Spritpreis-Paket: Bundestag beschließt Entlastung für Autofahrer
27.03.2026 - 00:00:27 | boerse-global.deDer Bundestag hat ein umfassendes Gesetzespaket gegen hohe Kraftstoffpreise verabschiedet. Es kombiniert eine strengere Marktregulierung mit einer dauerhaft erhöhten Pendlerpauschale.
Angesichts geopolitischer Spannungen und historisch hoher Spritpreise reagiert die Politik damit auf den massiven finanziellen Druck für Millionen Pendler und Unternehmen. Das Paket, eine Initiative der Ampel-Koalition, soll noch vor Ostern in Kraft treten. Kern ist die Einführung eines „Preisfensters“ nach österreichischem Vorbild und eine signifikante Verschärfung des Kartellrechts.
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Österreich-Modell stoppt das „Preishopping“
Ab sofort dürfen Tankstellen die Preise für E5, E10 und Diesel nur noch einmal täglich erhöhen – und zwar genau um 12:00 Uhr mittags. Preissenkungen bleiben jederzeit möglich. Diese Regelung soll dem chaotischen „Preishopping“ ein Ende setzen, bei dem die Kosten an einer Straße mehrmals täglich in die Höhe schnellen.
Die Bundesregierung verspricht sich mehr Transparenz und einen beruhigten Wettbewerb. Für Verbraucher wird der Preisvergleich deutlich einfacher. Wer gegen die neue Regel verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen: Das Gesetz sieht Bußgelder von bis zu 100.000 Euro vor. Die Maßnahme ist zunächst auf ein Jahr befristet und wird dann evaluiert.
Gleichzeitig erhält das Bundeskartellamt schärfere Werkzeuge. Bei auffällig starken Preissprüngen kehrt sich die Beweislast um: Die Mineralölkonzerne müssen dann nachweisen, dass ihre Erhöhungen durch gestiegene Einkaufskosten gerechtfertigt sind. Ziel ist es, mutmaßliche Preisabsprachen oder überhöhte Margen schneller zu unterbinden.
Pendlerpauschale: 38 Cent ab dem ersten Kilometer
Parallel zur Marktregulierung hat der Bundestag die seit Januar geltende Reform der Entfernungspauschale dauerhaft verankert. Pendler können nun für jeden gefahrenen Kilometer – und zwar ab dem ersten – 38 Cent von der Steuer absetzen. Bisher galt der erhöhte Satz erst ab dem 21. Kilometer.
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Für einen durchschnittlichen Pendler mit zehn Kilometern einfachem Arbeitsweg bedeutet das eine steuerliche Entlastung von rund 176 Euro pro Jahr. Bei 20 Kilometern sind es etwa 352 Euro. Voraussetzung ist, dass die gesamten Werbungskosten den Grundfreibetrag von 1.230 Euro übersteigen.
In der Steuersitzung betonten Koalitionspolitiker, diese Maßnahme sichere die Mobilität in der Krise. Aus den Reihen der Union und der bayerischen Staatsregierung kamen jedoch Forderungen nach einer noch deutlicheren, rückwirkenden Anhebung. Auch die Diskussion um ein einkommensunabhängiges Mobilitätsgeld für Geringverdiener bleibt auf der Agenda.
CO2-Preis: Auktionen bringen neue Volatilität
Ein weiterer Preistreiber ist die weiterentwickelte CO2-Bepreisung. Seit Jahresbeginn werden die Zertifikate nicht mehr zu einem Festpreis verkauft, sondern versteigert. Für 2026 gilt ein Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne CO2.
Experten schätzen, dass dieser Mechanismus aktuell etwa 17 bis 19 Cent pro Liter ausmacht. Das neue Paket soll diesen Aufschlag durch mehr Wettbewerb an der Tankstelle abfedern. Die Einnahmen aus dem CO2-Preis fließen weiter in den Klimafonds, der unter anderem die Elektromobilität fördert.
Kritik kommt von Umweltverbänden. Sie warnen, zu starke Entlastungen für fossile Kraftstoffe würden die Lenkungswirkung des CO2-Preises aushöhlen. Stattdessen fordern sie die schnelle Einführung des versprochenen Klimageldes. Die Bundesregierung verweist auf technische Hürden; eine flächendeckende Auszahlung wird erst in der nächsten Legislaturperiode erwartet.
Gemischte Reaktionen aus Wirtschaft und Verbänden
Die Reaktionen auf das Paket fallen gespalten aus. Der ADAC begrüßt die höhere Pendlerpauschale, hält die Preisfestschreibung an der Tankstelle aber für unzureichend. Entscheidend seien die historisch hohen Gesamtkosten für Mobilität.
Die Mineralölwirtschaft steht den neuen Regeln skeptisch gegenüber. Sie befürchtet, dass starre Zeitvorgaben den Wettbewerb behindern und zu höheren Sicherheitsaufschlägen führen könnten. Dennoch signalisierte die Branche Kooperation.
Finanzmarktbeobachter erwarten eine leicht dämpfende Wirkung auf die Inflation, sofern die Tankstellen die Vorteile aus dem verschärften Wettbewerb auch tatsächlich weitergeben.
Ausblick: Europäische Integration steht bevor
Das Paket ist als Übergangslösung konzipiert. Schon 2027 soll der nationale Emissionshandel vollständig in das neue europäische System ETS II integriert werden. Dann wird der CO2-Preis ausschließlich von europäischer Angebot und Nachfrage bestimmt – was neue Preisschwankungen bringen könnte.
Die Bundesregierung will die Wirkung der Maßnahmen monatlich überwachen. Sollten sie nicht greifen, sind weitere Schritte wie eine temporäre Senkung der Stromsteuer im Gespräch, um Elektroautos attraktiver zu machen.
Für die Bürger bedeutet der Beschluss zunächst eine Atempause. Ob die Mobilität dauerhaft bezahlbar bleibt, hängt nun maßgeblich von der weiteren Entwicklung an den globalen Energiemärkten ab.
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