Trump drĂ€ngt auf Hilfe bei Sicherung der StraĂe von Hormus
15.03.2026 - 08:35:34 | dpa.de(Neu: Emirate unter Beschus)
PALM BEACH/TEHERAN (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump hat militĂ€rische Hilfe vieler LĂ€nder zur gemeinsamen Sicherung des Schiffsverkehrs durch die StraĂe von Hormus in Aussicht gestellt - ohne konkret zu werden. "Viele LĂ€nder - insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der StraĂe von Hormus betroffen sind - werden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten", schrieb er auf der Plattform Truth Social. Die iranische FĂŒhrung verspottete dies als Hilferuf.
Es ist unklar, welche LĂ€nder Trump meint und ob sich LĂ€nder ĂŒberhaupt bereit erklĂ€rt haben, Kriegsschiffe zu schicken. Trump ergĂ€nzte, dass "hoffentlich" China, Frankreich, Japan, SĂŒdkorea, GroĂbritannien und andere LĂ€nder, die von Irans Blockade der fĂŒr den globalen Ălexport wichtigen Meerenge betroffen sind, Schiffe entsenden werden. Der Schiffsverkehr durch die StraĂe von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ălpreise in die Höhe treibt.
Trump droht weitere Angriffe auf iranischer Ăl-Insel an
Trump drohte derweil in einem Telefoninterview des Senders NBC News mit weiteren Angriffen auf der fĂŒr Irans Ălindustrie wichtigen Insel Charg. Das US-MilitĂ€r hatte am Samstag nach seinen Angaben auf der Insel MilitĂ€ranlagen zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der StraĂe von Hormus zu bewegen.
Laut der US-Armee wurden mehr als 90 MilitĂ€rziele getroffen, ohne dass dabei die Ălinfrastruktur beschĂ€digt wurde. Trump sagte nun dem Sender NBC News nach dessen Angaben, die Angriffe hĂ€tten die Insel Charg "vollstĂ€ndig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum SpaĂ".
Trump versprach auf Truth Social, die StraĂe von Hormus werde so oder so bald wieder "OFFEN, SICHER und FREI" sein. In einem weiteren Post schrieb er, die LĂ€nder, die Ăl durch die StraĂe von Hormus beziehen, mĂŒssten sie sichern.
Iran spottet ĂŒber Trumps "Bitten um VerstĂ€rkung"
Der Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, verspottete Trump auf der Plattform X: "Die Amerikaner haben fĂ€lschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fĂ€lschlicherweise behauptet, Ăltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um VerstĂ€rkung", schrieb er mit Blick auf Trumps Post.
Weiter schrieb der iranische Kommandeur: "NatĂŒrlich sollten wir daran erinnern, dass die StraĂe von Hormus noch nicht militĂ€risch gesperrt wurde und lediglich unter Kontrolle steht". Irans AuĂenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X: "Die USA bitten nun andere, sogar China, um Hilfe bei der Sicherung der StraĂe von Hormus". Der Iran rufe "seine brĂŒderlichen Nachbarn dazu auf, auslĂ€ndische Aggressoren zu vertreiben, zumal deren einziges Anliegen Israel ist."
Emirate erneut unter Beschuss
Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete derweil am frĂŒhen Morgen auf der Plattform X, dass die Luftabwehr erneut dabei sei, Raketenangriffe und aus dem Iran kommende Drohnen abzufangen. Zuvor war es bereits zu Angriffen auch auf andere Golfstaaten gekommen.
Der Berater des PrĂ€sidenten der Emirate, Anwar Gargasch, erklĂ€rte in der Nacht, sein Land habe das Recht, sich gegen die "terroristische Aggression" zu verteidigen. Zugleich fĂŒgte er jedoch hinzu, man wolle weiterhin Vernunft und ZurĂŒckhaltung walten lassen. Die Emirate ĂŒbten ZurĂŒckhaltung und suchten zugleich nach einem Ausweg aus der Krise fĂŒr den Iran und die ganze Region.
Die US-Botschaft im Irak rief derweil US-BĂŒrger auf, das Land zu verlassen. Der Aufruf erfolgt, nachdem zuvor ein Flugabwehrsystem an der Botschaft Medienberichten zufolge von einer Rakete getroffen worden war. Mit dem Iran verbĂŒndete Milizen haben seit Beginn des Iran-Kriegs mehrere Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak fĂŒr sich beansprucht. "US-BĂŒrger sollten den Irak jetzt verlassen", heiĂt es in der Warnung der Botschaft in der Hauptstadt Bagdad.
Trump zu Abkommen mit Iran nicht bereit
US-PrĂ€sident Trump ist derweil nach eigenen Worten noch nicht bereit fĂŒr ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran. "Der Iran will ein Abkommen schlieĂen, und ich will es nicht schlieĂen, weil die Bedingungen noch nicht gut genug sind", zitierte ihn der Sender NBC News. Auf die Frage, wie die Bedingungen fĂŒr ein Abkommen zur Beendigung des Krieges aussehen mĂŒssten, habe Trump am Telefon erwidert: "Das möchte ich Ihnen nicht sagen."
Trump habe aber bestĂ€tigt, dass eine Verpflichtung des Irans, jegliche nukleare Ambitionen aufzugeben, Teil der Bedingungen fĂŒr ein Abkommen mit dem Iran sein wĂŒrde. Ăffentlich haben sich ranghohe iranische Vertreter nicht dazu geĂ€uĂert, bereit fĂŒr ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu sein.
Israel meldet erneuten Beschuss aus dem Iran
Derweil feuerte der Iran in der Nacht erneut Raketen auf den Erzfeind Israel ab. Nach Angaben des israelischen MilitĂ€rs kam es im Zentrum des jĂŒdischen Staates zu einem Einschlag. Möglicherweise handele es sich um herabgefallene TrĂŒmmerteile infolge des Abfangens eines Geschosses, berichtete die "Times of Israel". Zwei Menschen seien laut Rettungsdienst leicht verletzt worden.
Unterdessen gehen Israels Bodentruppen im SĂŒdlibanon weiter gegen die mit dem Iran verbĂŒndete Hisbollah-Miliz vor. Dutzende MilizionĂ€re seien getötet worden, teilte die Armee mit. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Das Nordkommando setze Vorbereitungen fort, kommende Woche weitere Truppen aufzunehmen.
Nach Darstellung des Nachrichtenportals "Axios" will Israel das gesamte Gebiet sĂŒdlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militĂ€rische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah.
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