Polizei, WhatsApp

Polizei warnt jetzt per WhatsApp

24.01.2026 - 00:52:11

Deutsche Polizeibehörden informieren Bürger über WhatsApp mit Warnungen und Fahndungsaufrufen. Die Modernisierung der Kommunikation wirft jedoch datenschutzrechtliche Bedenken auf.

Deutsche Polizeibehörden nutzen zunehmend WhatsApp-Kanäle, um Bürger direkt zu erreichen. Sie verbreiten Warnungen, Fahndungsaufrufe und Verkehrsinfos in Echtzeit. Der Schritt modernisiert die Kommunikation, stellt die Behörden aber vor datenschutzrechtliche Fragen.

So funktionieren die neuen Info-Kanäle

Die Kanäle sind einseitige Informationsdienste. Bürger abonnieren sie kostenlos und erhalten Push-Benachrichtigungen ihrer lokalen Polizei aufs Smartphone. Eine Chat-Funktion für Antworten gibt es nicht – die Kommunikation läuft nur von der Behörde zum Bürger.

Das verhindert, dass Diskussionen oder Falschmeldungen den Kanal überfluten. Verbreitet werden tagesaktuelle Inhalte:
* Warnungen vor akuten Gefahren
* Fahndungsaufrufe
* Hinweise auf Einbruchsschwerpunkte
* Präventionstipps und Verkehrsinfos

Wichtig: Die Kanäle sind nicht für Notrufe gedacht. Dafür gelten weiterhin die Notrufnummern 110 und 112. Die Pressestellen betreuen die Kanäle in der Regel während der Dienstzeiten.

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Bundesweit setzen immer mehr Behörden auf den Messenger

Die Nutzung entwickelt sich zum Trend. Die Bundespolizei startete bereits Mitte 2024 einen eigenen Kanal. Auf Länderebene ziehen viele Präsidien nach. In Nordrhein-Westfalen bieten zahlreiche Behörden regionale Kanäle an.

Ein Beispiel ist das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Es führte Anfang 2025 einen Kanal für Verkehrsinfos und Warnmeldungen ein. Die Strategie ist klar: Die Polizei nutzt reichweitenstarke, etablierte Plattformen, um mehr Bürger schneller zu erreichen.

Datenschützer sehen Meta-Problematik

Trotz der Vorteile ist der Einsatz umstritten. Kritik kommt vor allem von Datenschützern. WhatsApp gehört zum US-Konzern Meta, der für seine Datenschutzpraktiken bekannt ist. Ein Kernproblem ist die Verarbeitung von Metadaten durch das Unternehmen.

Bereits im April 2020 wies der Bundesdatenschutzbeauftragte darauf hin, dass die Nutzung durch öffentliche Stellen “grundsätzlich nicht zulässig” sei. Damals ging es vor allem um dienstliche Chatgruppen. Die neuen Kanäle bieten zwar verbesserten Schutz – Telefonnummern der Abonnenten sind nicht sichtbar –, die grundsätzliche Datenverarbeitung durch Meta bleibt aber.

Teil der modernen Warninfrastruktur

Die WhatsApp-Kanäle sind ein Baustein in der digitalen Bürgerkommunikation. Sie ergänzen Systeme wie die NINA-Warn-App oder Cell Broadcast. Der Vorteil: Die enorme Verbreitung von WhatsApp. Warnungen erreichen die Menschen auf einer Plattform, die sie ohnehin täglich nutzen.

Gleichzeitig kann die Polizei so direkt vor Betrugsmaschen im Messenger warnen – wie dem “Enkeltrick 2.0”. Durch verifizierte Kanäle tritt sie als vertrauenswürdige Quelle auf und wirkt Falschinformationen entgegen.

Die Herausforderung bleibt, klare Richtlinien zu schaffen, die Datenschutzstandards gerecht werden. Der Erfolg hängt davon ab, ob die Balance zwischen digitaler Bürgernähe und rechtlichen Vorgaben gelingt.

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