S&P 500, Iran-Konflikt

S&P 500 im MĂ€rz 2026: Monatlicher Verlust von 4,3 Prozent durch Nahost-Konflikt und hohe Bewertungen

25.03.2026 - 13:53:37 | ad-hoc-news.de

Der S&P 500 Index hat im MĂ€rz 2026 bisher 4,3 Prozent verloren und steht vor dem grĂ¶ĂŸten monatlichen RĂŒckgang seit MĂ€rz 2025. Geopolitische Spannungen im Iran-Konflikt und anhaltend hohe Bewertungen belasten den Index, wĂ€hrend der VIX steigt.

S&P 500, Iran-Konflikt, Index-RĂŒckgang - Foto: THN

Der S&P 500 Index notiert im MĂ€rz 2026 unter Druck und hat bisher diesen Monat 4,3 Prozent verloren – der stĂ€rkste monatliche RĂŒckgang seit MĂ€rz 2025. Dieser AbwĂ€rtstrend wird primĂ€r durch geopolitische Unsicherheiten im Konflikt mit Iran sowie anhaltend hohe Bewertungen der US-Aktien angetrieben. Am Dienstag, den 24. MĂ€rz 2026, schloss der Index bei 6.556,37 Punkten nach einem Tagesverlust von 0,4 Prozent.

Stand: Mittwoch, 25. MĂ€rz 2026, 13:53 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Geopolitische Risiken als Haupttreiber des S&P 500-RĂŒckgangs

Die jĂŒngsten US- und israelischen Luftangriffe auf Iran Ende Februar 2026 haben die MĂ€rkte nachhaltig erschĂŒttert. Der S&P 500, der die Performance der 500 grĂ¶ĂŸten US-Notierungen abbildet, reagiert sensibel auf solche Eskalationen, da sie zu steigenden Ölpreisen und InflationsĂ€ngsten fĂŒhren. Historisch gesehen haben geopolitische Konflikte in der Vergangenheit zu signifikanten Korrekturen im Index gefĂŒhrt, insbesondere wenn sie mit RezessionsĂ€ngsten einhergehen. Analysten von DataTrek betonen, dass drei klassische Faktoren fĂŒr schlechte S&P-500-Jahre derzeit prĂ€sent sind: hohe Bewertungen, Rezessionsrisiken und externe Schocks wie der aktuelle Nahost-Konflikt.

Der direkte Übertragungsmechanismus auf den S&P 500 lĂ€uft ĂŒber höhere Energiekosten, die die Margen der konstituierenden Unternehmen drĂŒcken und die gesamte Wirtschaft belasten. Im Gegensatz zum Dow Jones Industrial Average, der am Dienstag nur 0,2 Prozent verlor, fiel der technologiebelastete Nasdaq um 0,8 Prozent – ein klares Zeichen fĂŒr sektorale Divergenzen innerhalb der US-Benchmarks.

Aktuelle IndexstÀnde und Performance-Details

Am 24. MĂ€rz 2026 schloss der S&P 500 bei 6.556,37 Punkten nach einem RĂŒckgang von 24,63 Punkten oder 0,4 Prozent. Jahr bis dato liegt der Index 3,8 bis 4,2 Prozent im Minus, was den ersten Quartalsverlust seit Q1 2025 andeutet. Der monatliche Verlust von 4,3 Prozent basiert auf FactSet-Daten und unterstreicht die anhaltende SchwĂ€che. Wöchentlich hingegen zeigte der Index eine leichte Erholung mit +0,8 Prozent, getrieben von temporĂ€ren Deeskalationshoffnungen.

Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf den Cash-Index des S&P 500. S&P-500-gekoppelte Futures an der CME wiesen Ă€hnliche Bewegungen auf, wobei der Spread zwischen Futures und Spot-Index durch VolatilitĂ€t beeinflusst wurde. ETFs wie der SPDR S&P 500 ETF (SPY) spiegeln diese Entwicklung wider, weisen jedoch aufgrund von Rebalancing-Effekten leichte Abweichungen auf.

Hohe Bewertungen verstÀrken die VulnerabilitÀt

Ein zentraler Faktor fĂŒr die aktuelle SchwĂ€che ist das hohe Shiller-KGV des S&P 500 bei 37,5. Dieses VerhĂ€ltnis, das den Indexpreis zu inflationsbereinigten Gewinnen der letzten 10 Jahre in Relation setzt, liegt deutlich ĂŒber dem Durchschnitt von 21,3 in Rezessionsjahren mit doppelstelligen Indexverlusten. Selbst nach jĂŒngsten Korrekturen bleiben US-Aktien teuer, was Investoren bei steigenden Risiken abstĂ¶ĂŸt.

DataTrek-GrĂŒnder Nicholas Colas warnt, dass solche Bewertungen in Kombination mit externen Schocks den S&P 500 anfĂ€llig machen. Dennoch sieht er Potenzial fĂŒr eine Stabilisierung, falls der Ölpreis durch Deeskalation fĂ€llt. Der Volatility Premium des S&P 500 liegt bei 3,9 Punkten, leicht ĂŒber dem 20-Jahres-Durchschnitt, was auf anhaltende geopolitische Unsicherheit hinweist.

Sektorrotation und LiquiditÀtsverschiebungen im S&P 500

Innenlebens des Index zeigen klare Rotationen: Im Februar 2026 stiegen Volumina in Technology, Financials und Energy, wĂ€hrend ETP-Volumina breit anstiegen. Energy-Sektor-Handel lag 10 Prozent ĂŒber dem Indexgewicht, Technology 15 Prozent darunter. Diese Dislokationen spiegeln eine Flucht aus Tech-Werten wider, die durch AI-Bedenken und makroökonomische Risiken belastet sind.

Der S&P Software & Services Index fiel QTD um 20 Prozent, wĂ€hrend Halbleiter um 2 Prozent zulegten. Die Stock-Level-Dispersion im S&P 500 stieg auf 38 Prozent Ende Februar, sank aber auf 25 Prozent bis 18. MĂ€rz, da makro Risiken idiosynkratische Faktoren ĂŒberlagern. Der Cboe Dispersion Index (DSPX) fiel von 35,9 auf 29,3, implizite Korrelationen stiegen.

Auswirkungen auf europÀische und DACH-Investoren

FĂŒr Anleger in Europa und der DACH-Region hat der S&P 500-RĂŒckgang direkte Relevanz, da viele Portfolios ĂŒber ETFs wie den iShares Core S&P 500 UCITS ETF exponiert sind. Der starke US-Dollar verstĂ€rkt Verluste in Euro, wĂ€hrend steigende US-Treasury-Yields (aktuell kletternd) zu AbflĂŒssen aus risikoreichen Assets fĂŒhren. Deutsche Investoren, die typischerweise 20-30 Prozent in US-Indizes halten, spĂŒren den Spillover-Effekt auf den DAX, der Ă€hnlich unter geopolitischem Druck steht.

Die AbhĂ€ngigkeit von importiertem Öl macht Europa besonders anfĂ€llig fĂŒr Iran-bedingte Preisspitzen, was die Transmission in den S&P 500 ĂŒber globale Inflationserwartungen verstĂ€rkt. UCITS-konforme S&P-500-ETFs bieten DACH-Investoren liquide Exposure, weisen aber in volatilen Phasen Tracking-Errors auf.

VIX-Anstieg und VolatilitÀtsdynamik

Der Cboe Volatility Index (VIX) ist gestiegen, da implizite VolatilitÀt zunimmt. Realisierte S&P-500-VolatilitÀt stieg leicht seit Ende Februar, getrieben von Korrelationen. Der Volatility Premium von 3,9 Punkten signalisiert, dass MÀrkte weitere Unsicherheit einpreisen. Dies betrifft Optionspositioning auf S&P-500-Futures, wo Hedging-AktivitÀten zunehmen.

FĂŒr den S&P 500 selbst bedeutet dies höhere implizite Schwankungen, unabhĂ€ngig von individuellen Komponenten wie Apple oder Nvidia. Der Index als Ganzes reagiert auf makro Triggers, nicht primĂ€r auf Earnings von Einzelaktien.

Ausblick und Risikofaktoren

Ein schnelles Ende des Iran-Konflikts könnte Ölpreise senken und den S&P 500 entlasten, wie DataTrek optimistisch annimmt. Bleiben Spannungen, droht ein doppelstelliger Jahresverlust. Rezessionsindikatoren wie steigende Yields und Arbeitsmarktdaten mĂŒssen beobachtet werden. Sektorrotation könnte zu Small-Caps (Russell 2000 +0,9 Prozent YTD) wandern.

Fed-Erwartungen spielen eine Rolle: Weniger Zinssenkungen bei Inflation durch Öl wĂŒrden den S&P 500 weiter belasten. FĂŒr 2026 bleibt der Index volatil, mit Fokus auf Deeskalation.

WeiterfĂŒhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.

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