Studierende, Azubis

Studierende und Azubis streiken bundesweit gegen Wohnungsnot

28.01.2026 - 06:32:12

Bundesweite Warnstreiks von Studierenden und Auszubildenden fordern höhere Gehälter und bezahlbaren Wohnraum, da über 60 Prozent der studentischen Haushalte finanziell überfordert sind.

Studierende und Auszubildende legen heute in vielen Hochschulstädten die Arbeit nieder. Sie protestieren gegen explodierende Mieten und steigende Lebenshaltungskosten. Der bundesweite Warnstreik markiert einen Höhepunkt der wochenlangen Unruhe.

Kernforderungen: 200 Euro mehr und sichere Jobs

Die Protestierenden fordern konkrete Verbesserungen. Im Fokus steht die laufende Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder, zu der ver.di aufgerufen hat. Die Gewerkschaft verlangt:
* Eine monatliche Gehaltserhöhung von 200 Euro für Nachwuchskräfte
* Die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung
* Einen bundesweiten Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud)

„Die hohen Lebenshaltungskosten setzen junge Menschen massiv unter Druck“, argumentieren Gewerkschaftsvertreter. Für viele reiche es am Monatsende kaum noch zum Leben.

Anzeige

Passend zum Thema Jobsicherheit und Vertragsfragen – viele Auszubildende und studentische Hilfskräfte unterschreiben Arbeitsverträge, die Regelungen zu Befristung und Übernahme nicht klar regeln. Ein kostenloses E‑Book zeigt 19 fertige Musterformulierungen, erklärt die wichtigsten Klauseln nach dem neuen Nachweisgesetz und wie Sie Fehler vermeiden, die Arbeitgeber und Beschäftigte teuer zu stehen kommen können. Jetzt kostenloses Arbeitsvertrag‑E‑Book herunterladen

Zahlen zeigen dramatische Lage

Die Situation für Studierende ist alarmierend. Wer in einem eigenen Haushalt lebt, wendet durchschnittlich 53 Prozent des Einkommens für die Miete auf. In der Gesamtbevölkerung liegt dieser Anteil bei nur 25 Prozent. Laut Eurostat gelten bereits 62 Prozent der studentischen Haushalte als finanziell überfordert.

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp:
* In München kostet eine kleine Musterwohnung rund 840 Euro Warmmiete.
* In Frankfurt sind es 734 Euro.
* Bundesweit liegt die durchschnittliche Miete für ein WG-Zimmer über 500 Euro.

Die Hälfte der Studierenden muss mit weniger als 930 Euro im Monat auskommen. Die Wahl des Studienortes hängt damit immer stärker vom Geldbeutel der Eltern ab.

Ein Systemproblem mit Folgen

Die studentische Wohnungsnot ist Teil eines größeren Mangels. In Deutschland fehlen hunderttausende Wohnungen, besonders im bezahlbaren Segment. Das Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde wiederholt verfehlt.

Gestiegene Zinsen und hohe Baukosten bremsen den Neubau weiter aus. Kurzfristig ist keine Entspannung in Sicht. Der Wettbewerb um knappe Wohnungen verschärft sich – Studierende und Geringverdiener ziehen oft den Kürzeren.

Droht die soziale Auslese?

Experten schlagen Alarm: Explodierende Wohnkosten werden zur Bildungsbarriere. „Nur noch Studierende aus wohlhabenderen Familien können sich ein Studium in beliebten Unistädten leisten“, warnt Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks.

Die Folge: Viele müssen exzessiv jobben, was Studiendauer und -erfolg gefährdet. Die staatliche BAföG-Wohnkostenpauschale hinkt den realen Mieten immer weiter hinterher. Das Prinzip der Bildungsgerechtigkeit gerät ins Wanken.

Wird der Protest Politik verändern?

Mit den heutigen Aktionen und einer Großdemonstration in Düsseldorf wächst der Handlungsdruck auf die Politik. Bisherige Programme wie „Junges Wohnen“ reichen bei Weitem nicht aus.

Die Forderungen sind klar: massiver Ausbau des sozialen Wohnungsbaus, schärfere Mietpreisbremse und eine Reform der Studienfinanzierung. Ob die Proteste eine Kehrtwende erzwingen können? Die kommenden Wochen werden es zeigen.

Anzeige

PS: Stehen Sie kurz vor dem Berufsstart oder einer Übernahme? Das kostenlose E‑Book „Der Arbeitsvertrag“ liefert praxisnahe Muster‑Formulierungen, erklärt Rechte zu Befristung und Übernahme und hilft Ihnen, Fallen in Standardverträgen zu erkennen. Enthalten sind Checklisten und Hinweise zum neuen Nachweisgesetz – viele Personaler nutzen diese Vorlagen bereits. Jetzt E‑Book ‚Der Arbeitsvertrag‘ gratis herunterladen

@ boerse-global.de