Kretschmer, EU-Beschluss

Kretschmer: EU-Beschluss zu russischem Gas Fehlentscheidung

03.12.2025 - 15:02:37

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hĂ€lt den Beschluss der EU zum kompletten Verzicht auf russisches Erdgas fĂŒr unverstĂ€ndlich.

Er halte das fĂŒr eine Fehlentscheidung, sagte er der Deutschen Pressen-Agentur. Man könne jetzt sehen, dass die Entwicklung in Richtung eines Waffenstillstands und damit hoffentlich in eine neue Zeit gehe. "Warum man jetzt so einen Beschluss fassen muss, verstehe ich nicht".

EU will bis Ende 2027 von Gas aus Russland unabhÀngig sein

Die EU will bis spÀtestens Ende 2027 vollkommen unabhÀngig von russischem Erdgas sein. Das sieht eine Einigung zwischen Vertretern der Regierungen der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments vor, die vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs erzielt wurde.

"Ist doch vollkommen klar, wenn die Zeiten sich verĂ€ndert haben, wenn wieder Frieden ist, wenn es auch vielleicht eine andere FĂŒhrung in Russland gibt. Warum sollte man dann solche BeschlĂŒsse fassen? Was soll dieses Einmauern", fragte Kretschmer. Man habe unabhĂ€ngiger sein wollen von einer Energiequelle. Jetzt gebe es die Möglichkeit, nach dem Krieg zu diversifizieren.

Kretschmer sieht den Beschluss als Ergebnis von Symbolpolitik

"Mir erschließt sich das nicht", sagte Kretschmer und fĂŒhrte als Argument auch an, dass LNG-Gas - das einen Teil der frĂŒheren russischen Gasimporte ersetzt - einen sehr hohen CO2-Fußbabdruck besitzt. Der sĂ€chsische MinisterprĂ€sident sieht den Beschluss daher als Ergebnis einer Politik, die vor allem Dingen Symbole setzen will: "Ich glaube nicht, dass das in die richtige Richtung geht."

Kretschmer hatte schon zuvor wiederholt dafĂŒr plĂ€diert, nach einem Ende der KĂ€mpfe in der Ukraine wieder Energie aus Russland zu beziehen. "Unser Interesse muss sein, nach einem Waffenstillstand wieder in Energielieferungen aus Russland einzutreten", sagte er unlĂ€ngst. Russland mĂŒsse perspektivisch wieder Handelspartner sein, ohne dass man in eine neue AbhĂ€ngigkeit gerate.

@ dpa.de