirn-Achse: Ein neuer Forschungsfokus

Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf die Darm-Hirn-Achse. Das Darmmikrobiom beeinflusst neurologische Funktionen direkt. Eine Pilotstudie fand überraschende Gemeinsamkeiten: Bei Kindern mit Autismus, ADHS und Anorexie war das Verhältnis der Bakteriengruppen Bacteroidetes zu Firmicutes ähnlich erhöht. Solche Verschiebungen stehen im Verdacht, Hunger- und Sättigungssignale zu verändern. Die Frage bleibt: Verursacht die einseitige Ernährung das Mikrobiom – oder steuert es das Verhalten?

Personalisierte Hilfe statt starrer Regeln

Die Zukunft liegt in individuellen Lösungen. Immer mehr spezialisierte Ernährungsberatungen helfen Familien, den Esstisch entspannter zu gestalten. Das Ziel ist nicht, „normal“ zu essen, sondern:
* Die sensorischen Bedürfnisse zu verstehen.
* Eine sichere, akzeptierende Umgebung zu schaffen.
* Die Nährstoffversorgung durch kreative, angepasste Mahlzeiten zu sichern.

Erste Forschungen zu gezielten probiotischen Therapien laufen. Sie könnten ein weiterer Baustein werden, um das Wohlbefinden neurodivergenter Menschen nachhaltig zu verbessern.

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