Sommerzeit-Umstellung belastet Arbeitnehmer erneut
31.03.2026 - 07:30:56 | boerse-global.deDie Zeitumstellung am vergangenen Sonntag hat die Debatte um ihre gesundheitlichen Folgen neu entfacht. Millionen Menschen in Europa verloren eine Stunde Schlaf – und kämpfen nun mit den bekannten Konsequenzen für Gesundheit und Produktivität. Trotz jahrelanger politischer Absichtserklärungen bleibt die halbjährliche Prozedur bestehen.
Der Mini-Jetlag im Büro
Die Umstellung im Frühjahr wirkt wie ein Mini-Jetlag. Die innere Uhr gerät aus dem Takt und braucht Tage, manchmal Wochen, um sich anzupassen. Die Folgen für den Arbeitsalltag sind spürbar: Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt, dass knapp ein Drittel der Befragten bereits Probleme nach der Umstellung hatte.
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78 Prozent der Betroffenen klagen über Müdigkeit, 66 Prozent über Schlafstörungen. 44 Prozent haben Konzentrationsschwierigkeiten, etwa ein Drittel fühlt sich gereizt. Diese Symptome beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz erheblich.
Langfristige Risiken und wer besonders leidet
Die Probleme gehen über kurzfristige Unannehmlichkeiten hinaus. Eine Studie der Stanford University deutet auf erhöhte Risiken für Schlaganfälle und Adipositas hin. Berichte weisen zudem auf mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Notfallhospitalisierungen und Verkehrsunfälle nach der Umstellung hin.
Interessant: Frauen sind mit 38 bis 39 Prozent wesentlich häufiger betroffen als Männer (22 bis 24 Prozent). Besonders anfällig sind die 30- bis 59-Jährigen. Auch Ältere über 60 Jahren leiden stärker, da ihr Schlafzyklus natürlicherweise fragiler ist.
Die Produktivität leidet mit
Die gesundheitlichen Folgen schlagen direkt auf die Arbeitsleistung durch. Konzentrationsprobleme und verminderte Leistungsfähigkeit stören den Arbeitsfluss. Laut der DAK-Umfrage kommt fast jeder fünfte Berufstätige nach der Umstellung zu spät zur Arbeit – ein Problem für Schichtplanung und Betriebsabläufe.
Arbeitsmediziner betonen: Flexible Arbeitszeiten lindern das Problem nur oberflächlich. Die grundlegende Verschiebung zwischen biologischer und sozialer Zeit bleibt. Die Innovative Betriebliches Gesundheitsmanagement GmbH (IBG) spricht sich daher für die dauerhafte Winterzeit aus, die besser zum menschlichen Biorhythmus passt.
Warum die Abschaffung stockt
Die Diskussion ist nicht neu. Bereits 2018 sprachen sich bis zu 84 Prozent der EU-Bürger in einer Umfrage für ein Ende der Zeitumstellung aus. Das Europäische Parlament beschloss 2019 die Abschaffung. Doch seitdem herrscht Stillstand.
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Der Knackpunkt: Die Mitgliedstaaten können sich nicht einigen, ob dauerhaft Sommer- oder Winterzeit gelten soll. Eine europaweite Lösung ist nicht in Sicht, die Abschaffung wird nicht vor Ende 2026 erwartet. Die Angst vor einem Flickenteppich unterschiedlicher Zeitzonen innerhalb der EU bremst den Prozess.
Das ursprüngliche Hauptargument – die Energieeinsparung – ist mittlerweile widerlegt. Studien zeigen Einsparungen von null bis einem Prozent. Moderne Beleuchtung und geändertes Freizeitverhalten machen jeden Effekt zunichte.
Was jetzt hilft
Solange die Politik keine Lösung findet, müssen sich Arbeitnehmer und Unternehmen selbst helfen. Experten raten, den Körper schrittweise anzupassen: Schlafzeiten einige Tage vor der Umstellung leicht verschieben, viel Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Tageslicht tanken.
Unternehmen können ihre Mitarbeiter unterstützen, indem sie das Thema sensibel behandeln, Informationen bereitstellen und bei Schichtplänen Rücksicht nehmen. Der Druck von Medizinern und Bevölkerung wächst – vielleicht bewegen die fortlaufenden Studien die EU-Staaten doch noch zu einem gesundheitsfreundlichen Konsens.
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