Studie, Gehirntraining

Studie: Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent

08.03.2026 - 01:39:37 | boerse-global.de

Eine 20-jÀhrige Studie belegt, dass gezieltes kognitives Geschwindigkeitstraining das Demenzrisiko signifikant reduziert. Bewegung und ErnÀhrung sind weitere entscheidende SÀulen der PrÀvention.

Studie: Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Studie: Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 25 Prozent - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Ein spezielles kognitives Training kann das Demenzrisiko um ein Viertel reduzieren. Das belegt die aktuelle Auswertung einer 20-jÀhrigen Langzeitstudie. Experten sehen darin einen Paradigmenwechsel in der PrÀvention.

Die Ergebnisse der sogenannten ACTIVE-Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Alzheimer's & Dementia“, liefern erstmals klare Belege. Knapp 3.000 Teilnehmer ab 65 Jahren wurden ĂŒber zwei Jahrzehnte beobachtet. Ein computergestĂŒtztes Geschwindigkeitstraining zeigte dabei den grĂ¶ĂŸten Effekt.

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Spezielles Training schĂŒtzt langfristig

Teilnehmer absolvierten zunĂ€chst zehn Sitzungen. In den Folgejahren gab es Auffrischungseinheiten. Nach 20 Jahren war ihr Risiko fĂŒr Alzheimer oder Ă€hnliche Demenzformen um 25 Prozent geringer. Der SchlĂŒssel liegt in der NeuroplastizitĂ€t – der FĂ€higkeit des Gehirns, sich neu zu vernetzen.

Reine Logik- oder GedĂ€chtnisĂŒbungen zeigten dagegen keine statistisch bedeutsamen Langzeiteffekte. „Das ist ein Durchbruch“, kommentieren Forscher. Es geht nicht um irgendein Gehirnjogging, sondern um gezieltes Training der schnellen Informationsverarbeitung.

Bewegung halbiert das Risiko

Ein gesunder Geist braucht aber mehr als BildschirmĂŒbungen. Das renommierte Salk Institute rief das Jahr 2026 sogar zum „Jahr der Gehirngesundheit“ aus. Ihre Botschaft: Körperliche AktivitĂ€t ist die zweite SĂ€ule.

Daten aus großen Studien wie der Framingham Heart Study sind eindeutig. Sehr aktive Menschen zwischen 45 und 64 Jahren haben ein bis zu 45 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko als Bewegungsmuffel. Sport fördert die Durchblutung, schĂŒttet schĂŒtzende Hormone aus und hilft sogar beim Abtransport schĂ€dlicher Proteinablagerungen im Gehirn.

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ErnÀhrung beeinflusst das Gehirn direkt

Was wir essen, wirkt sich messbar auf unsere Nervenzellen aus. Eine groß angelegte US-Studie mit rund 160.000 Teilnehmern belegt das. Eine gemĂŒsereiche Kost mit Vollkornprodukten bremst den kognitiven Abbau.

Stark zuckerhaltige und verarbeitete Lebensmittel erhöhen dagegen das Risiko. Experten sehen den Grund im Blutzuckerspiegel und in stillen EntzĂŒndungen, die das Gehirn schĂ€digen können. Die ErnĂ€hrung bildet somit die Basis fĂŒr fitte Neuronen.

Einsamkeit ist ein Risikofaktor

Die dritte SĂ€ule ist sozialer Natur. Das Deutsche Zentrum fĂŒr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) betont: Rund 36 Prozent der DemenzfĂ€lle in Deutschland lassen sich auf beeinflussbare Lebensstilfaktoren zurĂŒckfĂŒhren.

„Einsamkeit und soziale Isolation sind erhebliche Risiken“, sagt Prof. Dr. RenĂ© Thyrian vom DZNE. Ein aktives Sozialleben fordert das Gehirn komplex heraus – durch Emotionen, Empathie und spontane Kommunikation. Ganzheitliches Training findet daher idealerweise in Gruppen statt.

KI unterstĂŒtzt, ersetzt aber nicht den Menschen

Moderne Technologien flankieren diese PrĂ€ventionsstrategien. KĂŒnstliche Intelligenz helfe, Risiken frĂŒher zu erkennen und Therapien zu personalisieren, so die Österreichische Gesellschaft fĂŒr Neurologie (ÖGN).

Doch der menschliche Faktor bleibt zentral. Die Zukunft liege im Zusammenspiel von Hightech und Àrztlicher Empathie. Das Ziel ist klar: Die LebensqualitÀt einer alternden Gesellschaft mit evidenzbasierten Mitteln zu sichern. Die Studie zeigt nun einen konkreten Weg auf.

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