Samsung, Wettlauf

Samsung und LG liefern sich Wettlauf um Roboter-Batterien

14.03.2026 - 04:00:46 | boerse-global.de

Südkoreas Batterieriesen stellen auf der InterBattery 2026 spezielle Festkörper- und Zylinderzellen vor, um die Betriebszeit humanoider Roboter auf acht Stunden zu verlängern.

Samsung und LG liefern sich Wettlauf um Roboter-Batterien - Foto: über boerse-global.de
Samsung und LG liefern sich Wettlauf um Roboter-Batterien - Foto: über boerse-global.de

Die Zukunft der humanoiden Roboter hängt an einer leichten, leistungsstarken Energiequelle. Jetzt liefern sich die südkoreanischen Batterieriesen Samsung SDI und LG Energy Solution ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Schlüsseltechnologie. Auf der Fachmesse InterBattery 2026 in Seoul stellten beide Unternehmen erstmals spezielle Batteriearchitekturen vor, die den humanoiden Durchbruch ermöglichen sollen.

Solid-State-Batterien: Samsungs Antwort auf die Roboter-Ära

Unter der neuen Marke SolidStack präsentierte Samsung SDI eine pouch-formatige All-Solid-State-Batterie, die exklusiv für physische KI und Roboter entwickelt wurde. Ein strategischer Schwenk: Bisher konzentrierte sich das Unternehmen vor allem auf prismatische Festkörperbatterien für Elektroautos.

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Die Entscheidung für den leichten Pouch-Typ fiel, um die hohen Sicherheitsstandards und starke Leistungsabgabe für Roboter-Hardware zu gewährleisten. „Diese Batterien sind ein entscheidender Enabler für die Ära der humanoiden Roboter", erklärte Hyun Jang-seok, Senior Vice President für Strategisches Marketing. Die Technologie verspreche absolute Sicherheit und hohe Kapazität – und könnte die Betriebszeit eines Roboters auf bis zu acht Stunden verlängern.

Das Ziel: Eine Energiedichte von 500 Wattstunden pro Kilogramm, fast doppelt so viel wie bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Zellen. Die Massenproduktion soll in der zweiten Hälfte 2027 startbereit sein.

LG setzt auf zylindrische Hochleistungszellen

Der Konkurrent LG Energy Solution verfolgt einen anderen Ansatz für den frühen Robotermarkt. Das Unternehmen setzt auf fortschrittliche 2170-Zylinderzellen (21 mm Durchmesser, 70 mm Länge) als primäres Format.

„Wir führen bereits Liefergespräche mit mehreren Roboterentwicklern und haben erste Aufträge erhalten", berichtete Jung Ji-seop, Teamleiter für Produktplanung. Die Roadmap sieht vor, die Energiedichte dieser Zellen auf etwa 770 Wattstunden pro Liter zu steigern.

Eine besondere Herausforderung ist die Wärmeentwicklung. LG prüft den Einsatz von Immersion Cooling: Dabei werden die Batteriezellen in ein spezielles dielektrisches Fluid getaucht, um Hitze abzuleiten und Brandgefahren zu blockieren. Auch SK On demonstrierte auf der Messe ähnliche Kühltechnologien – ein Zeichen breiten industriellen Konsenses.

Warum Roboter-Batterien eine Sonderklasse sind

Die Anforderungen an Roboter-Batterien unterscheiden sich fundamental von denen für Elektroautos. Experten betonen die extremen Platzbeschränkungen: Die Energiequelle muss meist in einen kompakten Brustkorb passen, ohne dass der Roboter zu schwer oder klobig wird.

Hinzu kommt ein unregelmäßiger Leistungsbedarf. Während ein E-Auto auf der Autobahn relativ konstant Strom zieht, benötigen humanoide Roboter bei jeder Bewegung, beim Heben schwerer Lasten oder bei Balance-Aktionen kurze, starke Leistungsspitzen. Die Batterien müssen daher hohe Entladeraten verkraften, ohne an Lebensdauer einzubüßen oder übermäßig heiß zu werden.

Die Sicherheit ist das oberste Gebot, besonders wenn die Maschinen später ungebunden neben Menschen in Fabriken oder Haushalten arbeiten sollen. Festkörper-Elektrolyte und immersionsgekühlte Zellen adressieren dieses Risiko direkt, indem sie die Gefahr eines thermischen Durchgehens – wie bei flüssigen Lithium-Ionen-Batterien – praktisch ausschließen.

Explosives Marktwachstum lockt die Giganten

Der aggressive Vorstoß der Batteriehersteller wird von optimistischen Marktprognosen befeuert. Laut einem Bericht von TrendForce vom Januar 2026 wird die weltweite Nachfrage nach Festkörperbatterien für humanoide Roboter bis 2035 voraussichtlich 74 Gigawattstunden übersteigen – ein massiver Anstieg gegenüber dem Basisniveau von 2026.

LG Energy Solution rechnet damit, dass der Markt für humanoide Batterien bis 2030 mit einer jährlichen Rate von etwa 200 Prozent auf rund acht Gigawattstunden wachsen wird. Samsung SDI prognostiziert, dass die globale Nachfrage nach Servicerobotern – inklusive humanoiden, medizinischen und Logistikmodellen – bis zum Ende des Jahrzehnts vervierfacht wird. Allein für humanoide Plattformen werden bis 2030 etwa eine Million Einheiten erwartet.

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Der Countdown zur autonomen Schicht läuft

Die Entwicklungen deuten auf einen Wendepunkt in der Roboter-Infrastruktur hin. Mit geplanten Massenproduktionsstart zwischen Ende 2026 und 2027 erhalten Roboterentwickler bald Zugang zu kommerziellen Komponenten.

Aktuelle Roboter-Generationen mit Standardbatterien kommen auf zwei bis vier Stunden Betrieb. Die neuen Festkörper- und Hochdichte-Zylinderzellen sollen diese Zeit auf nahezu eine volle Acht-Stunden-Schicht ausdehnen. Parallel entwickeln Unternehmen autonome Batteriewechsel-Protokolle, die es Robotern ermöglichen, leere Akkus in wenigen Minuten ohne menschliches Zutun auszutauschen.

Die nächsten 12 bis 18 Monate sind entscheidend. Sobald die Batteriehersteller ihre Qualifikationszyklen abschließen, wird die Leistungsfähigkeit dieser Energiesysteme maßgeblich bestimmen, wie schnell humanoide Roboter von Pilotprojekten zu allgegenwärtigen Industriewerkzeugen werden.

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