OECD, Kluft

OECD warnt vor wachsender Kluft am österreichischen Arbeitsmarkt

28.01.2026 - 04:31:12

Wien hat die höchste Arbeitslosigkeit, während westliche Bundesländer unter Fachkräftemangel leiden. Die OECD warnt vor Gefahren für das Wirtschaftswachstum.

Wien kämpft mit hoher Arbeitslosigkeit, während andere Bundesländer händeringend Arbeitskräfte suchen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Organisation sieht darin eine ernste Gefahr für das gesamte Wirtschaftswachstum des Landes.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wien verzeichnet konstant die höchste Arbeitslosenquote aller Bundesländer. Gleichzeitig melden Regionen wie der Westen Österreichs einen akuten Mangel an Fachkräften. Die Wirtschaftskammer Österreich betont, dass diese regionale Kluft hierzulande größer ist als in den meisten anderen OECD-Staaten.

Warum driftet der Arbeitsmarkt auseinander?

Die Gründe für das Ungleichgewicht sind tief in der Struktur verankert. Wien wächst dynamisch – die Bevölkerung stieg zwischen 2004 und 2023 um 23 Prozent. Das Angebot an Arbeitskräften steigt also stetig. Doch die Qualifikationen der Arbeitssuchenden passen oft nicht zu den offenen Stellen. Besonders Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss haben es in der Hauptstadt schwer.

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In den Bundesländern ist das Problem genau umgekehrt. Tourismus, Gewerbe und Industrie suchen verzweifelt nach Personal, finden aber vor Ort nicht genug Bewerber. Und die demografische Entwicklung verschärft die Lage: Während das Arbeitskräfteangebot in Wien weiter steigt, wird es in Regionen wie Kärnten deutlich sinken.

Die große Hürde: Niemand will umziehen

Ein zentrales Problem ist die mangelnde Mobilität. Nur wenige Wiener Arbeitssuchende ziehen für einen Job in ein anderes Bundesland. Die OECD identifiziert dafür klare Gründe:
* Soziale Bindungen: Familie und Freundeskreis halten viele Menschen am Ort.
* Finanzielle Nachteile: Unterschiede bei Sozialleistungen, etwa in der Familienförderung, machen einen Umzug unattraktiv.
* Angespannter Wohnungsmarkt: In den Zuzugsregionen fehlt es oft an leistbarem Wohnraum.

Die OECD empfiehlt deshalb, finanzielle Anreize zu stärken und Informationsangebote auszubauen. Auch das Arbeitsmarktservice (AMS) soll seine überregionalen Vermittlungsbemühungen intensivieren.

Qualifizierung und Reformen als Ausweg

Experten fordern ein Bündel an Maßnahmen, um die Kluft zu schließen. Kurzfristig kann das AMS mit gezielter Vermittlung und Mobilitätshilfen gegensteuern. Langfristig sind jedoch tiefgreifendere Reformen nötig.

Qualifizierung steht ganz oben auf der Liste. Initiativen wie der „Qualifikationsplan Wien“ sollen die Kompetenzen von Arbeitskräften besser an den Marktbedarf anpassen. Gleichzeitig bleiben Potenziale ungenutzt: Viele hochqualifizierte Migranten finden in Österreich keine adäquate Beschäftigung.

Ein weiterer entscheidender Hebel ist die Harmonisierung von Sozialleistungen zwischen den Bundesländern. Nur so lassen sich die finanziellen Hürden für einen Umzug abbauen.

Kann die Politik die Weichen noch richtig stellen?

Die aktuelle Konjunkturerholung schlägt sich regional extrem unterschiedlich nieder. Während Wien Beschäftigung vor allem im öffentlichen Sektor zulegt, verzeichnen Industrie-Bundesländer wie Oberösterreich teils rückläufige Zahlen.

Die Prognose der OECD ist klar: Ohne entschlossenes Gegensteuern werden sich die regionalen Unterschiede weiter verschärfen. Der demografische Wandel treibt den Fachkräftemangel in den Ländern voran, während Wien über ein wachsendes Arbeitskräftepotenzial verfügt. Die große Herausforderung wird sein, dieses Potenzial durch Qualifizierung und weniger Bürokratie für ganz Österreich nutzbar zu machen.

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