Psychische Belastungen am Arbeitsplatz steigen um 67 Prozent
21.03.2026 - 06:31:58 | boerse-global.deSchwere psychische Probleme bei Arbeitnehmern haben im vergangenen Jahr drastisch zugenommen. Das zeigt der neue „2026 State of Workforce Mental Health Report“ des Anbieters Lyra Health. Demnach stiegen schwerwiegende mentale Gesundheitsprobleme um 67 Prozent.
Mehr als ein Drittel der international Befragten gibt an, im Arbeitsalltag nur noch zu „überleben“. Ein Viertel berichtet von einer konkreten Verschlechterung des eigenen psychischen Zustands innerhalb der letzten zwölf Monate. Arbeitspsychologen sehen darin einen dringenden Weckruf.
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Deutschland: Psychische Leiden treiben Fehlzeiten
Die internationalen Daten decken sich mit den jüngsten Analysen deutscher Krankenkassen. Psychische Störungen waren 2025 bundesweit die zweithäufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehlzeiten.
Sie verantworteten 20,5 Prozent aller Fehltage, was durchschnittlich 3,81 Tagen pro Kopf entspricht. In einigen Bundesländern ist die Lage noch angespannter: In Hessen stiegen die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen um 10 Prozent, in Niedersachsen sogar um 13,2 Prozent. Im Saarland waren sie die häufigste Ursache für Krankschreibungen überhaupt.
Was treibt die Krise an?
Experten verweisen auf Risikofaktoren wie den Verlust von Handlungsspielräumen und eine zunehmende digitale Überwachung. Eine moderne Führungskultur, die auf Vertrauen statt Mikromanagement setzt, gilt als entscheidender Gegenpol.
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Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, psychische Belastungen in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Doch reicht das? Proaktive Ansätze wie Führungskräfteschulungen und eine offene Gesprächskultur gewinnen an Bedeutung.
Prävention und Resilienz im Fokus
Initiativen wie die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) bieten Unternehmen praxisnahe Unterstützung. Parallel dazu rückt die individuelle Widerstandsfähigkeit, die Resilienz, in den Mittelpunkt.
Diese Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, ist erlernbar und dient als wirksame Burnout-Prävention. Doch kann sie die strukturellen Probleme auffangen?
Europa startet Großkampagne
Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) startet im Oktober 2026 eine mehrjährige Kampagne. Unter dem Motto „Gemeinsam für psychische Gesundheit bei der Arbeit“ soll das Bewusstsein für psychosoziale Risiken geschärft werden.
Solche Kampagnen könnten mittelfristig zu schärferen Gesetzen führen. Für Unternehmen wird die mentale Gesundheit der Belegschaft damit zur strategischen Notwendigkeit für Produktivität und Zukunftsfähigkeit.
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