Psychische, Gefährdungsbeurteilung

Psychische Gefährdungsbeurteilung 2026: Neue Regeln, schärfere Kontrollen

25.01.2026 - 18:02:12

Neue Vorschriften verlangen von Unternehmen eine systematischere Analyse psychischer Risiken am Arbeitsplatz. Aufsichtsbehörden kontrollieren die Umsetzung strenger.

Die Bewertung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz wird 2026 systematischer und strenger. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass Stress und schlechte Fehlerkultur nicht nur krankmachen, sondern auch Unfälle verursachen.

Überarbeitete Vorschriften treten gestaffelt in Kraft

Die Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung ist zwar nicht neu, doch ihre Umsetzung gewinnt jetzt deutlich an Fahrt. Treiber ist die überarbeitete DGUV Vorschrift 2, die von den Berufsgenossenschaften schrittweise eingeführt wird. Sie fördert eine intensivere und strukturiertere Auseinandersetzung mit psychischen Risikofaktoren.

Eine zentrale Neuerung: Die sicherheitstechnische Fachkunde wird gezielt für Disziplinen wie Arbeitspsychologie und Ergonomie geöffnet. Unternehmen können so interdisziplinäre Sifa-Teams bilden, die Gefährdungen fundierter beurteilen. Die staatlichen Aufsichtsbehörden agieren nach einheitlichen Standards der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA). Aktualisierte Leitlinien der LASI sehen eine strengere Überwachung der Umsetzung vor.

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Stress als direkter Unfalltreiber

Chronischer Stress und ständige Unterbrechungen sind wesentliche Ursachen für Arbeitsunfälle. Erkenntnisse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) belegen den Zusammenhang zwischen häufigen Störungen, Burnout-Symptomen und psychosomatischen Beschwerden.

Unter hohem Druck sinkt die Fähigkeit, komplexe Situationen sicher zu bewerten. Ermüdung führt zu verringerter Aufmerksamkeit und einer höheren Risikobereitschaft. Sicherheitsvorschriften werden vernachlässigt, um Zeitdruck zu kompensieren. Damit wird psychische Belastung vom Gesundheits- zum zentralen Sicherheitsthema – ein Faktor, der in der Praxis oft noch unterschätzt wird.

Die unterschätzte Rolle der Fehlerkultur

Eine offene Kommunikationskultur ist ein entscheidender Hebel zur Unfallvermeidung. In einem Klima der Angst, in dem Fehler sanktioniert werden, verschweigen Mitarbeiter Beinahe-Unfälle oder Überlastung. Dem Unternehmen gehen so wertvolle Lernmomente verloren, die zur Identifikation latenter Gefahren nötig wären.

Initiativen wie die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) betonen die Bedeutung einer gesundheitsförderlichen Arbeitsorganisation. Eine Kultur der psychologischen Sicherheit ermutigt Beschäftigte, proaktiv auf Risiken hinzuweisen. Die systematische Gefährdungsbeurteilung muss daher zwingend die Analyse der betrieblichen Fehlerkultur umfassen.

Paradigmenwechsel: Von reaktiv zu proaktiv

Der verschärfte Fokus ist eine Reaktion auf die seit Jahren steigenden Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen. Diese Entwicklung verursacht menschliches Leid und enorme volkswirtschaftliche Kosten.

Die Maßnahmen von GDA, BAuA und Unfallversicherungsträgern signalisieren einen Wandel: weg von der Behandlung der Folgen, hin zur proaktiven Gestaltung gesunder Bedingungen. Die Öffnung für psychologische Expertise zeigt die Einsicht, dass technische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen. Es braucht einen ganzheitlichen Ansatz, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Was Betriebe jetzt tun müssen

Für Unternehmen ist die psychische Gefährdungsbeurteilung keine Formalie mehr. Sie müssen mit mehr Kontrollen durch die Landesbehörden rechnen, die sich an den präzisierten Leitlinien orientieren.

Betriebe sollten ihre bestehenden Beurteilungen überprüfen und gegebenenfalls externe Expertise aus Arbeitspsychologie oder Ergonomie hinzuziehen. Die Investition in eine gesunde Arbeitskultur ist keine lästige Pflicht, sondern strategische Notwendigkeit. Langfristig sichern sich nur jene Unternehmen einen Vorteil, die die psychische Gesundheit ihrer Belegschaft als wichtigste Ressource für Sicherheit und Produktivität erkennen.

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