Tesla startet Robotaxi-Krieg in San Francisco
28.01.2026 - 05:31:12Tesla greift mit Dumpingpreisen den Marktführer Waymo in San Francisco an – doch ein entscheidender Unterschied bleibt. Während Waymo fahrerlos unterwegs ist, sitzt bei Tesla noch ein Sicherheitsfahrer am Steuer. Ein neuer Marktbericht zeigt: Teslas Fahrten kosten im Schnitt weniger als die Hälfte.
Preisgefecht mit menschlicher Aufsicht
Der Einstieg ist aggressiv: Eine Tesla-Fahrt in der US-Metropole kostet durchschnittlich nur 7,39 Euro. Das zeigt eine Analyse des Dienstes Obi, die über 94.000 Fahrten auswertete. Pro Kilometer schlägt Tesla mit 1,85 Euro zu Buche – der niedrigste jemals gemessene Wert. Damit unterbietet der Elektroauto-Pionier nicht nur seinen direkten Konkurrenten Waymo massiv, sondern auch etablierte Dienste wie Uber und Lyft.
Der Haken an der Sache? Teslas Fahrzeuge sind nicht autonom im eigentlichen Sinne. Sie operieren mit einem menschlichen Sicherheitsfahrer, da dem Unternehmen die notwendigen Genehmigungen für einen vollständig fahrerlosen Betrieb in Kalifornien fehlen. Waymo hingegen hat diese Hürde bereits genommen und bietet als einziger Anbieter echte Roboter-Taxis an.
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Der Preis der Geduld
Die Ersparnis hat ihren Preis: Geduld. Laut dem Bericht beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf ein Tesla-Fahrzeug satte 15,32 Minuten – fast dreimal so lang wie bei Waymo (5,74 Minuten). Grund ist die voraussichtlich deutlich kleinere Flotte des Neuankömmlings. Für Fahrgäste wird es zur Gretchenfrage: Spare ich Geld oder Zeit?
Die Preisunterschiede sind eklatant. Eine Waymo-Fahrt kostet im Mittel 18,30 Euro, bei 5,32 Euro pro Kilometer. Lyft und Uber liegen dazwischen. Teslas Strategie erinnert stark an die Anfänge der Ride-Hailing-Branche: Mit subventionierten Preisen wird Marktanteil erkauft.
Zwei Wege in die autonome Zukunft
In San Francisco prallen zwei grundverschiedene Philosophien aufeinander. Waymo verfolgt einen technologisch getriebenen, methodischen Ansatz. Das Unternehmen, ein Ableiter von Google, setzt auf einen Mix aus LiDAR-Sensoren und Kameras und hat erst nach jahrelangen Tests und regulatorischer Freigabe seinen fahrerlosen Dienst hochskaliert.
Tesla geht den umgekehrten Weg. Der Konzern nutzt seine riesige Flotte an Privatfahrzeugen und das kamerabasierte „Full Self-Driving“-System. Mit Sicherheitsfahrern sammelt das Unternehmen nun massenhaft Daten im Realbetrieb und baut gleichzeitig eine Kundschaft mit Niedrigpreisen auf. Dies ermöglicht einen schnellen Markteintritt, hält Tesla aber regulatorisch in der Warteschleife.
Der nächste große Schritt
Die entscheidende Frage lautet: Wann darf Tesla den Fahrer entfernen? Die Genehmigung der kalifornischen Behörden für einen vollautonomen kommerziellen Betrieb steht noch aus. Dieser Prozess ist komplex und erfordert umfangreiche Sicherheitsnachweise. Der Zeitpunkt dieser Freigabe ist die größte Unbekannte in Teslas Robotaxi-Ambitionen.
Bis dahin bietet Tesla den Bewohnern San Franciscos eine günstige Alternative – mit menschlicher Begleitung. Der aktuelle Preiskampf ist wohl nur das Vorspiel für einen größeren Konflikt um die Zukunft der urbanen Mobilität. Am Ende wird nicht nur der Preis entscheiden, sondern auch die Technologie, die Regulierung und das Vertrauen der Menschen in eine fahrerlose Welt.
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