ROUNDUP, NRW-Gesundheitsminister

NRW-Gesundheitsminister lobt SparvorschlĂ€ge fĂŒr Gesundheitsreform

31.03.2026 - 08:35:45 | dpa.de

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die Expertenkommission fĂŒr ihre Empfehlungen zur Entlastung des Gesundheitssystems gelobt.

"Ich bin ĂŒber die VorschlĂ€ge schon wirklich beeindruckt, weil die Kommission gute VorschlĂ€ge gemacht hat, wie man mit dieser Situation umgehen kann", sagte er im WDR2-Interview.

Laut Laumann habe sich die Kommission unabhĂ€ngig gezeigt. Die VorschlĂ€ge betrĂ€fen das gesamte Gesundheitssystem. "Es trifft die Menschen und die Institutionen im Gesundheitswesen genauso wie auch Patientinnen und Patienten. Ich halte das fĂŒr ausgewogene VorschlĂ€ge."

Der Minister Ă€ußerte sich auch zu einem möglichen Ende der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern, das von der Kommission vorgeschlagen worden war. "Es gibt ja schon sehr viele Menschen, die der Meinung sind, dass diese beitragsfreie Versicherung eines Ehepartners so ein bisschen aus der Zeit gefallen ist. Ich glaube auch, dass man das so sehen kann." Laumann zufolge könne man dies jedoch nicht von heute auf morgen Ă€ndern. Eine gewisse Übergangszeit sei nötig. Die kostenfreie Mitversicherung gehöre seit Generationen zur DNA der Sozialversicherung, so der Politiker.

Die Experten hatten auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente empfohlen. Dazu sagte Laumann: "Wenn man 22 Jahre lang Zuzahlungen bei Medikamenten nicht erhöht hat, dann kann man darĂŒber auch mal nachdenken." Es liege jetzt an der Bundesregierung zu entscheiden, welche der VorschlĂ€ge umzusetzen seien. "Aber das Unsozialste wĂ€re ja, weiter die BeitrĂ€ge steigen zu lassen", so Laumann.

Koalition will bis zum Sommer GesetzesplÀne einbringen

Die von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Kommission hat einen Bericht mit 66 Empfehlungen vorgelegt, die fĂŒr nĂ€chstes Jahr ein Volumen von bis zu 42 Milliarden Euro ausmachen könnten. Das Sparpotenzial liegt höher als die fĂŒr 2027 erwartete LĂŒcke von rund 15 Milliarden Euro. Ein zentraler Punkt ist, dass die Ausgaben fĂŒr Leistungen von Praxen und Kliniken nicht stĂ€rker steigen sollen als die Einnahmen der Kassen. Warken will auf Grundlage der Empfehlungen ein eigenes Reformpaket schnĂŒren und bis Ende Juli durch das Kabinett bringen.

Die VorschlĂ€ge lösten ein unterschiedliches Echo aus. Die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung (KBV) warnte vor einem Wegfall von Millionen Terminen durch empfohlene Bremsen bei den VergĂŒtungen. Schon heute gingen mehr als 40 Millionen Facharzttermine "aufs Haus", wĂŒrden also nicht vergĂŒtet. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen erklĂ€rte dagegen, die VorschlĂ€ge hĂ€tten das Potenzial, dafĂŒr zu sorgen, dass die BeitrĂ€ge 2027 insgesamt stabil bleiben oder sogar gesenkt werden könnten.

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