Porsche-Management, Einsparungen

Porsche-Management strebt weitere massive Einsparungen an

04.12.2025 - 09:25:45

Porsche DE000PAG9113 will seinen Sparkurs noch verschÀrfen und fordert weitgehende ZugestÀndnisse der BeschÀftigten.

Die Volkswagen DE0007664039DE0007664039-Tochter strebt in GesprĂ€chen ĂŒber ein neues Zukunftspaket weitere Einsparungen vor allem im Stammwerk in Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum in Weissach an, wie die "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" berichten. Unter anderem wird die Auslagerung ganzer Betriebsteile und Fahrzeuge in den Raum gestellt.

Geplant sind demnach die Streichung von Einmalzahlungen und JubilĂ€umsleistungen. Auch bei der Altersvorsorge soll gekĂŒrzt werden. Konkret wĂŒrden ein "Personalabbau im Angestelltenbereich" oder eine "externe Verlagerung von DienstleistungsumfĂ€ngen" genannt, zudem eine "Reduzierung der Azubi-Zahlen und bedingte Übernahmegarantie". Ferner soll es "Anpassungen" beim Homeoffice und der Arbeitszeit sowie eine "Erhöhung der FlexibilitĂ€t" geben, wie die Zeitungen unter Berufung auf eine ihr vorliegende Auflistung weiter berichteten.

Ein Unternehmenssprecher sagte, die Automobilindustrie stehe vor immensen Herausforderungen und die WettbewerbsfĂ€higkeit entscheide ĂŒber die Zukunft von Porsche. "DafĂŒr mĂŒssen wir in allen Bereichen anpacken. Angesichts der verĂ€nderten Rahmenbedingungen sind erhebliche Kostenoptimierungen zwingend erforderlich." DarĂŒber spreche man mit der Arbeitnehmerseite im Rahmen eines zweiten Zukunftspakets - "weiterhin vertraulich".

Betriebsrat möchte VerlÀngerung der BeschÀftigungssicherung

Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass es mit der Arbeitnehmervertretung ĂŒber die Senkung von Personalkosten sprechen wolle. Zur Höhe des angestrebten Einsparvolumens wollten weder das Unternehmen noch der Gesamtbetriebsrat Angaben machen.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ibrahim Aslan sagte den "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" auf Anfrage: "Gesamtbetriebsrat und IG Metall sind in GesprĂ€chen mit dem Vorstand ĂŒber ein Zukunftspaket, um Porsche und Belegschaft gut fĂŒr die Zukunft aufzustellen." Aktuell befinde man sich in der Informationsphase, erst danach werde man in Verhandlungen eintreten.

In der kommenden Woche finden schon lang angesetzte Betriebsversammlungen in Zuffenhausen und Weissach statt. Der Standpunkt des Betriebsrats sei klar: "Wir brauchen eine BeschÀftigungssicherung mindestens bis 2035 und erwarten ein klares Bekenntnis des Vorstands zu unseren deutschen Porsche-Standorten."

Die aktuelle BeschĂ€ftigungssicherung gilt nach frĂŒheren Angaben bis Mitte 2030 fĂŒr ungefĂ€hr 23.000 Mitarbeiter im Stammwerk Zuffenhausen, im Entwicklungszentrum in Weissach sowie an mehreren kleineren Standorten. Liefe die Maßnahme aus, wĂ€ren betriebsbedingte KĂŒndigungen möglich.

1.900 Stellen sollen bis 2029 wegfallen

Erst im Februar wurde ein erstes Sparpaket verkĂŒndet, wonach 1900 Jobs bis 2029 gestrichen werden - wegen der BeschĂ€ftigungssicherung sozialvertrĂ€glich. Im Juli kĂŒndigte der scheidende Vorstandschef Oliver Blume intern eine weitere Sparrunde an.

Angesichts der milliardenschweren Belastungen durch den Strategieschwenk, wieder verstĂ€rkt Verbrenner zu bauen, geht die Porsche-FĂŒhrung in diesem Jahr von deutlich weniger Gewinn aus. Die Kosten fĂŒr den Unternehmensumbau summieren sich auf 3,1 Milliarden Euro, wie Porsche Mitte September mitteilte.

@ dpa.de